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Kommentar: Landwirtschaft als unbekannte Welt

Schweinehalter markiert Tiere.
am Donnerstag, 10.10.2019 - 11:55

Die Menschen haben sich von der Landwirtschaft entfremdet. Kein Wunder, wenn sie Landwirte für ihre Tierhaltung angreifen.

Liebe Leserinnen und Leser, kürzlich fand in Hannovers Innenstadt eine Demonstration gegen Massentierhaltung statt. Schon wieder. Menschen hielten riesige Bilder von zusammengepferchten und verdreckten Tieren hoch – dunkel und blutig.

Das ist also das Bild der Nutztierhaltung in der Öffentlichkeit. Landwirte beuten Tiere aus und kippen Gifte in die Umwelt. Lebensmittel braucht trotzdem jeder, aber bitte möglichst günstig. Doch dass Landwirte von der Produktion der Lebensmittel auch leben können müssen, scheint keiner zu bemerken - eine verzerrte Wahrnehmung.

Verständlich, wenn Landwirte sich immer mehr zurückziehen. Doch damit ist niemandem geholfen, denn die Menschen wissen es nicht besser.

Medien prägen Einstellungen der Menschen

on_Madeline Düwert

Oft sind es Medien, die mit Nachrichten aus der Landwirtschaft die Einstellungen der Menschen prägen. Wenn erschreckende Bilder auf dem Bildschirm vorbeiflimmern, brennt sich das ein.

Doch dass es sich hierbei nicht um die Norm handelt, sondern um die schwarzen Schafe unter den Landwirten, können Außenstehende nur schwer erkennen. Denn ohne eigene Erfahrungen mit der Landwirtschaft können sie sich nur an dem orientieren, was ihnen gezeigt wird.

Haustiere bekommen Geschenke zu Weihnachten

Die Menschen sind verunsichert. Das zeigt sich auch im Umgang mit Lebensmitteln, wie dem steigenden Trend für andere Ernährungsformen ohne tierische Produkte. Wahrscheinlich ist die Angst ist zu groß, Fleisch von Tieren zu essen, die es schlecht hatten.

Haustiere bekommen Geschenke zu Weihnachten und einen Regenmantel mit Plüsch-Einsatz: Tiere haben einen anderen Stellenwert erreicht. Von der Vermenschlichung der Haustiere hin zur Haltung von Nutztieren ist der Schock dann groß.

Romantische Bullerbü-Idylle hinter uns

Wenn sich immer weniger Menschen mit Landwirtschaft beschäftigen, ist es umso wichtiger, ihnen diese Welt zu zeigen – und das können Sie, liebe Landwirte, am besten. Seien Sie offen und erklären Sie Ihre Arbeit, auch wenn das bei aller Kritik schwerfällt.

Die Wahrheit ist doch: Bei der Landwirtschaft handelt es sich nicht um automatisierte Massenproduktion in Agrarfabriken, aber die romantische Bullerbü-Idylle haben wir auch hinter uns gelassen.

Den Wert tierischer Produkte mit anderen Augen sehen

Landwirte sind in der Lage gute Lebensmittel herzustellen, von Tieren, die artgerecht gehalten werden. Wenn die Verbraucher das verstehen, sehen sie den Wert von tierischen Produkten mit anderen Augen. Denn Wissen schafft Verständnis. Und dazu können Sie beitragen.