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Reportage

Kleiner Schafzüchter ganz groß

Schafzuechter-Dirk-Gissel
Christiane Hüneke-Thielemann
am
06.06.2018

Dirk Gissel aus Uepsen (Kreis Diepholz) hat ein besonderes Hobby: Coburger Fuchsschafe. Sogar bei Züchtermeisterschaften ist der 14-Jährige dabei.

Seine Coburger Fuchsschafe liebt Dirk Gissel aus Uepsen (Kreis Diepholz) ganz besonders. Über viele Schafrassen  weiß der 14-Jährige so viel, dass er an Züchtermeisterschaften teilnimmt.

Was zeichnet Haarschafe aus? Wann ist die Klauenpflege notwendig, welche Rassen gehören zu den Fleisch-, welche zu den Landschafen? Nicht unbedingt Fragen, die Achtklässler beantworten können. Dirk Gissel schon, denn er hat mehr als 120 solcher Fachfragen rund ums Schaf für die Deutsche Jungzüchtermeisterschaft gepaukt.

Schafzucht als Familienprojekt

Mit einem Team von knapp 30 Kindern und Jugendlichen aus den Landesschafzuchtverbänden Weser-Ems und Niedersachsen reisten die Jungzüchter Ende August 2017 ins bayerische Maisach. Dort waren die Nordlichter bei den 2. Deutschen Meisterschaften mit internationaler Beteiligung in allen Altersklassen recht erfolgreich.

Und Dirk bestätigte dort unter 25 Konkurrenten mit Platz 3 im Einzelwettbewerb und Platz 2 im Team sein erfolgreiches Abschneiden bei den ersten Deutschen Meisterschaften von 2015.

Ganz vorne mit dabei – wenn auch in der schwächer besetzten Kinderkonkurrenz – war mit einem 1. Platz im Team und 3. im Einzel auch sein kleiner Bruder Hakon (8). Denn die Schafzucht ist bei Gissels ein Familien-Projekt – vor allem der Männer.

Schafhaltung auf altem Familienhof

Wobei den Anstoß dazu einst die Schwester gab: „Irgendwann fand meine große Schwester, ich sollte mir mal Zwergziegen halten“, erzählt Dirk, „und dann hab ich mich tatsächlich für Tiere entschieden, aber für Schafe“. Eine wichtige Rolle dabei spielte wohl auch, dass Vater Frederik Gissel ebenfalls ein Faible für die blökenden Nutztiere hat.

Platz für die Schafhaltung ist auf dem alten Familienhof, der aktuell weitestgehend verpachtet ist, genug. Nach Jahren einfacher Schafhaltung waren es zunächst einige Rhönschafe, die als Herdbuchtiere auf dem Hof Einzug hielten.

Doch durch die Züchterin Meike Avramut-Lampe, Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der deutschen Fuchsschafzüchter, entdeckte Familie Gissel schließlich die widerstandsfähige Landschafrasse der Coburger für sich und stellte die Haltung um.

Wolle der Coburger Fuchsschafe besonders weich

Mittlerweile ist mit sieben Muttertieren und deren Nachzucht, einem preisgekrönten Bock und drei Jungböcken eine ansehnliche kleine Herde entstanden. Wobei der männliche Teil derzeit aus züchterischen Gründen fernab der weiblichen Tiere grast.

Zum Saisonauftakt fand in Kooperation mit „Café Volldampf“ in Bruchhausen-Vilsen eine Vorführung im Schafscheren statt, Infos zur Rasse gab’s obendrein. Vor Publikum verpasste Vater Frederik den dickwolligen Vierbeinern einen Sommerschnitt, Sohn Dirk assistierte.

Die Wolle der ausgewachsenen „Coburger“ ist wegen der besonders weichen Qualität und der leicht golden schimmernden Farbe hoch geschätzt – die Rasse ist auch als „das Schaf mit dem goldenen Vlies“ bekannt.

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