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Haushalt

Einfach telefonieren

von , am
05.02.2013

Unterwegs erreichbar sein - das wollen ältere Leute genauso wie junge. Doch wenn irgendwann Augen, Gehör oder Motorik nachlassen, können reguläre Handys zur Herausforderung werden. Stiftung Warentest hat die Qualität von Senioren-Handys getestet.

Seniorenhandy
Einfach bedienbar? Stiftung Warentest hat Seniorenhandys getestet. Das Angebot für diese Altersgruppe wächst. © fotolia

Spezielle Einfachhandys für Senioren werden immer besser. Das zeigt ein Test der Stiftung Warentest. Stand im Vortest vor knapp drei Jahren der Testsieger als einziger gut da, schneiden im aktuellen Test immerhin 8 von 15 Seniorenhandys gut ab.

Testsieger ist das Panasonic KX-TU327 für 90 Euro, dicht gefolgt von zweien des schwedischen Spezialanbieters Doro: das Doro PhoneEasy 612 (118 Euro) und das PhoneEasy 515 (101 Euro). Einige andere patzen dagegen mit unbefriedigenden Anleitungen, schwachen Displays oder Tastaturen. Zwei halten den Stabilitätstests nicht stand.

Für ältere Nutzer gibt es ein wachsendes Angebot spezieller, besonders leicht zu bedienender Seniorenhandys. Neben den üblichen Prüfungen zu Telefonfunktion, Handhabung, Stabilität und Akku durchlaufen diese Geräte bei den Warentestern einen aufwendigen Praxistest: Je drei ältere Probanden mit Einschränkungen beim Sehen, beim Hören und bei der Motorik bewerten dabei, wie gut die Geräte sich für ihre Bedürfnisse eignen.

Von Senioren für Senioren getestet

Nutzer mit Sehschwäche profitieren von hellen, kontraststarken Displays und großen, gut beschrifteten Tasten. Auch kann es helfen, wenn das Handy beim Wählen die Ziffern ansagt. Der Testsieger von Panasonic bietet all das. Noch besser kommen bei den Testpersonen mit Sehschwäche nur die beiden Handys von Tiptel Ergophone 6020+ und Amplicomms PowerTel M7000 an. Etwas absurd mutet das Handy von Auro an: Es soll extra für Sehbehinderte ausgelegt sein und hat zum Beispiel Tasten mit Blindenschrift. Doch die Braille-Zeichen sind hintergrundbeleuchtet. Wozu? Wer Blindenschrift ertasten kann, braucht keine Beleuchtung. Und wer sie nicht lesen kann, wird von den zusätzlichen Leuchtzeichen nur verwirrt.

Beim Test mit Hörgeräteträgern gab es keine größeren Probleme. Allerdings bieten längst nicht alle Geräte eine Induktionsschleife für Hörgeräte. Wer sein Hörgerät beim Telefonieren auf induktives Hören umschalten will, muss auf ein entsprechend ausgestattetes Handy achten.

Bei Einschränkungen in der Motorik helfen große Tasten mit klarem Druckpunkt. Eine gummierte Oberfläche wie die des Doro PhoneEasy 312 kann zudem das ganze Gerät griffiger machen. Schwächen zeigen hier zum Beispiel das Emporia Click, dessen Tasten teilweise doppelte Druckpunkte haben, und das Olympia Chic mit kleinen Menütasten und fummeliger Tastensperre.

Hilfe dank Notruf-Funktion

Alle im Test haben auch eine Notruf-Funktion. Wird der Knopf gedrückt, werden nacheinander eine Reihe vorher einprogrammierter Rufnummern angerufen, bis ein Helfer erreicht wurde. Meistens wird das ein Angehöriger sein, der selbst helfen kann oder einen Rettungsdienst verständigt.

Bei einigen Geräten kann dieser Notrufmechanismus allerdings durch einen Anrufbeantworter bei der Gegenstelle unterbrochen werden. Andere Geräte versuchen, das durch mehr oder minder geschickte Mechanismen zu verhindern.
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