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Gesundheit & Ernährung

Haltung bewahren

von , am
24.07.2013

Unkraut jäten, umgraben, Rasen mähen - damit der Spaß an Gartenarbeit nicht durch Nackenverspannungen, Muskelbeschwerden oder Rückenschmerzen getrübt wird, sollten Sie ein paar Dinge beachten.

Ganz so sportlich muss es ja nicht sein, aber ab und zu sollte die Haltung bei der Gartenarbeit verändert werden. © Fotolia.com
Rasenmähen gleicht je nach Größe der Grünfläche intensivem Fitnesstraining. Ist der Mäher jedoch nicht optimal auf die körperlichen Proportionen eingestellt, lässt er sich nur schwer manövrieren. Lassen die Griffe nur eine starre, monotone Handhaltung zu, sind die Folgen oft Verspannungen und Schmerzen im Nacken und Rücken sowie Gelenkbeschwerden.

Rasen mähen

Es gibt mittlerweile ergonomische Rasenmäher, die sich individuell einstellen und unkompliziert handhaben lassen. Darauf sollten Sie achten:

Nur eine aufrechte Körperhaltung sorgt für beschwerdefreies Mähen. Damit der Mäher sich auf verschiedene Körpergrößen einstellen lässt, müssen sich die Holme in der Länge verstellen lassen.

Die Handgriffe sollten zusätzlich ergonomisch geformt sein, um ein Abknicken der Handgelenke zu vermeiden. Zudem entlastet es die Muskulatur, wenn verschiedene Handhaltungen möglich sind.

Eine entscheidende Rolle für den Rücken spielt auch das Gewicht des Rasenmähers. Nicht selten muss das Gerät getragen werden. Empfohlen wird daher ein möglichst geringes Gewicht - zwischen elf und 15 kg - sowie spezielle Tragegriffe, die den Transport erleichtern. Einklappbare Holme machen außerdem das Verstauen des Rasenmähers komfortabler.

Ein entscheidendes Merkmal ergonomischer Rasenmäher ist zudem, dass sich alle Schalter und Hebel leicht bedienen lassen. Das gilt sowohl für die zentrale Schnitthöhenverstellung und den unproblematisch abnehmbaren Grasfangkorb als auch für die Höhenverstellung.
Eine optimale Gewichtsverteilung auf den Achsen gewährleistet zusätzlich, dass sich der Mäher leicht steuern lässt.

Hecken schneiden

Müssen lange und hohe Hecken geschnitten werden, kann das mit ungeeignetem Werkzeug zur Tortur werden.  Heckenscheren mit hohem Gewicht, die sich nur schwer bedienen lassen und schlecht in der Hand liegen, können die Rückenmuskulatur stark belasten und die Wirbelsäule schädigen.

Diese Kriterien muss eine Heckenschere erfüllen, mit der sich im Sinne der Gesundheit optimal arbeiten lässt:

Um die Muskulatur zu entlasten, muss die Heckenschere wechselnde Haltepositionen ermöglichen. Die Schalter müssen in jeder Griffposition gut zu bedienen sein.
Der Abstand der Handgriffe muss für eine natürliche Handhabung sorgen. Zudem sollten sie ergonomisch geformt und aus rutschfesten Materialien, wie beispielsweise Softgrip, gefertigt sein.

Beim Halten am vorderen Handgriff muss die Schwerpunktlage eine waagerechte Balance der Schere ermöglichen. Ein durchsichtiger Handschutz bietet bei aufrechter Kopf- und Körperhaltung ein optimales Blickfeld.

Bei einer Schnittstärke über 30 mm sollte die Schere maximal 4 kg wiegen und ein hohes Gewicht-Leistung-Verhältnis (über 180 Watt/kg)  haben.
Damit das Stromkabel beim Arbeiten nicht stört, wird eine Austrittstelle des Stromkabels an der hinteren Position des Handgriffes empfohlen.

Haken, jäten, graben

Auch beim Unkraut jäten, Umgraben oder Hacken sind gute Werkzeuge Trumpf: individuell anpassbare Greifhöhen, günstiges Kraft-Lasthebel-Verhältnis sowie ergonomische Griffkonstruktionen. Achten Sie auf Geräte, die mit dem AGR-Güte-
siegel "Geprüft & empfohlen" ausgezeichnet wurden.
Tipps:
Wärmen Sie sich mit leichter Gartenarbeit auf und wechseln Sie zwischendurch Aktivitäten und Körperhaltung.

Vermeiden Sie einseitige und einförmige Belastungen.

Beim Bücken und Vorbeugen in die Knie gehen und den Rücken möglichst gerade halten.
Wer unter Arthrose leidet, sollte möglichst nicht in der Hocke arbeiten, sondern lieber auf einem kleinen Schemel sitzend.

Schwere Lasten nicht tragen, sondern zum Beispiel mit einer Schubkarre befördern.
Beim Heben die Knie beugen und die Kraft der Beine nutzen. Schweres dicht am Körper heben. Statt einer 10-l-Gießkanne lieber zwei 5-l-Gießkannen verwenden.

Durchgeschwitzte Unterwäsche oder T-Shirts können in Kombination mit Zugluft zu Verspannungen oder einem Hexenschuss führen.

Treiben Sie Ausgleichssport wie Radfahren, Walken oder Schwimmen.

Weitere Infos zum rückengerechten Alltag und Alltagsgegenständen mit dem AGR-Gütesiegel sowie ein Verzeichnis geschulter und zertifizierter Fachgeschäfte sind als Paket mit dem „Ergonomie-Ratgeber“ und dem Patientenratgeber „AGR-MAGAZIN“ für 9,95 € bei der AGR (Tel. 04284-9269990 oder www.agr-ev.de) erhältlich.
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