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Garten

Echte Kamille

von , am
16.09.2013

Die Echte Kamille (Matricaria recutita) ist seit der jüngeren Steinzeit in der Nähe der Menschen zu finden.

Kamille © Tubes
Das einjährige Wildkraut wächst auf Äckern und Schuttflächen und in anderen kurzlebigen Wildkrautfluren wie zum Beispiel auf frisch angelegten Straßenböschungen.

Die Kamille gehört zur Familie der Korbblütler und weist mehrfach gefiederte Blättchen auf. Von Mai bis Juli erscheinen die Blütenkörbchen, bei denen ein Kranz aus etwa 15 weißen Zungenblüten eine Vielzahl von gelben Röhrenblütchen umrahmt. Der Korbboden, auf dem die Blütchen sitzen, ist hohl und wölbt sich zur Fruchtreife hin kegelförmig auf; gleichzeitig richten sich die Zungenblüten nach unten.

Mit Hilfe dieser Merkmale ist die Echte Kamille gut von anderen heimischen Kamillearten zu unterscheiden. Ab Juni können Samen für die Aussaat in das Kräuterbeet gesammelt werden. Dies sollte geschehen, bevor sie wie beim verwandten Löwenzahn mit Hilfe kleiner "Fallschirmchen" vom Winde verweht werden. Samen sind auch im Handel erhältlich.

In den Bauerngärten früherer Zeiten hatte das Wildkraut als Heilpflanze seinen festen Platz. Lediglich die aus dem Mittelmeergebiet stammende, mehrjährige Römische Kamille (Antemis nobilis), auch Gartenkamille genannt, machte ihr hier Konkurrenz, da ihre Blütenkörbchen ähnliche Verwendung finden wie die der heimischen Echten Kamille.

Im Garten: im Kräuterbeet
Lebensdauer: einjährig
Standort: frisch , nährstoffreich, kalkarm  
Vermehrung: Samen
Verwendung: als heilsamer Kräutertee verwendbar
Besondere Naturbeobachtung: kegelförmige Aufwölbung des hohlen Blütenbodens und Herunterklappen der Blütenblätter
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