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Hof- und Dorfleben

Direktvermarktung: Ganz oben stehen

von , am
01.09.2015

Güllesilo und Gastronomie. Schokoladenmuffins und Social Media. Hamsterrad und Hofladen. All das gehört zu der Arbeit von Frank Mayland-Quellhorst aus Uchte. Erfahren Sie, wie der Unternehmer große und kleine Träume erfüllt.

Frank Mayland-Quellhorst weiß, die Kunden auf seinen Hof zu locken. Das Hofcafé im Hintergrund ist seit 1994 ein Besuchermagnet. © Breuer

Der letzte Nebel verschwindet von den Stoppeln. Hiesige Landwirte bringen Gülle aus. Neben Treckern, Feldern und ein paar Backsteinhäusern am Horizont erblickt das Auge nichts. Auch auf Hof Frien in Uchte ist keiner zu sehen. Der Eindruck täuscht. Im Festsaal sind die Tische bereits eingedeckt, die Sonne reflektiert sich in den silbernen Kerzenleuchtern. Frank Mayland-Quellhorst steht an der Theke und bespricht mit einem Mitarbeiter die Aufgaben für die restlichen Stunden bis zum Abend. Festsaal, Festscheune und "smokers Lounge", die aus dem Güllesilo entstanden ist, wurden erst 2010 eingeweiht. "Angefangen hat das mit meinen Eltern, die Opas Spargel vermarktet haben. Dazu kam die Idee, ein Hofcafé zu eröffnen."

Anzeige zieht Gäste

Seit Ostern 1994 ist das Café am Wochenende geöffnet. "Dabei haben wir die Idee angezweifelt. Man fragte sich, wo die Leute herkommen sollen", sagt Mayland-Quellhorst und schaut über den Hof. Doch diese Sorgen waren umsonst: "Wir haben eine Anzeige geschaltet, seitdem kommen die Gäste." Anfangs saßen die Cafébesucher in direkter Nachbarschaft zu den Milchkühen, heute leben auf dieser Hofstelle keine Tiere mehr. "Viel anders als mit 500 Kühen ist das aber nicht", erklärt Mayland-Quellhorst. "Man läuft wie ein Hamster im Rad, das sich immer dreht. Du darfst nicht ausfallen."

"Das ist schon sportlich"

Kurz scheint er die Sonne zu genießen. Aber nur, um sofort zu den Aushilfskräften zu eilen und Fragen zu beantworten. "Es kommt später ein Bus mit 50 Leuten zum Grillen, abends haben wir eine grüne Hochzeit im Festsaal und eine Hochzeit in der Festscheune, morgen und Sonntag sind jeweils 150 Leute zum Frühstück da und Familienfeiern in Scheune und Saal." Der ehemalige Elektriker grinst verschmitzt, "das ist schon sportlich." Montag und Dienstag wird dann der Abbau koordiniert, Abrechnungen vom Wochenende geschrieben, Anfragen bearbeitet, Buchführung, Überweisungen gemacht. "Montag ist aber der etwas ruhigere Tag!"
 
Ab Mittwoch werden  dann die Bestände geprüft und Bestellungen getätigt, Donnerstag und Freitag gilt es die Räume zu bestücken. Am Wochenende sind Veranstaltungen. "Es macht unglaublich Spaß, die Gäste geben Dir viel zurück. Kein Tag ist wie der andere, jede Veranstaltung ist nach individuellen Wünschen gestaltet", erklärt Mayland-Quellhorst seine Motivation und widmet sich einem seiner Köche, um abzustimmen, ob die Muffins einen Schokoladenüberzug bekommen sollen.
 
Mehr über das Leben auf Hof Frien lesen Sie in der LAND & Forst Ausgabe 36/2015 auf Seite. Möchten Sie die LAND & Forst für einen Monat gratis zum Probelesen bestellen? Dann klicken Sie hier...
 
 
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