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Gemüse

Grünkohl beugt Krebs vor

AgE
am
08.06.2016

Bremen - Grünkohl beugt offenbar besonders gut gegen Krebserkrankungen vor. Hier Ergebnisse einer Studie der Uni Oldenburg und der Jacobs University Bremen.

Grünkohl beugt sogar offenbar deutlich besser gegen Krebserkrankungen vor als andere Gemüsearten. Das geht aus einer gemeinsamen Studie der Universität Oldenburg und der Jacobs University Bremen hervor. Darin haben laut Hochschulangaben Wissenschaftler rund 40 Sorten des Gemüses aus Deutschland, Italien und den USA untersucht. Die Ergebnisse der Studie wurden jüngst im „Journal of Agriculture and Food Chemistry“ veröffentlicht.

Bisher Brokkoli als bestes Anti-Krebs-Gemüse

Der Fokus habe bei der Analyse auf Grünkohlarten gelegen, die besonders arm an Bitterstoffen und besonders reich an krebsvorbeugenden Substanzen seien. „Bislang galt Brokkoli als bestes Anti-Krebs-Gemüse. Umso mehr hat es uns überrascht, dass manche Grünkohlarten zehnmal mehr krebsvorbeugende Substanzen enthalten als Brokkoli“, berichtete Prof. Nikolai Kuhnert von der Jacobs University, der zusammen mit Prof. Dirk Albach von der Universität Oldenburg die beiden Arbeitsgruppen leitete.

 

Hoher Anteil an Gluxosinolaten hilft

Den Forschern zufolge verdanken diese Grünkohlarten ihre besondere Wirkung einem hohen Anteil an Glucosinolaten: Hierbei handelt es sich um pflanzeneigene Stoffe, die den Grünkohl vor gefräßigen Insekten schützen. Sie machten die Pflanze vor allem für Raupen zu einer gefährlichen bis tödlichen Mahlzeit.

Menschen könnten hingegen von diesen Substanzen profitieren: Beim Zerkleinern des Kohls würden die Glucosinolate in Senföle umgewandelt. „Einige dieser Senföle wirken nachweislich chemopräventiv. Sie können also dabei helfen, Krebserkrankungen vorzubeugen“, erklärte Kuhnert.

Hoher Anteil gesunder Senföle

Gerade norddeutsche Grünkohlarten wie Frostara, Neuefehn oder Rote Palme wiesen einen hohen Anteil an solchen besonders gesunden Senfölen auf. Für Verbraucher dürfte es jedoch derzeit noch schwer erkennbar sein, ob sie sich gerade besonders gesunden Grünkohl in den Einkaufskorb gelegt haben. Im Handel werde - anders als bei Kartoffeln - bei Grünkohl der Sortenname meist nicht genannt.

Dennoch könnten Verbraucher künftig von den Forschungsergebnissen profitieren, betonte die Jacobs University. Albach und sein Team seien aktuell damit beschäftigt, die schmackhaftesten und gesündesten Arten miteinander zu kreuzen, um die besten Eigenschaften verschiedener Grünkohlarten miteinander zu vereinen. So solle eine neue Grünkohlsorte entstehen, die das Potential habe, sich als Standard am Markt durchzusetzen.

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