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Haushalt

Im Pralinen-Paradies

von , am
10.12.2014

Die letzte Station von LAND & Forst-Autorin Sandra Walschek ist eine Schokoladenmanufaktur in Lüneburg.

Die Pralinen von Edelmann & Paulig sehen nicht nur lecker aus, die schmecken auch gut. © Walschek

Meine kulinarische "Endstadtion" dieser Genussreise: die Edelmann & Paulig Schokoladenmanufaktur in Lüneburg. Bei Christina Englert und Janina Käsche habe ich mein persönliches Pralinen-Paradies gefunden.

Wenn die beiden Frauen über ihr Unternehmen und ihre Kreationen ins Schwärmen geraten, dann bekommt man nicht nur Lust auf Schokolade, sondern wird ganz neugierig auf die Entstehungsgeschichte.

Süß und salzig

Janina Käsche öffnet die Tür zum Edelmann & Paulig Geschäft direkt in der Lüneburger Innenstadt. Es ist das erste Adventswochenende und die Menschen drängen sich dicht an dicht. Sie kaufen Pralinen, Bruchschokolade und die vielen in Form gegossenen Schokoladenfiguren von der Bierflasche mit Brauereiemblem über Schoko-Pumps bis zum Weihnachtsmann mit Schlitten.

Mittendrin in diesem Schokoladen-Mekka stehe ich mit den beiden Unternehmerinnen. Christina Englert lächelt und hält mir die Etagere hin. Ich darf probieren: weiße Vanilleherzen, Zimttrüffel in Bitterschokolade und Macadamia-Nuss-Pralinen. Zart schmelzend zergehen sie nacheinander auf meiner Zunge. Und dann die pure Geschmacksexplosion: die Lüneburger Salzpraline. Selbst gekochtes Butterkaramell mit einer Prise Salz umhüllt von samtig-zarter Schokolade.

Zwei Frauen, ein Ziel

Klein aber fein ist die gläserne Schokoladenmanufaktur von Edelmann & Paulig. Der Firmenname besteht übrigens aus den Nachnamen ihrer Großeltern sind. Vor wenigen Jahren haben sich Englert und Käsche ihre neue Manufaktur in einem Lüneburger Gewerbegebiet eingerichtet. Seit 2007 produzieren sie aus ausgewählten Rohstoffen ihre eigenen Pralinen und Tafelschokoladen. Die Idee, die Schokovorlieben der Menschen in Deutschland mit feinsten Kreationen zu stillen, kam den beiden Kulturwissenschaftlerinnen aber schon viel früher.

Englert arbeitete damals an der Philharmonie in Brüssel und war begeistert von der Leidenschaft der Belgier für hochwertige Schokolade und Pralinen. "Mit einem halben Jahr Vorlauf eröffneten wir 2003 in Lüneburg unseren Laden. Damals gab es in Deutschland nichts Vergleichbares", erklärt Englert. Nur das Beste vom Besten importierten sie aus Belgien, Frankreich und später auch aus Spanien und Italien. "Wir hatten eine Nische gefunden und haben einen regelrechten Schoko-Kult in Deutschland ausgelöst."

Dafür erhielten sie als erste Frauen den Förderpreis vom Wirtschafts- und Wissenschaftsministerium in Hannover. Ein Nachwuchsförderpreis folgte von der Haribo-Stiftung. Englert und Käsche reichte aber das Importgeschäft nicht mehr, sie wollten etwas anderes, etwas eigenes schaffen.

Eigene Kreationen

Vom reinen Schokoladenvertrieb entwickelte sich die Firma zum Produktionsbetrieb, und die beiden Frauen gründeten ihre eigene Marke "Edelmann & Paulig". Das erste Markenprodukt "Chocobello" entstand: Trinkschokolade am Stiel, die in Kaffee oder heißer Milch geschmolzen für ein besonders köstliches Geschmackserlebnis in der Tasse sorgt. Zum Beispiel in den Geschmackssorten Vanille, Chili, Mandel oder Orange.

Ihr Erfolgsrezept von heute: Qualitativ hochwertige Zutaten in feinste Pralinen und Tafelschokolade verwandeln. Für die etwa 100 Sorten gibt es die unterschiedlichsten Rezepturen.

Diese in Prachtstücke zu verwandeln ist die Kunst. Tja und die, die beherrscht die Schokoladenmanufaktur so, dass Geschmack und Optik jeden Pralinen- und Schokoladenliebhaber begeistert - so auch mich.  
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