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Landesjagdbericht

Jagdbericht Niedersachsen: Rekord zu verzeichnen

Wildschweine
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Birgit Greuner, LAND & Forst
am
29.11.2018

Die niedersächsischen Jäger waren noch nie so erfolgreich bei der Bejagung von Wildschweinen. Lesen Sie hier wichtige Fakten aus dem Landesjagdbericht 2017/18.

Neuer Rekord für die niedersächsischen Jäger: Mit 68.992 Wildschweinen erzielten sie im Jagdjahr 2017/2018 einen neuen Höchststand. Noch nie waren sie so erfolgreich bei der Bejagung des Schwarzwildes. Die Rekordstrecke wurde nochmals um 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr erhöht.

Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast dankte den Jägern im Hinblick auf die Prävention vor der drohenden Afrikanischen Schweinepest.

Ausbreitung der ASP: Intensive Bejagung

Helmut Dammann-Tamke, Präsident der Landesjägerschaft Niedersachsen e.V. (LJN) betonte: "Bei der intensiven Bejagung werden wir auch weiterhin nicht nachlassen, denn die Notwendigkeit ist vor dem Hintergrund der ASP klar ersichtlich."

Allerdings seien nicht die Wildschweine die größte Gefahr für eine weitere Ausbreitung oder Einschleppung der ASP, sondern der Mensch bzw. menschliches Fehlverhalten.

Jagdstrecken bei Waschbär, Marderhund und Nutria

Auch bei Waschbär, Marderhund und Nutria konnten die Jagdstrecken weiter gesteigert werden. Die Steigerung fiel mit 32 Prozent bei den Waschbären am deutlichsten aus. Sie gehören ebenso wie die anderen Arten zu den Neozoen, also den nicht heimischen Tierarten.

Der ursprünglich aus Nordamerika stammende Kleinbär hat sich auch in Niedersachsen fest etabliert: Im Rahmen der Wildtiererfassung Niedersachsen (WTE) meldeten für das Jahr 2017 fast die Hälfte der teilnehmenden Reviere ein Waschbärvorkommen.

Auch beim Marderhund, der sein ursprüngliches Verbreitungsgebiet in Asien hat, ist die Jagdstrecke um 2,9 Prozent angestiegen. Die Rekordstrecke bei der Nutria aus dem Jagdjahr 2016/2017 konnte im Jagdjahr 2017/2018 nochmals um 11 Prozent auf 24.320 Nutrias gesteigert werden.

Schutz der Deiche: Konsequente Bejagung der Nutria

Bei Waschbär und Marderhund ist eine intensive Bejagung auch und gerade aus Gründen des Schutzes anderer Arten erforderlich. Bei der ebenfalls als invasive Art eingestuften Nutria liegt derder Fokus auf dem Schutz von Deichen und Uferböschungen.

Beide Arten werden von der EU als invasiv, also als Bedrohung für die heimische Artenvielfalt, eingestuft. Insbesondere der Schutz der Deiche durch eine konsequente Bejagung der Nutria dient dem Allgemeinwohl und der Sicherheit der Bevölkerung.

Niederwildarten: Situation bereitet Sorge

Sorge bereitet weiterhin die Situation einiger Niederwildarten, wie auch die vieler anderer  freilebender Arten der Feldflur. Lebensraumverbessernde Maßnahmen sind ein Schlüssel, um die angespannte Situation zu verbessern. Diesem Aspekt widmet sich eines der diesjährigen Schwerpunktthemen des Landesjagdberichtes zum Thema Energie aus Wildpflanzen.

Anbau von Wildpflanzen zur Energiegewinnung

In den gemeinsamen Projekten von Land Niedersachsen und Landesjägerschaft Niedersachsen in Kooperation mit dem 3N Kompetenzzentrum Niedersachsen Netzwerk Nachwachsende Rohstoffe und Bioökonomie e.V. wurden und werden die ökologischen und ökonomischen Vorteile des Anbaus von Wildpflanzen zur Energiegewinnung untersucht. Niedersachsen ist in diesem Bereich führend. "Innovative Antworten in Fragen des Verlusts der Artenvielfalt, des Grundwasserschutzes und der Bodenqualität sind für uns als Agrarland enorm wichtig", unterstrich die Landwirtschaftsministerin.

Wildpflanzenflächen seien ein Hotspot für die Artenvielfalt. Insekten, Bienen aber auch alle anderen Arten der Feldflur profitieren von ihnen. Jäger, Landwirte und Imker hatten gemeinsam ökologisch sinnvolle und ökonomisch tragfähige Konzepte entwickelt.

Mit Material von Niedersächsisches Landwirtschaftsministerium, Landesjägerschaft Niedersachsen

Landesjagdbericht 2017/18 zum Download

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