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Imkerei

Niedersachsen: Hohe Temperaturen setzen auch Honigbienen zu

Imker mit Bienenwabe
Eva Eckinger
am
16.07.2018

Für Niedersachsens Imker lief es 2018 deutlich besser, als im letzten Jahr. Die hohen Temperaturen beeinflussten die Blütezeiten und somit auch die Bienen.

Wie das Landvolk Niedersachsen vermeldet, lief es für die Imker nach einem äußerst enttäuschenden Honigjahr in 2017 im aktuellen Jahr deutlich besser. 2017 habe man witterungsbedingt nur die Frühjahrstracht nutzen können.

In diesem Jahr seien die Honig-Erträge deutlich angestiegen. "Sie liegen sogar über dem langjährigen Durchschnitt", zieht Jürgen Frühling, Vorsitzender des Landesverbandes Hannoverscher Imker, Bilanz.

Imker und Bienen spüren hohe Temperaturen

Allerdings haben auch die Imker und ihre Bienen die Folgen der hohen Temperaturen zu spüren bekommen, erklärt er. Die Blütezeit der unterschiedlichen Trachtpflanzen für die Bienen verlief sehr schnell und intensiv. "Jetzt nutzen die Honigbienen Blühstreifen und Saumbiotope, damit die Winterbienen gut versorgt werden können", so Frühling.

Trockenheit in Niedersachsen: Keine Heidetracht

Nach Mitteilung des Landvolk-Pressedienstes haben die Imker in Niedersachsen die Hoffnung auf eine Heidetracht aber bereits aufgegeben. Infolge der Trockenheit falle die Heideblüte allenfalls bescheiden aus. Als Standort für Wanderimker bietet sie nicht genügend Pollen.

Äußerst gute Honigernte in Süddeutschland

Das vergangene Jahr bescherte den süddeutschen Imkern übrigens eine äußerst gute Honigernte, weil der Wald "gehonigt" hat. Wie sich aus den Daten des Statistischen Bundesamtes erkennen lässt, fiel die Honigernte 2017 mit mehr als 28.600 Tonnen bundesweit sogar deutlich besser aus, als in den Jahren zuvor.

Das Ernteplus im Süden habe die Einbußen im Norden damit wettmachen können.

Zulauf: Imkern wird wieder modern

In Niedersachsen zählen die beiden Landesverbände in Hannover und dem Weser-Emsgebiet knapp 12.000 Imker. Zusammen halten sie über 80.000 Bienenvölker. Laut Landvolk "lebt" nur etwa jeder 100. Imker von seinen Bienen und betreibt die Imkerei als Haupterwerb.

  • Einen erheblichen Zulauf registrieren die Imkerverbände durch Freizeit- und Kleinstimker mit lediglich zwei bis drei Völkern.
  • Erstmals traten sogar neue Mitglieder bei, die gar keine Bienen halten wollen.

Imker werden: Kurse für Neueinsteiger

Neueinsteiger müssen rund 2.000 Euro für den Erwerb von zwei Völkern mit Kästen und Gerätschaften zum Honigschleudern einplanen.

Die Imkerverbände bieten Schnupper- und Einsteigerkurse an, um die neuen Mitglieder mit dem Hobby vertraut zu machen. "Mancher kleine Imkerverein kommt bei der steigenden Nachfrage an seine Grenzen, weil die Kurse durch unsere Ehrenamtlichen betreut werden", bittet Frühling um Nachsicht für Wartezeiten.

Wieder mehr Blühstreifen in der Landwirtschaft

Den neuerdings häufig benutzten Begriff "Bienensterben" weist er zurück: "Wir Imker kümmern uns um unsere Bienen", stellt Frühling klar.

Er freut sich über die zunehmenden Blühstreifen und Honigweiden in der Landwirtschaft und wünscht sich hier allenfalls eine noch bessere Vernetzung dieser Trachtstandorte sowie ein stetiges Blütenangebot, erklärt er gegenüber dem Landvolk.

Mit Material von Landvolk Niedersachsen

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