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Hof- und Dorfleben

"Plattdeutsch ist einfach cool"

von , am
17.12.2013

Ludger Abeln ist das Gesicht von „Hallo Niedersachsen“ im NDR-Fernsehen. Er wird am 15. März den großen GalaAbend der LAND & Forst moderieren. Ist der Mann in der Realität so wie auf dem Bildschirm?

Sprachen über Land, Leute und den GalaAbend der LAND & Forst: Katja Schukies und Ludger Abeln. © Hildebrandt
Ludger Abeln ist kein Frühstücker. Das bringt der Job so mit sich. "Wenn ich moderiere, dann komme ich erst nach 21 Uhr aus dem Studio. Am nächsten Morgen bin ich dann meistens ganz froh, es ruhiger angehen lassen zu können", sagt er. Doch einen Kaffee trinkt er gern. Lässig sitzt er da, ist in Jeans mit Hemd und Pullover gekommen, um den Hals einen pastellfarbenen Schal gebunden. Ludger Abeln gehört zu den Menschen, die einem nach kurzer Zeit das Gefühl geben, man kenne sie schon ganz lange.

Für die Moderation beim NDR ist er etwa zwei Wochen im Monat in Hannover. Sein Zuhause aber ist seit langem Ostfriesland, Abeln lebt mit seiner Frau und seinem erwachsenen Sohn in Leer. "Stadtleben kann man lernen, um das Landleben so richtig zu lieben, muss man damit groß geworden sein", sagt Abeln. Und das ist er. 1964 wird Ludger Abeln in Meppen geboren und wächst im kleinen Ort Bokeloh im Emsland auf. Damals gibt es dort noch viele Landwirte, auch einige Onkel und Tanten haben einen Bauernhof. "Ich erinnere mich an so viel aus meiner Kindheit, das mit Landwirtschaft zu tun hat. Von den nächtlichen Stallwachen bei kalbenden Kühen über das Kartoffelroden bis hin zur Getreideernte", sagt Abeln. Bei der Erinnerung an das Bergen von Strohballen muss er Grinsen: "ich war ein Hochstapler", sagt er lachend. Treckerfahren lernt Ludger Abeln während der Ferien bei einer Tante. "Ich war zwölf, saß auf einem Fendt-Dieselross und meine Füße reichten an die Pedale - es war großartig."

Den alten Fendt gibt es noch. Und der Landwirtschaft fühlt sich Abeln heute noch verbunden. Er kann auch den täglichen Spagat der Landwirte zwischen wirtschaftlichem Erfolg und Kostendruck nachvollziehen. Daher plädiert er auch für eine ausgewogene Berichterstattung. "Nichts ist eben nur schwarz oder weiß, es gibt viele Töne dazwischen".
Nach dem Abitur macht Ludger Abeln zunächst eine Lehre als Möbeltischler. Danach will er Berufsschullehrer werden und studiert Englisch, Geschichte sowie Holz- und Kunststofftechnik in Hannover. Um das zu finanzieren, bewirbt er sich bei Radio Antenne Niedersachsen, das damals noch in den Kinderschuhen steckt. Dort darf er Bühnen aufbauen und bei Werbeaktionen kleine Umfragen machen. Doch bald ist klar, dass der Mann sich nicht nur dafür eignet, die Bühne aufzubauen, sondern auch darauf zu stehen. Seine Chance kommt beim Tag der Niedersachsen in Stade, als Abeln den eigentlichen Moderator kurz vertreten muss, der im Stau steckt. "Die haben mir dann ein Volontariat angeboten. Das war es dann mit dem Studium", sagte er heute.

Der Funken war übergesprungen. 1999 landet Ludger Abeln beim NDR. Zunächst beim Polizeireport, dann bei der Sendung "Dat is wat!?" Seit dem Jahr 2000 moderiert er abwechselnd mit anderen Kollegen die beliebte Sendung "Hallo Niedersachsen". Außerdem hat er sich unter anderem mit der Moderation diverser Sendungen, Podiumsdiskussionen und Abendveranstaltungen sowie mit der Veröffentlichung von Kurzgeschichten und durch Lesungen einen Namen gemacht. Sein aktuelles Programm trägt den Namen "Immer Ärger mit Weihnachten" und kommt nicht nur bei Landfrauengruppen gut an.

Auf „Hallo Niedersachen“ ist er immer noch stolz. "Die Themen für die Sendung werden in der Planungsredaktion festgelegt. Die Moderationstexte schreibe ich dann selbst, in enger Absprache mit der Redaktion", erklärt Abeln. Da bis kurz vor Sendebeginn und manchmal sogar noch während der Sendung aktuelle Themen aufgenommen werden, heißt das auf Zack zu sein.

Abeln ist gerne an der frischen Luft und entspannt sich am liebsten auf dem Rennrad. "Wenn ich Fahrrad fahre, merke ich manchmal gar nicht, dass ich schon 50 Kilometer hinter mir habe." Oder er nimmt die Säge zur Hand. "Ich arbeite gerne mit meinen Händen, das macht den Kopf frei", sagt der gelernte Möbeltischler. "Was ich selbst zu Hause machen oder reparieren kann, das mache ich auch selbst".

In Ostfriesland fühlt sich der gebürtige Emsländer wohl. "Meine Heimat ist das Emsland, mein Zuhause Ostfriesland", sagt er gerne. Die Unterschiede zwischen den beiden Regionen und ihren Einwohnern wären geringer, als man gemeinhin glaube. Abgesehen von der Religion: Während die meisten Emsländer katholisch sind, ist Ostfriesland evangelisch-reformierte Hochburg. "Ich bin natürlich katholisch, wie es sich im Emsland gehört", sagt Abeln. Noch heute engagiert er sich ehrenamtlich für Caritas-Projekte.
Nach Ostfriesland kam Abeln aufgrund des Wehrdienstes und blieb der Liebe wegen. Doch auch das Land und die Leute gefallen ihm. Seit längerem engagiert er sich in der Wallheckengemeinschaft Leer, auch wenn er aufgrund der knapp bemessenen Zeit dort weniger arbeiten kann, als er eigentlich möchte. "Man muss sich auf die Leute einlassen. Wenn man Emsländer oder Ostfriesen "geknackt" hat, kann man Spaß mit beiden haben".
Doch Abeln hat nicht nur eine Affinität zu Land und Leuten, sondern auch zu deren Sprache. "Plattdeutsch ist cool und gleichzeitig viel wärmer und intensiver als Hochdeutsch", sagt er. Ihm sei wichtig, dass Plattdeutsch wieder mehr gesprochen werde, damit es eine lebendige Sprache bleibe. "Allerdings wirft mir meine Verwandtschaft im Emsland vor, dass ich mittlerweile ostfriesisches Platt sprechen würde, die Ostfriesen sehen es umgekehrt", sagt er schmunzelnd.

Häufig kommt Abeln seine Ausbildung beim Rundfunk zugute. "Beim Radio lernt man, mit den eigenen Worten Spannungsbögen und Bilder zu schaffen, so dass beim Hörer "Kino im Kopf“ geschaffen wird", erklärt er. Das hilft ihm auch bei der Moderation von Veranstaltungen. Für die eigene Vorbereitung auf den GalaAbend der LAND & Forst plant Ludger Abeln etwa zwei Tage ein. "Wenn es dann für den Zuschauer leicht und locker rüber kommt, dann hat sich die Arbeit gelohnt", sagt er und lacht. Außerdem will er sich für unsere Gäste viel Zeit auf dem Gala-Abend nehmen. Denn er kommt gerne mit den Leuten ins Gespräch. Und das wird er.
 
Premiere: Wir laden Sie zum festlichen Ball ein

Schuhe geputzt, Kleid gewählt und Schmuck ausgesucht? Nein? Dann wird es Zeit, denn bald ist es soweit: Zum ersten Mal richtet die LAND & Forst am Samstag, 15. März, den GalaAbend der Landwirtschaft aus - und zwar für ihre Leser.

In der Congress Union Celle dürfen Sie sich auf einen festlichen Abend mit erstklassigem Programm freuen. Höhepunkt ist die Verleihung des LANDStern - der Ehrenpreis der LAND & Forst. Erstmalig und in vier Kategorien wird der Preis für die "stillen Stars" vergeben. Damit will sich die Redaktion der LAND & Forst bei den Menschen bedanken, die mehr tun als ihre Pflicht. "Wir wollen Danke sagen für besonderes Engagement im ländlichen Raum. Und wir freuen uns darauf, mit den Lesern zu feiern", sagt Ralf Stephan, Chefredakteur der LAND & Forst. Der Abend beginnt mit einem Sektempfang und anschließendem großen Genießerbüfett.

Für stimmungsvolle Tanzmusik sorgen die "City live-Band" und Soulsängerin Sherlyn Whittiker. Zauberhafte Momente garantiert Serge Etringer, ein Zauberer und Bauchredner aus Hamburg. Moderiert wird der Gala-Abend von NDR-Moderator Ludger Abeln, der sich schon sehr auf den Abend mit den LAND & Forst-Lesern freut, wie er im Interview verrät.

Es gibt also viele Gründe, beim festlichen Galaabend der LAND & Forst dabei zu sein! Die Redaktion freut sich auf einen stimmungsvollen Abend mit ihren Lesern.

Eintrittskarten erhalten Sie exklusiv bei der LAND & Forst. Bestellen Sie bei Maria Mertens, Tel. 0511-67806120 oder online unter galakartenverkauf@dlv.de. Der Ticketpreis beträgt 80 Euro inklusive Tischreservierung und Buffet.
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