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Reportage

Landfrauenporträt: Zwischen Milchtaxi und Verbandspolitik

Landfrau-Ina-Janhsen-Weser-Ems
am Donnerstag, 06.09.2018 - 14:55

Milchvieh und Verbandsarbeit: Der Alltag von Landfrau Ina Janhsen aus Esens (Kreis Wittmund) ist eng getaktet. Wir haben die Vorsitzende von Weser-Ems besucht.

Mit dem Milchtaxi an der Hand begrüßt mich Ina Janhsen auf dem Milchviehbetrieb der Familie, dem unweit von Bensersiel direkt am Deich gelegenen Polderhof. Die Vorsitzende des Landfrauenverbandes Weser-Ems ist gerade auf dem Weg zu den Kälbern. Die warten lautstark auf das Frühstück warten. „Nachher fahre ich zu einer Sitzung nach Oldenburg“, erzählt die 54-Jährige. Erstmal muss sie aber noch einige Dinge auf dem Hof erledigen. Sie füllt die Tränkeeimer der Tiere.

„Mein Job auf dem Hof sind unter anderem unsere Kälber“, erzählt sie. Außerdem ist sie für die Buchhaltung des Betriebs zuständig. „Und im Sommer dreht sich bei mir vieles um unsere Feriengäste.“ Die ländliche Hauswirtschafterin hält dann, zusammen mit drei Hilfskräften, die zehn Ferienwohnungen der Familie in Schuss.

Regelmäßig fürs Ehrenamt unterwegs

Schon viele Jahre engagiert  sich die 54-Jährige bei den Landfrauen, seit Mai als Verbandsvorsitzende. „Meine Familie ist es gewohnt, dass ich regelmäßig für mein Ehrenamt unterwegs bin“, sagt Janhsen und lacht. Ihr Mann Tjarko stärkt ihr den Rücken.

Die vier Kinder sind inzwischen erwachsen. Sohn Tjark Ommen arbeitet als Landwirtschaftsmeister voll mit auf dem elterlichen Betrieb. „Er wird den Hof übernehmen und wenn ich künftig noch häufiger unterwegs bin, nimmt er mir bei Bedarf auch die Buchhaltung ab.“

So steht die Familie hinter ihrem Ehrenamt und das war Ina Janhsen schon immer besonders wichtig. „Da freut es mich natürlich, dass meine Tochter Johanna sich ebenfalls bei den Landfrauen engagiert. Ich konnte sie wohl mit meiner Begeisterung anstecken.“

Begeisterung fürs Ehrenamt ist gewachsen

Sie streichelt einem Kälbchen liebevoll über den Kopf und schiebt das Milchtaxi wieder in die Milchkammer zurück. Dort erzählt sie, wie sie zu den Landfrauen kam. „Mein Start im Verein gestaltete sich erstmal sehr formal.“

Zehn Jahre lang war sie ausschließlich zahlendes Mitglied im Esenser Ortsverein. Eine Vereinskollegin schlug sie 2005 als Kandidatin für den Posten der stellvertretenden Schriftführerin vor. Von nun an hatte sie häufiger Kontakt mit aktiven Landfrauen.

Ihre Begeisterung für das Ehrenamt wuchs. „Mir wurde immer klarer, wie wichtig eine Interessenvertretung für uns Frauen ist und wie viel wir auf diesem Wege bewegen können.“ 2009 übernahm sie den Vorsitz in Esens, seit 13 Jahren ist sie dort im Vorstand aktiv. Vier Jahre war sie bei den Kreislandfrauen Wittmund als Pressereferentin dabei, weitere acht Jahre als erste stellvertretende Vorsitzende.

Sehr viel hat Janhsen dort von der damaligen Vorsitzenden Hermanda Harms gelernt. „So war ich gut vorbereitet auf mein Amt an der Spitze der Weser-Emser Landfrauen“, erzählt die Landwirtin, während wir zum Wohnhaus hinübergehen.

Was Ina Janhsen bei der Landfrauenarbeit besonders wichtig ist, lesen Sie in der LAND & Forst 36/18.