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Kutsche fahren

Kutschen-Fahrkurs: Mit Feingefühl zum tollen Gespann

Friederike Husmann
am
02.08.2016

Eine Woche Einsteiger-Kurs "Kutsche fahren" beim Fahrstall Eichengrund im emsländischen Andervenne: Autorin Friederike Husmann berichtet von ihrem Selbstversuch.

Ich bin dabei, bei einem einwöchigen Einsteiger-Kurs zum Kutsche fahren im Fahrstall Eichengrund. Geduldig wartet Wallach Digo schon auf seinen Einsatz. Während der braune Alt-Oldenburger-Friesen-Mix am Halfter angebunden im Schatten steht, machen wir Fahranfänger Trockenübungen am Fahrlehrgerät.

Eine Woche dauert der Kurs mit anschließender Prüfung, zu dem sich dieses Mal fünf Teilnehmer angemeldet haben. Geübt werden auch der Umgang mit dem Pferd und die theoretischen Grundlagen.

Leinen statt Zügel

Mit Pferden habe ich keine Probleme, schließlich reite ich, seit ich denken kann – Opa sei Dank. Anders sieht es aus, wenn es um die langen Zügel geht. Ach, pardon: Beim Kutsche fahren heißt es Leinen, wie ich bereits mehrfach korrigiert wurde.

Am Fahrlehrgerät, einer Pferdeattrappe aus Holz, lernen wir die Leinenführung. Beim kleinsten Zucken bewegt sich der angeschraubte Hals. „Siehste“, kommt dann von Fahrlehrer Martin Peters „das war wieder zu doll!“ Nach mehreren Wiederholungen sitzen die Griffe einigermaßen. Grundhaltung, Gebrauchshaltung, Dressurhaltung und dann noch lenken und die Peitsche halten. Ich hätte nicht gedacht, dass Fahren so viel komplizierter ist als Reiten.

Teamarbeit ist wichtig

Die dunkelgrün lackierte Kutsche mit den knallgelben Rädern steht schon für uns bereit. Vorne montiert ist eine Einspänner-Deichsel. Erleichtert atme ich auf. Wenigstens geht es erst mal nur um ein Pferd. Martin Peters führt den Stall gemeinsam mit seiner Frau Jutta Stehmeier. Beide haben einen Trainerschein.

Peters darf als Trainer A sogar das Vierspänner-Fahren unterrichten. So weit bin ich aber noch lange nicht. Für das Fahrabzeichen FA 5 üben die Teilnehmer, sicher im Straßenverkehr zu fahren und korrekt auf das Pferd einzuwirken.

Gut gepolstertes Kutschgeschirr für das Schulpferd

„Teilt Euch bitte auf. Zwei an die Kutsche, die anderen an das Pferd“, ruft Jutta Stehmeier uns zu. Lehrgangsteilnehmerin Susanne sprüht Schulpferd Digo mit Fliegenspray ein, um ihn auf dem Ausflug vor penetranten Bremsen zu schützen. Der stechende Geruch treibt uns Tränen in die Augen. Das gut gepolsterte Kutschgeschirr aus dickem Leder hat Susanne unserem Schulpferd vorher schon umgelegt.

Mit der Aufforderung „Zäume Du ihn doch schon mal auf“, drückt Jutta Stehmeier mir den Fahrzaum in die Hand. Endlich etwas, bei dem ich nicht überlegen muss. Funktioniert genauso wie eine Trense. Alles was jetzt kommt, wurde am Vormittag auch schon theoretisch durchgespielt.

Zwei Leute zum Anspannen des Pferdes

Um ein Pferd anzuspannen, werden mindestens zwei Leute gebraucht. Einer parkt das Pferd vor der Kutsche und hält es fest und der andere spannt es an. Die Deichsel wird heruntergekippt und das Geschirr verschnallt und eingehakt. Konzentriert und gewissenhaft erledigen wir alle nötigen Handgriffe in vorgeschriebener Reihenfolge.

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