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Hof- und Dorfleben

Zur Erinnerung an schwere Waldarbeit

von , am
26.02.2013

Die Arbeit in der Forst war in früheren Jahrhunderten kein Zuckerschlecken. Wer über diese Schwerstarbeit mehr erfahren möchte, dem sei ein Besuch des Waldarbeit-Museums Becklinger Holz in Becklingen empfohlen.

Auch die Kleidung der Forstarbeiter änderte sich. © Preugschat

Wenn Uwe Neumann über die Waldarbeit der vergangenen Jahrzehnte berichtet, gerät er ins Schwärmen. Der 77-Jährige widmete sein ganzes Berufsleben den Bäumen. Bis zur Pensionierung vor zwölf Jahren betreute der Forstamtsrat Teile des Truppenübungsplatzes Bergen-Hohne.

Auch heute noch ist Neumann dem Wald verbunden, er fungiert als Sammlungsleiter des Waldarbeit-Museums Becklinger Holz. "Die Idee zur Errichtung des Museums in Becklingen hatte der damaliger Ortsbürgermeister Günter Ebel, der leider ganz plötzlich verstorben ist", sagt Neumann. Im Rahmen der Dorferneuerung wurde das Museum schließlich 2005 realisiert.

Im Schweinestall

In einem ausgedienten Schweinestall auf dem Hof des ehemaligen Landwirts Henry Oehus fanden die Ausstellungsstücke ein schönes, 120 Quadratmeter großes Zuhause. Maßgeblich an der Realisierung des Museums waren neben Neumann ein weiterer Kollege von den Bundesforsten und Forstwirte aus der Umgebung beteiligt. Die Kosten von 40.000 Euro teilten sich das Amt für Agrarstruktur und die Stadt Bergen. 11.000 Euro für Vitrinen steuerte die Volksbank bei.

"Bei dem heutigen technischen Fortschritt gerät zu viel zu schnell in Vergessenheit. Das gilt auch für die Forstwirtschaft", sagt Uwe Neumann. Beim Einsatz der großen Harvesters im Wald denke kaum noch jemand an die harte Arbeit in Niedersachsens waldreichstem Landkreis Celle. Dort wachsen auf 47 Prozent der Fläche Bäume. "Früher lebten noch Hunderte von Familien ausschließlich von der Waldarbeit, meist mit nur kleinen Einkommen. Ihnen wollten wir ein Denkmal setzen", erzählt Neumann den Gästen des Museums. Das erhielt seinen Namen in Anlehnung des 775 Hektar großen historischen Forstes "Becklinger Holz". Der liegt seit 1936 größtenteils nicht zugänglich für die Öffentlichkeit auf dem nahen Panzerübungsgelände.

Viele Äxte und Sägen

Gut 300 Exponate, darunter viele Äxte, Sägen und Vermessungsgeräte, sammelte Neumann innerhalb von 25 Jahren bei ehemaligen Waldarbeiterfamilien und Forstwirten. Unter dem Thema "Waldarbeit gestern - heute" erfährt der Besucher alles vom Säen über Pflanzen bis hin zur Ernte.

Besonders stolz sind Neumann und Henry Oehus als Vorsitzender des 80 Mitglieder zählenden Fördervereins auf die Sägestanze, mit der abgenutzte Zähne einer Säge wieder ihre vorgeschriebene Länge erhielten. So konnte sie weitere Jahre zum Fällen von Bäumen eingesetzt werden.

In der kalten Jahreszeit bleibt das Museum geschlossen. Ab April ist es wieder sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Eintritt 1 Euro als Spende.

Infos: Henry Oehus, Tel (05051) 1667 oder Uwe Neumann, Tel. (05051) 7535.
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