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Gesundheit & Ernährung

Demenz: Geschmackssinn ändert sich

von , am
23.09.2015

Essen und trinken ist für Demenzkranke oft eine Last. Das Kauen und Schlucken fällt schwerer und der Geschmackssinn verändert sich: Saures und Salziges schmeckt offensichtlich bitter. Was Angehörige beachten sollten.

Viele Demenzkranke entwickeln eine besondere Vorliebe für sehr süße Nahrungsmittel. © alephnull/Fotolia

Landfrau Maria Müller (Name geändert), die ihre demenzkranke Mutter betreute und pflegte, war immer wieder irritiert darüber, dass die alte Dame einige der Speisen, die die Tochter mit viel Liebe zubereitet hatte, rundweg ablehnte. "Was sie früher gern mochte, wie Bismarkhering oder saure Gurken, spuckte sie nun aus." Oft war die Tochter ratlos. "Erst später habe ich verstanden, warum sie das tat."

Betroffene lehnen bestimmte Speisen ab

In einem Kursus, in dem es speziell um die Ernährung Demenzkranker ging, erfuhr Maria Müller, warum viele der Betroffenen manche Speisen ablehnen. Zuerst degenerieren bei vielen die Geschmackspapillen für das Süßempfinden, deshalb bevorzugen sie sehr süße Speisen und lehnen salzige oder saure eher ab. "Zum Schluss schmeckt bei ihnen Salziges und Saures offensichtlich bitter", erläutert Fachhauswirtschafterin und Landfrau Anneliese Itzen aus Norddeich, die an der Kreisvolkshochschule Norden als Dozentin im Bereich Ernährung gerontopsychatrische Pflege- und Betreuungsassistenten unterrichtet.

Das Essen sollte gut gewürzt sein, aber nicht sehr salzig oder sauer. Hinzu kommt, dass oft ein schlechter Zahnstatus das Kauen erschwert  und in fortgeschrittenem Stadium der Schluckreflex beeinträchtigt sein kann. Symptome dafür sind häufiges Husten und Verschlucken beim Essen und wiederholtes Räuspern.
 
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