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Hof- und Dorfleben

Salz brachte Glück und Leid

von , am
19.02.2014

Schon der Volksmund weiß, wie wichtig "das Salz in der Suppe" ist. Wie wichtig der Salzabbau in der Region Hannover war, veranschaulicht das Niedersächsische Museum für Kali- und Salzbergbau in Empelde.

Tradition wird im Bergbau liebevoll gepflegt, wie Museumsleiter Peter-Michael Köhler an dieser Vitrine zeigt. © Linck
Vier Bergwerke hat es in der Gegend gegeben Der Kali- und Salzabbau brachte Empelde viel Glück und einen wirtschaftlichen Aufschwung. Aber es gab in den Schächten auch Unfälle. Freud und Leid lagen also eng beieinander. Es waren Männer aus dem Calenberger Land, die hierher kamen um Geld zu verdienen. Mit dem alten Bergmannsgruß „Glück auf“ fuhren sie bis auf 1.000 Meter Tiefe in den Schacht ein, um das sprichwörtliche weiße Gold abzubauen. Das Kali-Salz ist in Schichten von bis zu 3.000 Meter Mächtigkeit in der Erde vorhanden. "Salzmangel wird es in unserer Region also nicht geben", erklärt Museumsleiter Peter-Michael Köhler, ein pensionierter Studienrat.

Interessant für alle

1896 wurde in Empelde der erste Schacht geteuft, später folgte ein zweiter und 1961 wurde der dritte in Betrieb genommen. Der Schacht Hansa-Silberberg wurde 1973 stillgelegt. Als 1975 Ronnenberg im wahrsten Sinne des Wortes "absoff", war der Bergbau am Benther Salzstock zu Ende. "Heute gibt es hier fünf Kavernen, sieben sind in dem Salzvorkommen geplant, in dem Gas für Hannover und das Umland gespeichert wird", erklärt Peter-Michael Köhler.

Das Museum versteht sich als Informationsstätte für die ganze Familie. Außerdem gibt es Führungen für Vereine und Gruppen. Aus aller Welt kommen auch ehemalige Bergleute. Rund 1.300 Besucher sind es pro Jahr. Wenn man die Exponate in den vier Räumen anschaut, lässt sich die harte Arbeit nachvollziehen. In einem „Blindschacht“ kann man selbst einmal einen Förderwagen bewegen. Vieles an Technik kann hier in Betrieb gesetzt werden. Als Modell fährt auch die Bergbahn. Wer möchte, kann mit einem Grubenfahrrad eine Rundfahrt im Freigelände machen, wo die Abdeckung von Schacht III zu sehen ist. Sie hat einen Durchmesser von 6,50 Meter und eine Teufe von 1.000 Meter. Noch 1959 war dieser Schacht der größte im deutschen Bergbau überhaupt.

Ein einzigartiges farbiges Modell des Benther Salzstockes vermittelt einen Eindruck, wie mächtig die steile Lage des Vorkommens ist. Der Tradition des Bergbaues, mit der heiligen Barbara als der Schutzpatronin der Bergleute, ist mit Bekleidung, Ausrüstung und zahlreichen verschiedenen Salzstufen ein besonderer Raum gewidmet. Auf historischen Spuren kann man in einem weiteren Raum zwischen Vitrinen und Salzen wandeln, die aus heute nicht mehr betriebsbereiten Kaligruben stammen. Dazu gehören Hansa Empelde, Friedrichshall und Hildesia. Hier wird deutlich, wie weit gespannt das Salz-/Kalivorkommen in unserer Region ist. Die Abraumbereiche Bokeloh (noch in Betrieb) und Sehnde/Ilten (geschlossen) gehören ebenfalls dazu. Zu sehen ist auch die berühmte "Dahlbuschbombe", das Rettungsgerät, das in Lengede bei dem Grubenunglück zur Personenrettung erfolgreich eingesetzt worden ist.

Farbenfrohe Schönheiten

Vom Dünger über den Salzleckstein für Vieh und Wild bis hin zur Verwendung von Salz in Küche und Wirtschaft wird die Produktion sowie Verwertung des Materials anschaulich dargestellt. Den Abschluss einer Führung bildet der Besuch im Kristallkabinett. Dort präsentieren sich Salze und Kristalle in vielen Vitrinen in ihrer ganzen Schönheit und einer imposanten Farben- und Formenvielfalt. Sie wurden auf der ganzen Welt gesammelt. Wer dann noch die Bibliothek des Museums besucht, kann feststellen, dass auch Wissenschaft und Literatur im Bergbau einen hohen Stellenwert hatten.

Das Museum wird ehrenamtlich von einem Verein betreut, dem rund 100 Mitglieder angehören. Peter-Michael Köhler freut sich über viele Besucher, die sich allerdings anmelden müssen. Die Führungen, die etwa eineinhalb Stunden dauern, finden sonntags von 10 bis 14 Uhr oder für Gruppen nach Voranmeldung.
 
Kontakt gibt es unter Rufnummer 0511 - 4340744, oder per E-Mail unter kalisalzmuseum@gmail.com. Der Eintritt ist kostenlos, aber über eine Spende freuen sich die Betreiber.
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