Login
Gesundheit & Ernährung

Prävention: Vorbeugen kommt vor dem Fall

von , am
13.07.2015

Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko zu stürzen. Deshalb ist es für die Landfrauen Elke Lonschinski und Marlen Ströh selbstverständlich, rundum aktiv zu bleiben. Lesen Sie in der LAND & Forst 28, was für beide wichtig ist.

Fit bleiben durch Gymnastik. © Bromm-Krieger
Nordic Walking, Zumba, Aquafitness und Rückengymnastik - Elke Lonschinski hat sich schon immer sportlich betätigt: "Ich wollte bewusst etwas für mich tun, um fit zu bleiben", erzählt die Landfrau. Einmal in der Woche besucht die 74-Jährige eine "Rückenfit"-Sportgruppe. "Die Übungen tun mir gut. Sie steigern mein allgemeines Wohlbefinden und meine Beweglichkeit", freut sie sich. Etliche Übungen, die sie gelernt hat, macht die Landfrau auch zu Hause. "Aber am schönsten ist es, sich in netter Gemeinschaft zu bewegen."

Angst, erneut zu stürzen

Der Orthopäde und Unfallchirurg Dr. Ove Schröder erlebt häufig hautnah mit, dass ein Sturz bei Senioren und Seniorinnen nicht nur körperliche Einschränkungen nach sich ziehen kann. "Eine Folge ist auch die große Angst, erneut zu stürzen. Stürze brechen nicht nur die Knochen, sondern auch das Selbstvertrauen. Betroffene trauen sich irgendwann nicht mehr raus, sie meiden Alltagsaktivitäten und ziehen sich zurück. Schwierige Situationen werden gemieden, statt sie zu trainieren", bedauert er.

Die richtigen Übungen machen

Auch die Landfrau Marlen Ströh treibt schon lange Sport. Mit ihrer Tochter besucht sie seit vielen Jahren die Rückenschule. Nach einer Wirbelsäulen-OP im Frühjahr 2014 setzte die Altenteilerin eine Weile mit dem Sport aus. Nun fängt sie langsam wieder an auszuprobieren, welche Übungen ihr guttun. "Was man nicht trainiert, kann man später nicht mehr und dann wird die Angst vor möglichen Stürzen immer größer", sagt die 68-Jährige und ergänzt: "Man muss gar nicht so viele Übungen machen, sondern die richtigen"
 

Welche Übungen die Frauen fit halten, lesen Sie in der LAND & Forst Ausgabe 28/2015 auf Seite 72. Möchten Sie die LAND & Forst für einen Monat gratis zum Probelesen bestellen? Dann klicken Sie hier?

Weitere Informationen zum Thema "Sturzprävention"

Die LAND & Forst sprach mit Dr. Ove Schröder, Facharzt für Chirurgie, Orthopädie und Unfallchirurgie:
 
"Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko zu stürzen, oft mit schwerwiegenden Folgen", erklärt der Arzt. Seit mehr als 15 Jahren arbeitet Dr. Ove Schröder als Orthopäde und Unfallchirurg an Kliniken. Allgemein steigt mit fortschreitendem Alter das Sturzrisiko, vor allem durch den Verlust der Muskelkraft und durch eine Verschlechterung der Haltungskontrolle. Da ebenfalls Hör- und Sehvermögen nachlassen, verändert sich die eigene Körperwahrnehmung, Reaktionen verlangsamen sich. Gleichgewichtsstörungen aufgrund von Erkrankungen stellen sich ein. Abbau- und Verschleißerscheinungen oder Schmerzen kommen häufig hinzu. Außerdem verschärfen Medikamente, wie Psychopharmaka, die Situation. "Senioren, die mehr als fünf verschiedene Tabletten täglich einnehmen, sind besonders gefährdet. Als Nebenwirkung können Schwindelanfälle auftreten, die zu Gangunsicherheiten und Stürzen führen", informiert Schröder.
 
Damit es gar nicht erst so weit kommt, sollten Ältere schon im Vorfeld aktiv werden. Stolperfallen beseitigen "Ich empfehle, Stolperfallen in der Wohnung konsequent zu beseitigen. Das sind beispielsweise lose Kabel, nicht ausreichend gesicherte Treppen, fehlende Rutschmatten im Bad, ungünstige Lichtverhältnisse oder Teppichläufer, die Falten werfen. Außerdem sollten Senioren im Haus keine Schlappen, sondern festes Schuhwerk ohne Schnürsenkel tragen." Ebenso rät Schröder, regelmäßig Sport zu treiben. "Ich weiß von Frauen, die in ihren späten Lebensjahren zum Beispiel Bauchtanz für sich entdeckten und davon gesundheitlich enorm profitierten", berichtet er und merkt an, dass Seniorinnen und Senioren sich eine Sportart auswählen sollten, die ihnen Freude macht. Dann sei die Motivation dauerhaft am Ball zu bleiben größer. Auch spezielle Übungen zur Sturzprophylaxe seien sinnvoll. "Man ist nie zu alt, um damit anzufangen! Jedem Menschen tut Bewegung gut. Gleichzeitig werden dabei Koordination und Gleichgewichtssinn geschult", bringt Schröder es auf den Punkt.

Stürze in Haus und Garten: Zahlen und Fakten

Die meisten Stürze geschehen in Haus und Garten. Etwa 30 Prozent der zu Hause lebenden über 65-Jährigen und 50 Prozent der über 80-Jährigen stürzen mindestens einmal pro Jahr. Bei den 80 bis 89-Jährigen steigt die jährliche Sturzquote auf über 45 Prozent. Dabei geschehen vier von fünf Stürzen in Haus und Garten. Erfahrungsgemäß führen etwa 5 Prozent der Stürze zu Knochenbrüchen, davon circa 2 Prozent zu Oberschenkelhalsbrüchen. Pro Jahr gibt es in Deutschland bei Senioren insgesamt 100.000 Hüftfrakturen. 50 Prozent der Betroffenen erlangen danach ihre ursprüngliche Beweglichkeit nicht mehr zurück, rund 20 Prozent bleiben ständig pflegebedürftig.

Buchtipp: Übungen und Hilfen zur Sturzprophylaxe

Im nachfolgend genannten Buch gibt es Übungen und Hilfestellungen zur Sturzprophylaxe für Betroffene und Angehörige, Tipps zur sturzsicheren Wohnung und einen Selbsttest zur Einschätzung des Sturzrisikos.
 
Hausaufgaben für sturzgefährdete Patienten, von Harald Jansenberger/Johanna Mairhofer, Hofmann Verlag, 12,90 €, ISBN 978-3-778014-21 lag ISBN
 

 

Verwandte Inhalte
Auch interessant