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Hof- und Dorfleben

Brandgefährliche Exponate

von , am
03.04.2013

Das Feuerwehrmuseum in Zeven lockt Besucher nicht nur mit der liebevollen Aufbereitung von Leiterfahrzeugen und Spritzen. Auch Historisches und Aktuelles zum Brandschutz wird präsentiert.

Über 15.000 Exponate sind in Zeven zu sehen. Die gelungene Präsentation typischer Szenen aus der Feuerwehr-Arbeit macht das Museum sehr lebendig. © Hildebrandt

Dieter Weywer zeigt stolz eine hölzerne Feuerschnarre. "Damit wurde früher Feueralarm signalisiert", erklärt der Vorsitzende des Vereins Feuerwehrmuseum Zeven. Ein Mitglied hat die Schnarre in der Leitstelle Hannover entdeckt. Viele der 15.000 Exponate verdankt das Museum eifrigen Sammlern. Daraus entstand auch die Idee des Museums, das Ende 1988 eröffnet wurde.

Zwei Jahre bauten die Mitglieder die Hofstelle  Meyerhöfen 7 um. Inzwischen umfasst das Museum vier Gebäude. Im Haupthaus wird auf 2.000 Quadratmetern die Entwicklung des Brandschutzes erläutert - vom ledernen Wassereimer bis zur Tragkraftspritze. Das Herz von Oldtimer-Freunden schlägt höher, wenn sie die Opel Kraftfahrspritze KS 10 aus dem Jahre 1929 entdecken. "Das Fahrzeug kam in Einzelteilen an und wurde komplett von uns restauriert", erklärte Weywer. Heute wird das fahrbereite Schmuckstück gerne für Hochzeiten ausgeliehen.

Ein weiterer technischer Höhepunkt ist die Tragkraftspritze von Magirus Deutz aus den 1950er-Jahren. Sie wurde mit einer Gasturbine betrieben und schaffte dadurch 2.500 Liter Förderleistung. Die separate Kraftfahrzeugausstellungshalle beherbergt eine umfassende Darstellung von weiteren Leiterfahrzeugen. Eine handgezogene Balanceleiter ist ebenso vorhanden, wie die mit Pferden bespannte oder motorisierte Drehleiter.

Einen besonders liebevollen Blick in die Historie bietet das Spritzenhaus aus dem Jahr 1904. Es wurde vom Verein in Wense bei Heeslingen abgebaut und restauriert wieder aufgestellt.
Das jüngste "Kind" des Vereins ist eine Sonderausstellung zum Thema "Brandschutz im Dritten Reich". Viele Exponate geben einen Eindruck über die Arbeit, die während des Krieges von Frauen übernommen wurde. Außerdem bauten die Mitglieder einen Luftschutzraum nach, in dem Familien während der Bombenangriffe oft tagelang hausten.
 
Das Feuerwehrmuseum Zeven besticht nicht nur durch seine liebevolle Aufarbeitung der Historie sondern auch durch seinen Anspruch, die Brandschutzerziehung zu verbessern. Problemthemen wie Notrufmissbrauch oder Waldbrandgefahr werden, den verschiedenen Altersgruppen gemäß, behandelt. Mit einem Haustelefon und eigens ausgearbeiteten Malbögen lernen Kinder, wie sie einen richtigen Notruf absetzen.

Dieter Weywer macht die Arbeit für seinen Verein viel Spaß. Da er selbst auch noch aktiv in der Freiwilligen Feuerwehr ist, verbinden sich damit für ihn Hobby und Berufung. "Für die Zukunft wünsche ich mir noch mehr Mitglieder", sagt er. Wer Spaß an Oldtimern hat oder sich für den Brandschutz engagieren möchte, ist in Zeven  gut aufgehoben.
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