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Nutzgarten

Erholungskur fürs Gemüsebeet

Karin Stern
am
16.08.2016

Wenn Sie die Beete abgeerntet haben, sollten Sie ihnen etwas Gutes gönnen, zum Beispiel mit der Aussaat von Gründüngungspflanzen. Wir sagen Ihnen warum.

Wenn die Beete abgeerntet sind, ist es Zeit für die Aussaat von Gründüngungspflanzen. Dadurch können Sie den Boden auf natürliche Weise verbessern. Einige Arten der Gründüngungspflanzen lockern mit ihren Wurzeln tiefgreifend, andere wachsen sehr schnell und schützen die Erde auf diese Weise vor Verschlämmung oder Austrocknung.

Zudem reichern die verbleibenden Wurzelreste und die verrottende Grünmasse den Boden mit wertvollem Humus an. Dies wirkt sich positiv auf die Bodengare und das Wachstum von Nutz- sowie Zierpflanzen aus. Und nicht zuletzt bekämpfen einige Pflanzenarten sogar unliebsame Schädlinge wie Nematoden.

Geräumte Gemüsebeete profitieren

Geräumte Beete im Gemüsegarten profitieren ganz besonders von einer Aussaat mit Gründüngung. Nach der Keimung beschatten die Pflanzen schnell den Boden und durchdringen ihn tief mit ihren Wurzeln. Diese verrotten später zu wertvollem Humus und erhalten die Fruchtbarkeit des Bodens.

Eine Vielzahl von in Frage kommenden Pflanzen lässt sich je nach Bodenart und angebauten Kulturen geschickt einsetzen:

  • Lehmige Böden: Hier empfiehlt sich die tiefe Durchwurzelung durch Gelbsenf oder die Leguminosen Lupine und Luzerne. Die kräftigen Wurzeln lockern den Boden besonders gut, Wurzelgemüse und Kartoffeln profitieren im nachfolgenden Anbau davon.
  • Leichte Böden: Hier sind einjährige Gründüngungspflanzen von Vorteil. Tipp: im Frühjahr die oberirdischen, erfrorenen Pflanzenteile in den Boden einarbeiten. Diese Humusanreicherung verbessert im Laufe der Jahre die Wasserhaltefähigkeit des Bodens und erleichtert die frühjährliche Beetvorbereitung. Erbsen, Phacelia und Ackerbohnen eignen sich für diesen Zweck.

Nicht zuletzt verhindern Gründüngungspflanzen ein Auswaschen der Bodennährstoffe, weil diese durch den Bewuchs in Form von organischer Substanz gebunden werden. Wer regelmäßig Kohl oder andere Gemüsearten aus der Familie der Kreuzblütler anbaut, verzichtet zur Vermeidung von Fruchtfolgeproblemen besser auf Raps, Ölrettich oder Senf. Alternativ eignet sich die fruchtfolgeneutrale Phacelia.

Auf Fruchtfolge achten

Mit Ausnahme von Phacelia sollte die Gründüngung bis Ende August ausgesät sein. Es empfiehlt sich die breitwürfige Aussaat auf gelockertem Boden, in den die Samen leicht eingeharkt werden. Ende Juli/Anfang August gesäte Phacelia kommt noch in die Blüte, die Bienen eine wertvolle späte Nahrungsquelle bietet.

Einjährige, nicht winterfeste Arten erfrieren im Winter. Ihre Reste werden im Frühjahr bei der Beetvorbereitung eingearbeitet. Winterharte Arten arbeitet man durch Umgraben noch vor dem Winter ein, ansonsten treiben die Pflanzen im Frühjahr durch.

Eine Übersicht über Gründüngungspflanzen finden Sie hier zum Herunterladen...

Auch Nematodenbekämpfung möglich

Für die erfolgreiche Bekämpfung von Nematoden müssen die geeigneten Pflanzen (zum Beispiel Ringelblumen oder Tagetes) drei bis vier Monate lang das Beet bedecken. Manche Saatgutlieferanten bieten spezielle „Nematodenkiller“- oder „Gartendoktor“-Mischungen an, die den gleichen Zweck erfüllen.

Mehr über das Thema lesen Sie in die LAND & Forst Ausgabe 33/2016 auf den Seiten 64 und 65. Möchten Sie die LAND & Forst zum Probelesen bestellen? Dann klicken Sie hier…

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