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Garten

Roter Fingerhut

von , am
18.11.2013

Der zweijährige Rote Fingerhut (Digitalis purpurea) kommt bei uns vor allem auf Waldschlägen vor. Jede einzelne Blüte sieht wie ein Fingerhut aus (lat. digitus = Finger).

Roter Fingerhut © Tubes
Im ersten Jahr erscheint eine große auffällige Blattrosette, aus der sich im zweiten Jahr der bis zu 1,5 m hoher Blütenstand entwickelt.

Im Mittelalter wurden Fingerhüte als "Digitale" bezeichnet. Wie kleine Glocken hängen sie dicht beieinander, aber nicht rund um den Stiel herum, sondern einseitswendig, der Sonne entgegen. Da jede einzelne Blüte des Fingerhutes bis zu einer Woche blüht und sich der Blütenstand von unten nach oben öffnet, erstreckt sich die Blütezeit jedes einzelnen Blütenstandes über mehrere Wochen. Daher ist diese attraktive Wildpflanze mit den purpurfarbenen, selten weißen Blüten als Zier- und Bauerngartenpflanze beliebt.
Alle Teile des Fingerhutes sind jedoch stark giftig! Der Fingerhut weist Digitalglycoside auf, die Puls und Herzmuskel beeinflussen. Paracelsus sagte Anfang des 16. Jahrhunderts: "Allein die Dosis macht, das ein Ding kein Gift ist." Das gilt auch für die Wirkung des Fingerhutes. In kleinen Dosen wird er auch heute noch bei bestimmten Herzerkrankungen als Notfallmittel eingesetzt. Heil- und Giftwirkung liegen bei dieser Pflanze jedoch so nahe beieinander, dass sie für die Selbstmedikation nicht geeignet ist.

Standort: nährstoffreich/ kalkarm/etwas feucht/ licht bis halbschattig
Blütezeit: Juni bis August
Vermehrung: Samen
Bedeutung für die Tierwelt: Nektarpflanze für Hummeln
Zu beachten: die ganze Pflanze ist stark giftig!
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