Login
Hof- und Dorfleben

Werden Sie mal reif für den Käse

von , am
02.07.2013

Wer kennt ihn nicht, den würzigen Duft von Käse? Käse im wahrsten Sinne des Wortes erleben und "erschmecken" können Besucher im Internationalen Käsemuseum in Hannover.

Viele Exponate im Museum zeigen, welchen großen Stellenwert Käse in allen Zeiten als Nahrungsmittel hatte. © Linck
Allen, die an dem Lebensmittel interessiert sind oder auch beruflich damit zu tun haben, bietet das Museum eine Fülle von fachlichen Informationen. Angegliedert ist hier auch das berufsspezifische Schulungszentrum - in Deutschland die Nummer 1 der Branche. In Tages- und Wochenseminaren werden hier Fachverkäuferinnen, Lebensmitteleinzelhandelskaufleute, aber auch Re-staurantfachleute geschult und ausgebildet. Sie können hier das Prädikat "Diplom Käsesommelier" erwerben.

In der fünften Generation betreibt die Familie Zuck, die ursprünglich aus Magdeburg kommt, das Museum. Seit 40 Jahren gibt es bereits die Käsepräsentation hier am Ort. Finanziert wird das Museum vom Käsegroßhandel, einem Unternehmen mit den Geschäftsführern Volker Zuck und Dirk Ruwisch.

Speziell auch für die landwirtschaftlichen Betriebe, die Käse herstellen und vermarkten, ist das "cheesecenter", wie es in den Hausprospekten betitelt wird, eine Topadresse. Hier erfahren sie viel über die Herstellung und wie man das Produkt fachgerecht aufschneidet und serviert.
Außerdem wird darüber informiert, dass es in Deutschland gerade einmal vier namentlich geschützte Käsesorten gibt, hingegen in Frankreich und Italien jeweils 43. Insgesamt geht der Trend ganz klar hin zu mehr Käseproduktion, weil sich die Essgewohnheiten geändert haben. Immer mehr Menschen setzen auf leichte Kost. Das gut bekömmliche Produkt hat längst Wurst- und Fleischprodukten den Rang abgelaufen.

Neben Führungen, Vorträge und Prospekten bietet das Museum auch eine informative Verkostung bei einem Schlemmerbuffet an. Hier erfährt der Besucher, welche Käsesorten in welcher (europäischen) Region ihren Ursprung haben. Elf verschiedene Tierarten liefern die Milch für einen qualitätsvollen Käse. Unter den zahlreichen Sorten befinden sich auch laktosefreie Produkte, wie der "Heumilchkäse".

In der Geschichte der Menschheit hatten Käse und Milch stets eine herausragende Bedeutung. Schon in der Steinzeit wurde der erste Sauermilchkäse hergestellt. Mit der Domestizierung von Kuh und Ziege war der Weg für das wertvolle Produkt geebnet. In vielen Kulturkreisen ist der Käse auch heute noch - oder wieder - eines der Hauptnahrungsmittel.

Im Mittelalter stellten Mönche und Bauern Käse her. Bis in die heutige Zeit ist ihr Wissen erhalten geblieben. Die weltweit meistverkaufte Sorte ist Cheddar, aus der gleichnamigen Stadt in der England. Sein Ursprung ist bis in das elfte Jahrhundert nachweisbar.

Das internationale Käsemuseum, übrigens das einzige dieser Art in Europa, arbeitet eng mit dem Wirtschaftsförderungsinstitut in Österreich zusammen. Außerdem wird der Kontakt zu Käseproduzenten in anderen europäischen Ländern intensiv gepflegt. Im Käsecenter in Hannover ist Käsesommelierin und Leiterin Katrin Heuer und mit ihrer Mitarbeiterin Sandra Boettger Ansprechpartner.

Jeden Donnerstag und Freitag gibt es das Schlemmerbuffet. Serviert werden dann 30 Käsesorten, dazu Rotwein und Brot. Zusätzlich gibt es einen Vortrag über die Spezialitäten. Eine vorherige Anmeldung ist Montag bis Mittwoch von 9 bis 13 und Donnerstag ab 15 Uhr unter der Rufnummer 0511-5866626, oder per E-Mail unter info@cheesecenter.de möglich.

Freitags ab 19 Uhr gibt es ein zweistündiges Referat. In zwei Gängen werden zwölf Käsesorten und fünf verschiedene Weine kredenzt. Ein Informationsbesuch ist kostenlos und im Käsedorf kann die Geschichte von der Herstellung über den Vertrieb bis zum Verzehr erlebt, aber auch "erschmeckt" werden. Im Internet kann man sich auch vor einem Besuch unter www.cheesecenter.de informieren.

Wer in das Museum in der Hägenstr. 13 nach Hannover  kommt und sich informieren lässt und die vielen Exponate anschaut, der ist danach ganz sicher "reif für den Käse".
Auch interessant