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Niedersachsen

Dorfentwicklung: Kleine Schule ganz groß

Dieser Artikel ist zuerst in der LAND & Forst erschienen.

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Grundschule-Luenzen
Ein Klassenzimmer der Grundschule Lünzen im niedersächsischen Heidekreis. © Katja Schukies
von , am
10.10.2017

430 Schulen in Niedersachsen haben weniger als 100 Schüler. Oft drohen Schließungen. Die Grundschule Lünzen im Heidekreis jedoch hat passend vorgesorgt.

Insgesamt gibt es in Niedersachen 430 Schulen, in denen weniger als 100 Kinder unterrichtet werden. Die Grundschule Lünzen im Heidekreis mit 70 Schülern ist eine davon.

Noch Mitte der 2000-er Jahre sah es nicht gerade rosig aus für diese. Die Zahl der Kinder im Dorf ging dramatisch zurück. „Ich habe meine Tochter 2006 eingeschult und fand die sinkenden Schülerzahlen schrecklich“, erklärt Meike Hanebuth, Vorsitzende des Fördervereins der Schule.

Denn im kleinen Lünzen mit 800 Einwohnern wurde damals bereits das umgesetzt, was Gesellschaft und Politik so oft von Schulen fordern: Jedes einzelne Kind im Blick zu behalten und die Freude am Lernen zu fördern.

Schulschließung drohte, Dorfentwicklung gefährdet

Als die Stadt Schneverdingen bekannt gab, an einer anderen Schule im Stadtgebiet einen Anbau bauen zu wollen, wurde Meike Hanebuth aktiv. „Keine Schüler mehr an unsere Schule und andere platzten aus allen Nähten – da passte etwas nicht“, sagt sie.

In Schneverdingen bestehen damals drei eigenständige Grundschulen im Kernort, zusätzlich gibt es die Schule in Lünzen. Der kleine Ort ist etwa sieben Kilometer vom Stadtzentrum entfernt. Mit den sinkenden Schülerzahlen sieht die Gemeinde einen Grund für eine strukturelle Veränderung.

Allerdings wird eher über eine Schließung der Schule in Lünzen oder deren Umwandlung in eine Außenstelle der Grundschule “Am Pietzmoor“ nachgedacht, als über einen Fortbestand als eigenständige Schule.

Schuleinzugsgebiete neu zugeschnitten

„Als meine Vorgängerin in den Ruhestand ging, hat die Landesschulbehörde daran gezweifelt, für so ein winziges Kollegium wieder eine Schulleiterin zu finden“, ergänzt Mirja Meyer, die 2007 in Lünzen ihre erste feste Lehrerstelle antrat.

Mit viel Geduld und noch mehr Engagement setzt sich Meike Hanbuth als Vorsitzende des mittlerweile gegründeten Fördervereins für den Erhalt der Grundschule Lünzen ein und findet bei der Stadt Schneverdingen Gehör.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen: die Stadtverwaltung schneidet die Schuleinzugsgebiete in Schneverdingen komplett neu zu. Die Kinder aus den umliegenden Dörfern sollen die Schule in Lünzen besuchen, statt einer der Grundschulen in Schneverdingen. Der Fortbestand der Schule ist gesichert.

Mehr zur Lünzener Grundschule lesen Sie in der LAND & Forst Ausgabe 41 ab Seite 54. Möchten Sie die LAND & Forst zum Probelesen bestellen? Dann klicken Sie hier…

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