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Gesundheit & Ernährung

Kreative Fähigkeiten erwecken

von , am
25.04.2014

Das eigene Ich, die Fähigkeit, den Alltag zu meistern - vieles verlieren an Demenz erkrankte Menschen. Für Pflegende und Angehörige ist es oft schwierig, einen Zugang zu ihnen finden. Mittlerweile gibt es Anregungen für gemeinsames Spielen.

Ab und zu spielen Thilo und seine Oma "Mensch-ärgere-Dich-nicht". © Fotolia/mma23
Hanna Malchus ist an alterbedingter Demenz erkrankt. Liebevoll wird die 83-Jährige von der Familie ihrer Tochter Hildegard Roelfs im Rheiderland betreut. Doch seit dem vergangenen Sommer wird es zunehmend schwieriger, mit ihr zu kommunizieren. "Oma wird manchmal traurig oder richtig böse, weil sie sich nicht erinnert oder bestimmte Dinge nicht mehr kann", erzählt ihr Enkel Thilo.

An "guten" Tagen ist es möglich, mit ihr zu spielen, zu singen oder ihr vorzulesen. Doch die Familie stellt immer wieder fest: Bei körperlicher Unruhe und depressiven Verstimmungen sind selbst einfache Gesellschaftsspiele nicht das Richtige. Dann stehen je nach Witterung Spaziergänge oder häusliche Aktivitäten auf dem Program. Denn auch Menschen mit Demenz wollen das Gefühl haben, etwas Sinnvolles zu tun und sich nützlich zu machen.

Gut sind einfache Tätigkeiten im Haushalt oder Garten wie Servietten falten, Handtücher zusammenlegen, Gemüse oder Obst putzen und klein schneiden, Blumen einpflanzen oder gießen, Handarbeiten. Dabei kommt es aufs Tun an, nicht so sehr auf das Ergebnis. Mit Lob und Anerkennung sollte nicht gespart werden.

Hildegard Roelfs berichtet, dass sie für ihre Mutter regelmäßig alte Strickpullover günstig in Secondhand-Läden besorgt und sie bittet, diese ‚aufzuribbeln’. "Das findet meine Mutter sehr befriedigend, weil sie früher die Wolle alter Pullover auch immer wieder verwendet hat."

Gute Erfahrungen hat die Familie mit speziell für Demenzkranke entwickelten Spielen und Vorlesebüchern gemacht, von denen wir einige vorstellen.
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