Login
Familie

Friesisch herb und ein wenig schräg

von , am
14.10.2014

Ein Fall für Achim Tacke. Seit er mitten unter Friesen in Dangast lebt, hat er eine neue Leidenschaft entdeckt: Er schreibt Friesen-Krimis!

Lernte den Küstenbadeort Dangast bei Dreharbeiten kennen und lieben: Fernsehjournalist und Autor Achim Tacke. © Andryszak

Von wegen heile Welt am Jadebusen! Nach "Friesen-Mafia" und "Salami-Mörder" stehen Kommissar Tammo Poppinga aus Varel und seine Oldenburger Kollegin Swantje Bilger vor einer neuen Herausforderung. Im idyllischen Dangaster Hafen soll ein Yachthafen-Resort entstehen. Und was das Schlimmste ist: Pensionswirtin Helene plant einen Puff für Dangast! Die Gerüchteküche brodelt und das Friesenblut kocht. Schon bald gibt es den ersten Toten...

Mehr will Fernsehjournalist und Regisseur Achim Tacke zu seinem neuen Buch "Ein Puff für Dangast" aber noch nicht verraten. Im November soll er erscheinen, sein dritter Dangast-Krimi in Folge. Wie immer "friesisch herb", ein bisschen schräg und absolut authentisch.

Ein echtes Landei

Bereits vor fünf Jahren hat er sein erstes Buch, einen echten Thriller, veröffentlicht. Seither lässt ihn das Bücherschreiben nicht mehr los. "Es ist wie ein Virus, der überspringt! Wenn Du Fernsehen machst, bist Du mit ganz vielen Menschen zusammen. Wenn Du Krimis schreibst, bist Du mit Dir alleine. Das ist eine herrlich andere Ebene." Sechs Jahre schon lebt Tacke in Dangast. Er sei ein "echtes Landei", verrät der 1953 bei Goslar geborene Bauernsohn. Allerdings hat seine berufliche Karriere nur bedingt mit Ackerbau und Milchvieh zu tun. Als freier Journalist drehte er Land- und Naturdokumentationen, tingelte für verschiedene Fernsehsender durch Italien, Frankreich und Deutschland. Schließlich landete er beim NDR in Hamburg. Hier entstand unter anderem das von ihm entwickelte Format "Landpartie".  

Die Spannung steigt

In Dangast möchte der Filmemacher bleiben, am liebsten für den Rest des Lebens. Er hat das urige Bauern- und Künstlerdorf bei einer Folge zur Landpartie entdeckt. Jetzt wohnt er mit seiner Lebensgefährtin Sabine Herla im „Dangaster Reethaus“ und betreibt am großen Küchentisch Dorfpsychologie. Was er sonst noch als Anregung für seine Krimis braucht, findet er in direkter Nachbarschaft: Land und Landwirtschaft, den Dangaster Dorfkrug gleich um die Ecke, Piepers Laden, in dem sich der Kommissar regelmäßig mit Block und Bleistift eindeckt und natürlich jede Menge friesischer "Originale". Die Handlungen und Personen in seinen Geschichten sind frei erfunden, wie Tacke betont. Ohnehin hätte er als Autor kaum noch Einfluss auf seine Protagonisten. "Sie entwickeln beim Schreiben zunehmend ihr Eigenleben." Er lacht. "Bei Tammo, Swantje und auch bei Ralf, dem Dorfphilosophen, fühle ich mich nur noch als Dienstleister."

Bis jetzt kennt niemand den Inhalt des neuen Krimis. "Man weiß nur: Dieser Titel lässt Böses erahnen", verkündet Tacke mit einem schelmischen Augenzwinkern. Er hofft noch viele Dangast-Krimis schreiben zu können. "Todsicher geht mir der Stoff nicht aus!"

Ein Puff für Dangast, Achim Tacke, Südwestbuch Verlag, 12.50 €, ISBN-13: 978-3944264561, Erscheinungstermin im November  
Auch interessant