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Wolfsproblematik

Landfrauen: Dem Wolf Grenzen setzen

Ein Wolf schaut sich um.
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Birgit Greuner, LAND & Forst
am
28.02.2017

Wölfe sind von Siedlungsgebieten fernzuhalten: Das hat der Niedersächsische Landfrauenverband Hannover jetzt im Gespräch mit Umweltminister Wenzel gefordert.

Der Niedersächsische Landfrauenverband Hannover hat im Gespräch mit Umweltminister Wenzel gefordert, den Wolf von Siedlungsgebieten fernzuhalten: „Der Wolf ist ein beeindruckendes Tier“, schickte Barbara Otte-Kinast, Vorsitzende des Niedersächsischen Landfrauenverbandes, ihrem Appell an Umweltminister Stefan Wenzel voraus. „Aber die realen Sorgen aus den Reihen unserer 70.000 Mitglieder liegen mir am Herzen.“

Landfrauen schlagen wegen Wolf Alarm

Alarmierende Alltagserfahrungen trugen die Vertreterinnen der Landfrauen aus dem Bezirk Lüneburg vor: Waldkindergärten werden geschlossen oder statten die Kinder mit Trillerpfeifen aus, um vor dem Spiel Alarm zu geben. Eltern haben Angst, ihre Kinder im Freien spielen oder allein zur Bushaltestelle an der Landstraße gehen zu lassen. Wolfsrisse an Weidetieren gehören seit einiger Zeit zum Alltag.

„Wer mit dem Wolf leben will, muss ihm Grenzen setzen!“, forderte Otte-Kinast. „Wir wollen nicht, dass Menschen Angst haben, auf dem Land zu leben“, versicherte der niedersächsische Umweltminister Stefan Wenzel. Die Sorgen nehme er ernst. Der Wolf solle verstehen, dass Siedlungsgebiete für ihn tabu seien.

Wolfmanagement: Drei Wölfe besendern

Der Minister kündigte an, ab dem Sommer dieses Jahres, drei Wölfe zu „besendern“, das heißt, mit Sendern auszustatten, um das Verhalten der Rudel zu erforschen. Dass das Besendern für den Wolf eine negative Erfahrung sei, ihn also „vergräme“, sahen auch die Landfrauen so, drei Wölfe seien jedoch viel zu wenig.

Der Minister kündigte außerdem an, stärker dafür zu sorgen, dass „Anfütterplätze“ in Siedlungen wegfallen, das heißt zum Beispiel, dass Schlachtabfälle nicht zugänglich für
Wildtiere gelagert werden. Wölfe müssten nicht geschossen werden, um sie abzuschrecken, dafür reichten laute Geräusche, wie zum Beispiel ein Silvesterknaller.

Jeden Wolf melden

Zudem sei Nothilfe immer erlaubt. Wer einem Wolf begegne, dürfe sich mit Wanderstock, Pfefferspray oder Steinen zur Wehr setzen beziehungsweise den Wolf erschrecken. Der Minister rief dazu auf, zur besseren Datenerhebung und -erforschung der Wölfe, jede siedlungsnahe Wolfssichtung zu melden: Den Wolfsberatern, der zuständigen Jagdbehörde, der unteren Naturschutzbehörde oder den Landesjägerschaften sollten Uhrzeit und Ort genannt werden.

Es sei für die Aufzeichnung nicht zwingend ein Fotonachweis erforderlich. Das Datenmaterial helfe, das Verhalten der Wölfe genauer zu erfassen und auffällige Tiere aufzuspüren.

Mit Material von Niedersächsischer Landfrauenverband Hannover
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