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Hof- und Dorfleben

Per Rad mehr über Energie erfahren

von , am
07.08.2013

Die bekannte Ferienstraße "Boxenstopp-Route" im Oldenburger Münsterland hat in diesem Jahr neue Erlebnis-Stationen bekommen. Es geht um Erneuerbare Energien.

Die Fachwerksiedlung Bussjans Hof umfasst insgesamt 23 Häuser und wird ausschließlich mit Holz beheizt. © Schüler-Juckenack
Neun der insgesamt 27 neuen Energie-Stationen des bundesweit einmaligen Projekts "Land mit Energie", vom Südkreis Vechta bis ins Saterland, stellte jetzt der Verbund Oldenburger Münsterland (VOM) auf einer Pressereise der Öffentlichkeit vor.

"Wir haben uns die Frage gestellt, wie man am besten das Thema Erneuerbare Energien, und was es für die Landwirtschaft bedeutet, vermitteln kann", erklärte Stefan Ortmann von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, die mit dem VOM für das Projekt verantwortlich zeichnet. Das Rad wurde als Medium gewählt, um Informationen mit Erlebnis und Unterhaltung zu verbinden. Als Plattform zur Informationsvermittlung sei die touristisch etablierte Boxenstopp-Route ideal, denn landwirtschaftliche Betriebe, die regenerative Energien erzeugen, könnten gut an die Route angebunden werden.

Landwirte geschult

Um auf transparente und lebendige Weise über regenerative Energien zu informieren und auch kritische Fragen der Besucher verständlich zu beantworten, wurden die Landwirte, die an dem Projekt teilnehmen, entsprechend geschult, erklärte Vivien Werner vom VOM.

"Wichtig ist, die richtige Sprache zu finden, auch für verschiedene Besuchergruppen." Zusätzlich wurden Energieerlebnisführer ausgebildet, die ebenfalls rund um das Thema Rede und Antwort stehen können. Aber: Nicht nur Erneuerbare Energien sollen thematisiert werden, sondern auch Begleiterscheinungen drum herum, so Ortmann.
So werde das Thema Energieeffizienz ebenso angesprochen wie alternative Pflanzen zur Energiepflanze Mais sowie die Blühstreifen, die um Maisfelder herum angelegt werden sollen. Nach Ortmanns Ansicht bestehe so tatsächlich die Chance, dass Landwirte und Besucher in einen guten Dialog kommen und die Boxenstopps des "Land mit Energie" eine Tür zur modernen Landwirtschaft seien.

Erste Station auf der dreitägigen Reise war das Land-gut-Hotel Café Pension Wahlde in Neuenkirchen-Vörden. Ökologie ist für den Inhaber Daniel Jans-Wenstrup nach eigenen Worten schon immer ein Anliegen gewesen. Im Jahr 2007 habe er für seinen Betrieb eine Energieberatung in Anspruch genommen. Daraus resultierte die Installation eines Blockheizkraftwerks und einer Photovoltaikanlage. Sein Motiv für diese Investitionen: "Wenn wir als Großverbraucher nicht damit anfangen, wer dann?!"

Als er von dem Projekt "Land mit Energie" gehört habe, habe er sich sofort für eine Teilnahme gemeldet, so Jans-Wenstrup weiter. Sein Betrieb sei ohnehin schon Station auf der Boxenstopp-Route gewesen. Seit ein Schild auf seinen Betrieb als Energie-Station hinweist, werde er auch von seinen Gästen auf das Thema angesprochen, die sich für seine Philosophie, mit eigener Strom- und Wärmeerzeugung weitgehend autark zu sein, sehr interessierten.

In Dinklage präsentierte Heinz-Josef Burhorst seine Fachwerksiedlung "Bussjans Hof". Wie für Jans-Wenstrup ist auch für Burhorst der effiziente Umgang mit Energie eine Lebenseinstellung. Er selbst hatte den Betrieb im Alter von 18 Jahren übernehmen müssen, erzählte er seinen Gästen. Aufgrund der Lage am Ortsrand konnte die Schweinehaltung am alten Standort nicht ausgebaut werden. Seine Töchter wollten den landwirtschaftlichen Betrieb nicht weiterführen. Deshalb habe er die Idee gehabt, Fachwerkhäuser nach alten Vorbildern zu bauen.

Seit dem Jahr 2010 wurde die gesamte Siedlung mit 23 Gebäuden auf die Beheizung durch eine Hackschnitzelheizung umgestellt. Rund 500 Meter Rohre hätten dafür verlegt werden müssen, so Burhorst. Die Lagerkapazität für die Holzhackschnitzel reiche für über ein Jahr.

Für Burhorst ist die Verwendung einer umweltgerechten Heizung wichtig. Das Hofcafé seiner Tochter besuchen zahleiche Gäste, die auch gerne an einer Führung durch die Fachwerksiedlung teilnähmen, so Burhorst. So habe er etwa eine Besuchergruppe pro Woche, der er sein Konzept erkläre.

Mehrere Stationen

Weitere Stationen der Pressereise waren unter anderem der Frischehof Lüske in Stapelfeld, das Museumsdorf in Cloppenburg, der Mühlenverein Friesoythe und das Moor- und Fehnmuseum in Elisabethfehn.

Gefördert wird das Projekt "Land mit Energie" durch die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR), das Landesamt für Geoinformation und Landesentwicklung Niedersachsen und das Niedersächsische Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr. Besuche der Energiestationen können ab sofort gebucht werden beim VOM unter info@oldenburger.muensterland.de oder über die Telefonnummer 04441/9565-0.
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