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Hof- und Dorfleben

Gewachsen mit blauen Beeren

von , am
08.07.2015

Direktvermarktung, Selbstpflücken und Bio-Anbau - Seit mehr als 40 Jahren dreht sich auf dem "Bickbeernhof" der Familie Herse in Brokeloh alles um die Heidelbeere. Die LAND & Forst berichtet von dort.

Drei Generationen auf dem Bickbeernhof: Betriebsgründer Horst Herse, Inhaberin Sylke Herse mit Sohn Jost. © Hüneke-Thielemann

Auf nur 1,25 Hektar Fläche hatte Senior Horst Herse vor mehr als 40 Jahren mit dem Anbau von amerikanischen Kulturheidelbeeren auf Ödlandflächen am Moor begonnen. Daraus entstand eine große Heidelbeerplantage - die erste im Landkreis Nienburg, die das Selbstpflücken im großen Stil einführte. Als Sylke Herse, dritte von vier Töchtern und Meisterin der Ländlichen Hauswirtschaft, den Betrieb der Eltern übernahm, machte die Direktvermarktung bereits einen großen Anteil aus. "Meine Frau und ich sind damals viel auf Messen unterwegs gewesen, um den Bickbeernhof bekannt zu machen, denn ohne Werbung läuft nichts", sagt Horst Herse. "Und genauso wichtig ist ein vernünftiges Rahmenprogramm", fügt der 82-Jährige hinzu, bevor er den gerade eingetroffenen Bus aus dem westfälischen Lünen in Empfang nimmt.

Senior mit dabei

Mit der Begrüßung von Gästen und Betriebsführungen unterstützt der Senior seine Tochter immer noch gern. Aus einem Einzugsbereich von rund 90 Kilometern gehören kleine Gruppen, Familien und Paare ebenso zu den Kunden wie Bustouristen aus dem Harz oder Ostwestfalen. Seit 2011 Bioland-Mitglied Auf dem "Bickbeernhof" wachsen die blauen Früchtchen mittlerweile auf 25 Hektar, überwiegend die Sorten "Blue Crop", "Duke" und "Elisabeth". Die Flächen liegen verteilt auf sechs Standorten rund um Brokeloh, auf einigen wachsen noch alte, besonders schmackhafte  Sorten aus den ersten Anbaujahren.
 
Schon 1993 wurden die Heidelbeeren auf kontrolliert biologischen Anbau umgestellt, fünf Jahre später folgten der Himbeer- und Holunderanbau, die einen kleineren Vermarktungsanteil  ausmachen. Das  Hof-Motto "Natürlich genießen" verfolgt Sylke Herse konsequent. Seit 2011 ist der "Bickbeernhof" anerkanntes Bioland-Mitglied und beliefert unter anderem die Autostadt Wolfsburg sowie eine Vielzahl regionaler Betriebe.

Marmeladen, Säfte, Fruchtdessert

In Bio-Qualität sind die Brokeloher Heidelbeeren im Einzelhandel auch unter der Marke "Die dicken Blauen" zu finden. Horst Herse gehörte vor vielen Jahren zu den Gründern dieser  Vermarktungsgruppe. In der Weiterverarbeitung und bei den Produkten im Hofladen setzt Sylke Herse überwiegend auf Bio-Qualität. Marmeladen, Säfte und Fruchtdesserts werden nach familieneigenen Rezepten und von eigenen Bio-Früchten selbst hergestellt. Dass dennoch nicht alle Gläser als Bioware im Regal stehen, liegt an einer anderen Zutat: "Zucker aus biologischem Anbau ist schwer zu bekommen und sehr teuer", sagt Sylke Herse.
 

Mehr zum Thema lesen Sie in der LAND & Forst Ausgabe 28/2015 auf Seite 68. Möchten Sie die LAND & Forst für einen Monat gratis zum Probelesen bestellen? Dann klicken Sie hier…

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