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Garten

Europäisches Pfaffenhütchen

von , am
16.01.2014

Während die im Frühsommer erscheinenden kleinen weißen Blüten des Europäischen Pfaffenhütchens (Euonymus europaea) sehr unscheinbar sind, fallen die Früchte im Herbst um so mehr ins Auge.

Pfaffenhütchen © Tubes
Die 4-fächerigen orange- bis karminroten Fruchtkapseln sehen der Kopfbedeckung von katholischen Priestern (Pfaffen) ähnlich, daher der Name. Während die Früchte für den Menschen stark giftig sind, stehen sie bei vielen Vögeln auf dem Speiseplan.

Der heimische, bis 5 m hohe Strauch weist im Herbst eine leuchtend gelborange Belaubung auf. Die Zweige sind in jungen Jahren wintergrün, später werden sie braun und durch Korkleisten vierkantig bis geflügelt.

Das harte Holz des Strauches war früher bei Drechslern sehr beliebt, vor allem zur Herstellung von Garnspindeln. Daher ist das Pfaffenhütchen auch unter dem Namen „Spindelstrauch“ bekannt. Das Holz eignet sich zum Bau von Instrumenten und Orgelpfeifen; viele Zahnstocher sollen früher daraus geschnitzt worden sein.

Trotz der starken Giftwirkung gab der Mensch dem Pfaffenhütchen den wissenschaftlichen Namen "Euonymus" (lat.-griech. eu = gut, onoma = Name), also "in gutem Ruf stehen". Vermutlich waren es Drechsler oder Maler, die der giftigen Pflanze den Namen gegeben haben.  

Im Garten: Einzel- oder Heckengehölz
Lebensform: winterkahler Strauch
Standort: frischer,
nährstoffreicher Boden
Früchte: August bis Oktober
Vermehrung: Samen und Kriechsprosse
Bedeutung für die Tierwelt: Vogelgehölz
Zu beachten: Beeren sind für den Menschen giftig
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