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Hof- und Dorfleben

Natürlichkeit und Natur sind Trumpf

von , am
19.11.2013

Die norddeutsche Weihnachtsbaumsaison 2013 wurde vergangene Woche auf Gut Kuhla eröffnet. Dabei ging es um die Natur des Baumes und die Trends beim Baumschmuck.

Die Meister-Floristinnen Brigitte Feldkamp (li.) und Heike Damke-Holtz nahmen Moderator Ludger Abeln in ihre Mitte und erläuterten die Weihnachtsbaumschmucktrends 2013. © Blödtner-Piske
Feierlich entzündete die amtierende deutsche Weihnachtsbaumkönigin, Ina Pünig aus dem münsterländischen Everswinkel, im festlichen Gewand einen traditionell geschmückten Baum. Mit dieser Geste eröffnete sie die norddeutsche Weihnachtsbaumsaison 2013. "Das war eine tolle Stimmung", lobte sie die Veranstaltung auf Gut Kuhla im Christkinddorf Himmelpforten im Landkreis Stade. "Es war eine schöne runde Sache." Damit spielte sie an auf das gelungene Programm mit vielfältigen Informationen, durch das NDR-Moderator Ludger Abeln in der weihnachtlich geschmückten Scheune führte.

Baumschmuck als Trend

Dabei fielen natürlich die drei wunderschön verzierten Weihnachtsbäume ins Auge. Die Meisterfloristinnen des Fachverbandes Deutscher Floristen, Brigitte Feldkamp und Heike Damke-Holtz, hatten diese den Dekotrends 2013 entsprechend geschmückt. Mit rot-weiß karierten Bändern und farblich passend dazu abgestimmten Nikolausstiefeln und -mützen aus Filz sowie rot-weiß gestreiften Lutschern schmückten die Floristinnen den Familienbaum unter dem Motto "kindlich-klassisch". Dies soll vor allem Behaglichkeit und Geborgenheit vermitteln.

Ganz anders präsentierte sich der Baum zum Motto "Wald und Wild - Fantasy Forest". Hier ist die Natur selbst die Inspiration zur Dekoration - sei es mit getrockneten Orangen- und Apfelscheiben, großen und kleinen Tannenzapfen, Haselnüssen, Samenschoten und roten Beeren. Ergänzend dazu könnte man auch noch Tierfiguren mit in den Baum hängen.
Alle, die es etwas üppiger mögen, können sich am Trend "extravagant und glamourös" orientieren. Mit unterschiedlichsten Materialien soll Lebensfreude, Individualismus und Glamour präsentiert werden. Dabei spielen Vogelfiguren mit Federn genauso eine Rolle, wie edle weiße Emaille-Sterne oder goldene Kugeln im Glitzer-Look.

Symbolisch wurden die Kerzen des Baumes angezündet, der durch die Naturdeko bestach. Denn die Weihnachtsbaumproduzenten legen auf den natürlich produzierten Weihnachtsbaum ihr besonderes Augenmerk. Daher berichtete Peter Uehre, der Versuchsleiter des Bildungszentrums der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen vom Gartenbauzentrum Münster-Wolbeck, über den weitgehend unbekannten "Lebensraum" des Weihnachtsbaumes. "Die Produktion von Weihnachtsbäumen dauert etwa zehn Jahre. Im Laufe dieser Jahre entstehen vielfältige Lebensgemeinschaften mit hoher Biodiversität", erklärte er. Die biologisch-genetische Vielfalt sei durchaus beachtenswert. Bodenbrüter, wie die seltene Feld- und Heidelerche, aber auch Insekten und Reptilien würden gefördert und seien vermehrt anzutreffen. "Der heimische Anbau von Weihnachtsbäumen bietet eine Kulturfläche mit hohem ökologischen Nutzen", sagte Peter Uehre.

Nachhaltigkeit als Ziel

Dem konnte Bernd Oelkers, Vorsitzender des Verbandes der Weihnachtsbaum- und Schnittgrünerzeuger in Niedersachsen, Hamburg und Bremen und des deutschen Weihnachtsbaumerzeugerverbandes (BWS) nur zustimmen. So berichtete er über das Engagement der Branche beim Thema Nachhaltigkeit. "In unserem Verbandsgebiet sind über 2.000 Hektar zertifiziert, damit nehmen wir im bundesweiten Vergleich die Spitzenstellung ein."

Die preislichen Aussichten sind für Verbraucher, die zu Weihnachten einen "echten" Baum bevorzugen, stabil. "Bäume in guter Qualität sind überall knapp. Die Preise sind stabil und werden sich kaum verändern", sagte Oelkers. Für Nordmanntannen sollten Verbraucher wie im Vorjahr mit Preisen von 16 bis 22,50 Euro pro laufendem Meter rechnen. Die Preise für Blaufichten dürften nach Bernd Oelkers Einschätzung allerdings etwas anziehen. "Blaufichten sind in den vergangenen Jahren im Anbau immer weiter eingeschränkt worden, sie haben aber einen festen Kreis von Liebhabern. Konkret bedeutet das für Blaufichten Preise von 10 bis 14 Euro pro laufendem Meter."

Witterung als Risiko

Und warum ein Baum - ob Nordmanntanne oder Blaufichte - seinen Wert hat, zeigte Gastgeber Otto von Gruben mit einem spannenden Einblick in die Arbeit seines Erzeugerbetriebes. Neben Weizen, Roggen und Raps werden seit 1991 auch Spargel und Weihnachtsbäume in Kuhla angebaut. Derzeit werden 70 Hektar Waldfläche bewirtschaftet. Im Adventsladen können die Kunden schon im November Weihnachtsbaumschmuck, Adventkranzzubehör und Schmuckreisig kaufen. Doch auch ein Weihnachtsbaumerzeuger unterliege Risiken, vor allem der Witterungsverlauf berge hohe Risiken. Damit spielte er auf die Winterfröste des vergangenen schneelosen Winters an, die, nachdem es im Februar mild war, im März unbarmherzig zuschlugen und für Schäden an den Trieben vieler Bäume sorgten. "Es bedeutet viel Aufwand, Jahr für Jahr Bäume in bester Qualität zu erzeugen", sagte er abschließend.
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