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Hof- und Dorfleben

Mit Schirm, Charme und Adsche

von , am
30.07.2014

Mit einem "Moin" und Sonnenbrille kommt Hinnerk auf dem Rittergut Brokeloh an. Pünktlich um fünf Uhr nachmittags. Glück für das Echte-Niedersachsen-Team, denn das Wetter droht zu kippen.

Eine Stunde, dann geht hier die Post ab", befürchtet Fotograf Volker Warning von den bluestudios beim Blick in den Himmel. Noch wird Ann-Cathrin geschminkt. Visagistin Janine Koehler hat die Maske mit Gartenblick in der Küche ihrer Ferienwohnung aufgebaut. Hinnerk und Ann-Cathrin gehören zu den 24 Models, die für den neuen "Echte Niedersachsen"-Kalender der LAND & Forst modeln.

Hinnerk holt seinen Hund Adsche aus dem Auto. "Warum Adsche?", fragt LAND & Forst Mitarbeiterin Maria Mertens, die heute schon den dritten Model-Hund betüddelt. "Adsche, wie der Freund von Brakelmann aus der Serie Büttenwarder", erklärt Hinnerk.

Weitgereister Bienenwirt

Der Kleine Münsterländer ist immer mit dabei. Sein Herrchen hat schon mit 15 seinen Jagdschein gemacht und bildet ihn als Jagdhund aus. Jetzt tobt der anderthalb Jahre junge Hund mit Maria auf dem Rasen. Zeit für ein Gespräch mit Hinnerk: Der 2,06 Meter große Niedersachse ist Bienenwirt. In der Lüneburger Heide unterstützt er seine Tante in deren Imkerei mit Honighandel. Bevor er in den Familienbetrieb eingestiegen ist, hat Hinnerk seine Ausbildung in einem Betrieb mit tausend Bienenvölkern absolviert. "Das ist schon sehr groß für Deutschland".

Ganz andere Dimensionen hat er in Neuseeland kennengelernt, bei einem Praktikum zwischen 11.000 Bienenvölkern. Auch in Europa war der Niedersachse viel unterwegs, um ein Netzwerk für den Honighandel zu knüpfen. Dann zog es ihn wieder in die Heimat, mitten in die Lüneburger Heide. Dort wohnt der 25-Jährige mit Freundin Meike. Im Herbst wollen sie heiraten. Meike, die in Hermannsburg Landjugendvorsitzende ist, war es auch, die Hinnerk als Kalendermodel vorgeschlagen hat.

In knallpinken Turnschuhen, den Schminkpinsel im Anschlag, kommt Janine um die Ecke: "Jetzt aber schnell in die Maske". "Schon ungewohnt", findet Hinnerk zwischen bunten Schminktiegeln. "Nur ein bisschen Puder", beruhigt ihn Janine.

Ann-Cathrin posiert derweil draußen auf einer Picknickdecke im Gras. Für sie ist das Shooting fast wie ein Tag Urlaub. Zuhause hat sie alles im Griff: ihr Mann presst Stroh, ihre acht Monate alte Tochter hat sie in die Obhut von deren Oma gegeben.

Maria, Adsche und Hinnerk kommen über die Wiese zu den riesigen Erlen. Hinnerk trägt auf der linken Brust ein Tattoo. "Das habe ich während meiner Neuseelandreise auf der polynesischen Cook-Insel machen lassen", erzählt er. Um auch drumherum ein bisschen Farbe zu bekommen, war er am Wochenende extra zweimal im Freibad:

Als Blitzschirme, Laptop und Kameras am richtigen Platz sind, kann das Shooting für Hinnerk starten. Er lehnt sich an eine dicke Erle, die ein großes Blätterdach bietet. Zum Glück, denn ringsrum fallen die ersten warmen Regentropfen. Jetzt müssen alle mitspielen, auch Adsche, der mit aufs Bild kommt. Maria turnt mit einem Ast hinter Fotograf Volker herum, das funktioniert, Adsche will das Stöckchen haben und spitzt die Ohren in die Kamera.

"Schmollmund bitte"

Projektleiterin Katrin Lücke schaut prüfend auf den Laptop: "Hinnerk, mach mal einen Schmollmund", ruft Maria. Der guckt fragend. "Na, Duckface", Maria macht einen Entenschnabel. Das Team lacht.

Als die Bilder im Kasten sind, wird jede freie Hand gebraucht, um die Technik trocken ins Haus zu bekommen. Fotografen, Visagisten und Models flitzen den Feldweg entlang, direkt auf eine schwarze Wolkenfront zu. Es kracht: der erste Donner. Als Technik und Team in der Haustür stehen, bricht das Gewitter los. Glück gehabt. Und bewiesen: Echte Niedersachsen sind wetterfest.
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