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Wohnen im Alter

Landleben: Nachbarschaftsinitiativen bieten Hilfe für ältere Menschen

Altenteiler sitzt mit Kindergeneration am Tisch
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Birgit Greuner, LAND & Forst
am
01.08.2017

Niedersachsen fördert Projekte, die es älteren Menschen gerade im ländlichen Raum ermöglichen, lange eigenständig zu leben. So auch durch Nachbarschaftsinitiativen.

In den vergangenen Jahren ist in Niedersachsen die Zahl der pflegebedürftigen und älteren Menschen sehr stark angestiegen. Allein die Zahl pflegebedürftiger Menschen ist von rund 220.000 im Jahr 2003 auf rund 318.000 im Jahr 2015 angewachsen.

Gleichzeitig wünschen sich die Menschen, so lange wie möglich in ihrem häuslichen Wohnumfeld zu leben. Deshalb fördert das Land seit April 2015 Projekte, die modellhaft zeigen, wie ein selbständiges Leben im Alter möglich ist.

Nachbarschaftsinitiativen unterstützen im Alltag

Wem tägliche Notwendigkeiten wie der Einkauf, ein Arztbesuch oder die Gartenarbeit schwerfallen, für den sind Nachbarschaftsinitiativen richtig. Solche Initiativen sind in der Regel als Vereine organisiert.

Nachbarschaftsinitiativen unterstützen im Alltag:

  • Sie können hilfsbedürftigen Menschen durch Unterstützung im alltäglichen Leben einen wesentlich längeren Verbleib in der eigenen Wohnung ermöglichen.
  • Durch Nachbarschaftsinitiativen können auch neue soziale Kontakte entstehen, die für alleinstehende ältere Menschen sehr wichtig und auch gesundheitsfördernd sind.
  • Manche Nachbarschaftsinitiativen bieten Hilfeleistungen nur für Vereinsmitglieder an, andere sind offen für Alle. In der Regel wird ein Stundensatz von 8-12 Euro abgerechnet. Einen Teil davon erhält der Helfer, mit dem anderen Teil werden Personal und Büroräume finanziert. Soziale Angebote wie spazieren gehen oder vorlesen werden oft kostenfrei angeboten.
  • Ein Teil der Nachbarschaftshilfen bietet in Treffpunkten auch Freizeitangebote und kulturelle Veranstaltungen an.
  • Pflegeleistungen bieten Nachbarschaftsinitiativen jedoch nicht an.

Organisierte oder verbindliche Nachbarschaftsmodelle werden oft von Bürgern gegründet, aber auch von Kommunen oder von Wohnungsunternehmen. Letztere wollen in erster Linie ihre Mieter im Quartier unterstützen, die Projekte sind aber meist auch für andere Klienten offen.

Im Unterschied zur auch wichtigen, vielerorts noch üblichen Unterstützung durch die eigenen Nachbarn (die auch mal krank oder im Urlaub sind) sind die Hilfen durch Organisationen verbindlich. Verbindliche Leistungen können der Schlüssel dazu sein, bei Hilfebedarf erst später in eine Pflegeeinrichtung wechseln zu müssen.

Mehr zum Thema "Wohnen im Alter" und "Gemeinschaftlich Wohnen" lesen Sie in der LAND & Forst 30/17 ab Seite 64. Möchten Sie die LAND & Forst zum Probelesen bestellen? Dann klicken Sie hier…

Weitere Infos auch unter http://wohnenundpflege.fgw-ev.de/...

Mit Material von Andrea Beerli Niedersachsenbüro „Neues Wohnen im Alter“
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