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Hof- und Dorfleben

Geflügel im Garten ganz neu erleben

von , am
17.07.2013

Hinter einem typischen Fehnhaus am Kanal in Westgroßefehn können Besucher ein weitläufiges Gartenlabyrinth mit lauschige Winkeln entdecken - und Geflügel, die man dort nicht vermutet hätte.

Hinter diesem Haus direkt am Fehnkanal erstreckt sich auf mehr als 7.000 Quadratmetern ein buntes Gartenlabyrinth. © Wilken
Andere Hobbys? Braucht Familie Uden nicht - und sie hat auch gar keine Zeit dazu. Der große Bauerngarten mit den vielen verwunschenen Ecken und der Menagerie an Enten, Gänsen, Hühnern und Tauben fordert viel Arbeit - macht allen aber auch viel Spaß. "Eigentlich sollte der Garten gar nicht so riesig werden", sagt Annchen Saathoff-Uden und lacht. "Wir haben jedenfalls nie bewusst geplant. Es kamen einfach immer mehr Tiere und Pflanzen dazu, und alles hat sich wie von selbst entwickelt." Auf rund 7.000 Quadratmetern einer früheren Landstelle scharren, picken, watscheln und flattern heute mehr als zwanzig verschiedene Arten Federvieh. "Jeder in der Familie hat seine Lieblinge", erzählt Annchen Saathoff-Uden.

Viele Rassen

Ihr haben es besonders die stattlichen rotbraunen Orpington-Hühner angetan. Tochter Asaja-Sarah (20), die als Umweltschutztechnische Assistentin ihr Fachwissen in die Gartenarbeit mit einbringt, mag die schwarzen Orpingtons lieber. Ihr Bruder Eike-Christian hält Zwerg-Orpingtons, und Vater Herbert Uden interessiert sich als leidenschaftlicher Geflügelzüchter sowieso für viele Arten: Von Bahama-, Versicolor- und Mandarin-Enten über Ostfriesische Möven und Cröllwitzer Puten bis hin zu Nonnen- und Streifengänsen - alle können, artgerecht gehalten, im Garten der Familie bestaunt werden.

"Magd Theda‘s Tuun" (Tuun ist plattdeutsch für Garten) nennt Familie Uden ihre Anlage in Westgroßefehn (Kreis Aurich). Der Name rührt von einem Freilichttheaterstück her, in dem Annchen Saathoff-Uden die Magd Theda verkörperte.

In den weitläufigen Gehegen, in Teichen und sogar in den Bäumen (dort brüten die Mandarinenten) kann man Geflügel entdecken. Infokarten verraten mehr über die verschiedenen Arten und ihre Herkunft. Beim Spaziergang durch den "Tuun" kommt man auch an einem idyllischen Picknickplatz vorbei, an einem selbst gezimmerten Taubenhaus, an einem Feuchtbiotop mit Fröschen und Libellen sowie zahlreichen Wasserläufen mehr, die die Udens selbst angelegt haben.

Das Biotop grenzt unmittelbar an das Naturschutzgebiet Fehntjer Tief. Von einem Hochsitz aus, lässt sich das Gelände gut überblicken. Manchmal kann man sogar Bussarde und Habichte beobachten - nicht immer zur Freude der Geflügelzüchter. "Die Greifvögel haben schon einige unserer Tiere geholt", sagt Annchen Saathoff-Uden. "Darum gibt es in den Gehegen auch viel Buschwerk, damit das Federvieh sich verstecken kann."
Achtung Habicht

Wenn Annchen Saathoff-Uden mal nicht im Garten arbeitet, widmet sie sich der Töpferkunst. Überall stößt man auf ihre witzigen und interessanten Tonarbeiten, in ihrer Werkstatt gibt die gelernte Erzieherin Töpferkurse. "Ich arbeite mit Senioren, psychisch Kranken und dementen Menschen", sagt sie. "Die Arbeit mit Ton kann viel bewirken, die Teilnehmer blühen oft regelrecht auf, wenn sie mit ihren Händen etwas erschaffen", so die 57-Jährige. "Es macht ihnen viel Freude - und mir auch."

Gegen eine Futterspende kann man "Magd Theda’s Tuun“"in Westgroßefehn besichtigen. Infos und Anmeldung unter Tel. 04945 / 391 und unter www.magd-thedas-tuun.de.
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