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Bremer Kaufhaus erlaubt das Containern

Lebensmittel-Verschwendung-Muell
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Birgit Greuner, LAND & Forst
am
14.06.2019

Auch in Niedersachsen landet zuviel Essbares im Müll. Im benachbarten Bremen erlaubt jetzt ein Kaufhaus das sogenannte Containern.

Die Deutschen werfen noch zuviele Lebensmittel in den Müll. In Niedersachsen sind das laut NDR etwa eine Million Tonnen im Jahr. Jeder niedersächsische Haushalt ist daran mit durchschnittlich 55 Kilogramm beteiligt.

Im Zusammenhang mit der Lebensmittelverschwendung wird aktuell auch immer wieder das sogenannte Containern diskutiert, was in Deutschland allerdings verboten ist. Damit ist die Mitnahme weggeworfener Lebensmittel aus Abfallcontainern gemeint, durch bedürftige Personen oder durch Menschen, die der Lebensmittelverschwendung entgegentreten wollen.

Im benachbarten Bremen hat jetzt ein Kaufhaus das sogenannte Containern ausdrücklich erlaubt.

Containern ist in Deutschland illegal

Das Bremer Kaufhaus wendet sich mit Hinweisschildern an den Mülltonnen an die „Lebensmittelretter“. Das Unternehmen gibt ihnen Tipps, worauf sie bei weggeworfenen Waren achten sollen. Nach Angaben des Geschäftsführers des Lestra Kaufhauses, Cornelius Strangemann, soll die Aktion deutlich machen, dass niemand eine Strafe befürchten muss, wenn er in den Tonnen nach verwertbaren Waren sucht. „Hier wird keiner angezeigt“, sagt er.

Strangemann hofft, dass künftig mehr Menschen tagsüber statt nachts kommen und Waren abholen, die nicht mehr verkauft werden dürfen. Um zu verhindern, dass Menschen in Containern wühlen müssen, denkt die Unternehmensführung über Ablageflächen nach. Über das Vorgehen des Kaufhauses hatte zunächst Radio Bremen berichtet.

In Deutschland kann das Containern als Diebstahl oder Hausfriedensbruch bestraft werden. Jüngst hat eine Mehrheit der CDU-Justizminister einen Antrag von Hamburgs Justizsenator Till Steffen (Grüne) zur Legalisierung abgelehnt.

Lesen Sie auch den Kommentar zum Thema Lebensmittelverschwendung von LAND & Forst-Chefredakteurin Maren Diersing-Espenhorst...

Mit Material von Deutsche Presseagentur
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