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Hof- und Dorfleben

Direktvermarktung: Bock auf Ziege

von , am
28.09.2015

Von "Muh" zu "Mäh": Dirk Dennemann entschied sich 2013 dafür, die Kühe abzuschaffen und sich auf die Ziegen und den Käse zu konzentrieren. Wie sich der Betrieb entwickelt hat, lesen Sie in der LAND & Forst 39/2015.

Dirk Dennemann entschied sich 2013 für die Ziege und gegen die Kuh. © Bergmann

Als Kuh des kleinen Mannes wurde die Ziege früher bezeichnet. Vielfach begegnen Ziegenprodukte wie Milch und Käse heute viel Skepsis - ein strenger Geschmack nach Ziege wird ihnen häufig nachgesagt. "Dieses Vorurteil über Ziegenkäse muss wohl über Generationen weitergegeben worden sein", sagt Dirk Dennemann aus Samern, Landkreis Grafschaft Bentheim, schmunzelnd. Menschen, die noch nie Ziegenkäse gegessen hätten, seien davon überzeugt, dass sie ihn nicht mögen. Früher, so berichtet der Landwirt, nahm Ziegenmilch schnell Fremdgerüche an, aber mit der heutigen Melktechnik und einer schnellen Kühlung, sei das heute kein Problem mehr.

Im Stall und auf der Weide

Dennemann stellt seit 1991 Käse aus Ziegen- und Kuhmilch her und bietet ihn im eigenen Hofladen, dem Käsehuesken, an. Außerdem ist er auf den Wochenmärkten in Bad Bentheim, Nordhorn und Lingen und neuerdings auch im Lebensmittel-einzelhandel (LEH) aktiv. Zusammen mit seiner Frau Inga bewirtschaftet er einen landwirtschaftlichen Betrieb mit knapp 30 ha, davon 14 ha Grünland. Auf den Ackerflächen wird Getreide und Mais angebaut. Der elterliche Betrieb in Samern war früher ein typischer Gemischtbetrieb mit Sauen, Bullenmast und Milchvieh. "Eigentlich bin ich ein "Rindermensch", aber Ziegen haben mich schon seit frühster Jugend fasziniert", berichtet der staatlich geprüfte Landwirt.

100 Bunte Deutsche Edelziegen

Angefangen hat er mit sechs Ziegen und gut 20 Kühen. Der Ziegenbestand wurde dann stetig ausgebaut. 2005 waren es schon 80 Tiere und ein neuer Stall wurde gebraucht. Doch das Melken von Ziegen und Kühen wurde zeitlich zu aufwendig. Da die vorhandene Milchqoute mit nur 130.000 kg zu klein war, entschieden sich Dennemanns 2013, die Kühe abzuschaffen und sich auf die Ziegen zu konzentrieren.

Mittlerweile hält er 100 Bunte Deutsche Edelziegen, plus der eigenen Nachzucht, in einem Laufstall auf Stroh und, je nach Wetter, draußen auf der Weide. Allerdings muss er die Weide viel stärker sichern als für Kühe: Ziegen sind Meister im Ausbrechen. Ein geschickter Einsatz der Hörner und auch unter Strom stehende Zäune stellen kaum ein ernst zu nehmendes Hindernis für sie dar.
 
Mehr zum Thema lesen Sie in der LAND & Forst Ausgabe 39/2015 auf Seite 64. Möchten Sie die LAND & Forst für einen Monat gratis zum Probelesen bestellen? Dann klicken Sie hier…
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