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Hof- und Dorfleben

Jäger setzen sich für Otter ein

von , am
04.03.2014

Im Landkreis Rotenburg/Wümme wurden innerhalb von drei Jahren 14 Fischotter überfahren und gemeldet. Die Jägerschaft Rotenburg verfolgt nun ein Projekt, um die Tiere zu schützen.

Otter sollen eigene "Straßen" als sichere Übergange erhalten. © Diercks
Aufgrund der Initiative der drei Jägerschaften im Landkreis wurden seit 2012 drei Uferstreifen (Bermen) realisiert. Nun steht der Bau einer Trockenröhre in Werzen/Hanrade (Zeven-Heeslingen) an. Offen ist derzeit noch die Finanzierung. Laut der Jägerschaft Rotenburg reichen die zu Planungsbeginn geschätzten Kosten von etwa 30.000 Euro nicht. "Das ausführende Ingenieurbüro rechnet inzwischen mit 60.000 Euro", bestätigt Kuno Kumpins, Obmann für Öffentlichkeitsarbeit bei der Jägerschaft Rotenburg. Sie sucht nach Finanzierungsmöglichkeiten und Sponsoren. Solange keine weiteren Geldgeber gefunden werden, ruht das Bauvorhaben.

Geplant ist, in Hanrade ein Rohr mit einem Durchmesser von 80 Zentimetern unter der Straße hindruch zu drücken. Dort, auf der Landstraße 142, sind bereits drei Fischotter überfahren worden. Daher sahen die Jäger es als notwendig an, dort eins der nächsten Schutzprojekte umzusetzen. "Lutra lutra", so der lateinische Name des Landraubtieres, quert in Hanrade nachts die Straße, weil er von der Oste zu den nahe gelegenen Fischteichen gelangen will.
 
"Sowohl Eigentümer als auch derzeitige Nutzer der Teichanlagen tragen die Artenschutzmaßnahme erfreulicherweise mit", lässt die Jägerschaft Rotenburg wissen.
"Wir versuchen gerade mit Hilfe der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung das Projekt Trockenröhre zu finanzieren", sagt Kumpins. Der Antrag laufe gerade erst und sei noch nicht beschieden. "Parallel dazu haben wir einen weiteren Antrag auf Förderung von drei Brückenprojekten aus Mitteln der Jagdabgabe in Höhe von 40.000 Euro an das Landwirtschaftsministerium gerichtet. Diesmal sollen die anderen beiden Jägerschaften eingebunden werden, so dass aus der von der Aktion Fischotterschutz e.V. erstellten Studie "Das Blaue Metropolnetz" je eine Brücke auf dem Gebiet der einzelnen Jägerschaften ausgewählt wurde", sagt Kumpins. Die Entscheidung zur Verteilung der Jagdabgabemittel fällt Ende Februar. Kumpins: "Der Fortgang des Projektes Fischotterschutz - ich mache mit hängt 2014 also entscheidend von den in Kürze fallenden Entscheidungen ab."

Die Studie "Das Blaue Metropolnetz" ergab an folgenden Stellen "prioritären Handlungsbedarf": Die Beeke-Brücke/L 131, die Brücke Schwinge-Oste-Kanal/B 74 und die Bade-Brücke/L 122. Für alle drei Brücken wird der Einbau einer Berme geplant.
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