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Lernort mit Auszeichnung

Schulbauernhof: Weil Kühe nicht lila sind!

Schüler auf dem Schulbauernhof Hardegsen
Vienna Gerstenkorn, LAND & Forst
am
14.07.2017

Warum es wichtig ist, Schülern die Landwirtschaft näher zu bringen? Zwei Göttinger Agrarstudentinnen haben den internationalen Schulbauernhof in Hardegsen besucht.

Kinder und Jugendliche wissen heutzutage oft wenig von der Landwirtschaft. Ein toller Weg, Schülern die Landwirtschaft wieder näher zu bringen, ist ein Schulbauernhof. Die Göttinger Agrarstudentinnen Theda-Sophia Schulz und Louisa Rohmeyer haben den internationalen Schulbauernhof in Hardegsen besucht.

Schulkinder füttern Tiere

Axel Unger betritt den Stall. Sofort machen sich alle Tiere bemerkbar. Es blökt, mäht und grunzt. Der Betriebsleiter schmunzelt: „Es ist Fütterzeit, dann sind alle immer ganz aufgeregt und wollen als erstes an der Reihe sein“.

Beherzt greift er zur Schaufel und füllt die Tröge der Schafe, die wild umher springen, um den besten Platz am Trog zu ergattern. „Normalerweise füttern unsere Schulkinder die Tiere, heute muss ich einspringen“.

Schüler aus Niedersachsen zur Klassenfahrt

Rund zehn Monate im Jahr ist der internationale Schulbauernhof in Heversen ausgebucht. Er ermöglicht Schülern einen ersten Kontakt zur Landwirtschaft, denn weder im Klassenzimmer noch zu Hause wird ihnen vermittelt, wie Lebensmittel in den Supermarkt kommen. Schüler aus ganz Niedersachsen verbringen hier ihre Klassenfahrten.

Stall statt Klassenzimmer

Die Deutsche Fernsehlotterie ermöglichte benachteiligten Kindern einen Aufenthalt, bei dem sie lernten, verantwortungsvoll mit Tieren umzugehen. So verlieh das Bundesministerium für Bildung und Forschung gemeinsam mit der Deutschen UNESCO-Kommission dem Schulbauernhof im Vorjahr den Titel „Lernort mit Auszeichnung“.

Schulbauernhof als Non-Profit-Organisation

Der Schulbauernhof in Hardegsen ist eine Non-Profit- Organisation. Die Schulklasseneinnahmen decken nicht alle Kosten. Der Rest wird auch über Spenden finanziert. Im Schnitt besuchen 55 bis 60 Klassen pro Jahr den Schulbauernhof, vornehmlich Grundschüler und Schüler der ersten Sekundarstufe.

Ein Potpourri aus Enten, Kaninchen, Schafen, Ziegen, Hühnern, Schweinen und Rindern lebt hier und will mehrmals täglich von den Schülern versorgt werden. Die Tiere werden in kleinen Gruppen in einer alten Scheune auf Stroh gehalten, bekommen täglich Auslauf und hören auf ihre Namen.

„Wir sind kein moderner Betrieb. Uns ist es wichtig, den Schülern einen ersten Eindruck von Landwirtschaft zu vermitteln. Ich möchte, dass die Kinder wissen, dass das Huhn ein Ei legt und Kühe Milch geben“, erklärt Unger.Mehr zum Thema lesen Sie in der LAND & Forst 28/17 ab Seite 56. Möchten Sie die LAND & Forst zum Probelesen bestellen? Dann klicken Sie hier…

    Lernort Bauernhof: Weitere Angebote in Niedersachsen und Bremen

    In Niedersachsen und Bremen gibt es weitere Lernorte Bauernhof:

    • www.lernenaufdembauernhof.de: Findet an über 50 Standorten Niedersachsen und Bremen im Ragmen des Projekts „Transparenz schaffen – von der Ladentheke bis zum Erzeuger“ statt. Das Bundesforum Lernort Bauernhof bietet den Koordinationsstellen in den Regionen, aber auch Landwirten und Lehrern Unterstützung bei der Durchführung von Hofbesuchen an.
    • www.ruba-online.de: RUBA Der Förderverein Regionale Umweltbildung-Agrarwirtschaft (RUBA) aus Vechta will ein realistisches Bild von Landwirtschaft vermitteln.Jährlich finden über 100 Veranstaltungen statt. Lernorte sind der Hof Espelage in Vechta Telbrake, der Wilhelminenhof in Bakum, Hof Beimforde in Hausstette und der Sonnenhof in Langförden-Daudrup.
    • www.laub-clp.de: LAUB Der Förderverein Landwirtschaft, Umwelt und Bildung (LaUB) ist das Cloppenburger Pendant zu RUBA und verfolgt ähnliche Ziele. Lernstandorte sind die Höfe Klostermann in Warnstedt und Lucassen in Elisabethfehn.
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