Login
Familie

Stockbrot statt Prinzessinnentorte

von , am
07.05.2013

Muss es immer das Beste vom Besten für die großen und kleinen Abenteurer sein? Autorin Anja Kersten gibt Ihnen Tipps, wie die Vorbereitungen für den Kindergeburtstag nicht in Stress ausarten.

Bei kniffligen Aufgaben der Rallye ist schon mal der Rat der Mutter gefragt. © Kersten, fotolia

Zunächst einmal: Lassen Sie sich nicht von dem immer weiter um sich greifenden "Wahn" anstecken, dass bereits der Geburtstag eines Kindergartenkindes ein "Event" und jede Feier irgendetwas Besonderes sein muss, von der die Kinder noch wochenlang sprechen.

Sicher gibt es Mütter, deren Einladungen kunstvoll gebastelt sind, die sich schon Wochen vorher passende Dekorationen und Verkleidungen für die Mottoparty überlegen und stundenlang in der Küche stehen, um ein kindgerechtes Essen und eine Mottotorte zu zaubern. Doch wenn Ihr Kind sowieso nur ungern bastelt, Sie keine Zeit haben, Einladungskarten zu kreieren und sich dazu genötigt fühlen, weil es eben andere machen, lassen Sie es einfach! Und machen Sie sich kein schlechtes Gewissen.  
Sie sind keine schlechtere Mutter, bloß weil Sie für die Einladung zum Kindergeburtstag eine Vorlage aus dem Internet nehmen und als Dekoration ein paar Gummibärchen auf den Tisch legen. Und seien wir doch mal ehrlich: Kennen Sie ein Kind, das eine Geburtstagseinladung ausschlägt, weil die Karte dafür zu langweilig ist? Oder hat Ihnen Ihr Nachwuchs schon mal von der Tischdekoration bei einem Kindergeburtstag vorgeschwärmt?

Klein, aber fein

Ähnlich verhält es sich mit dem kulinarischen Angebot. Natürlich gibt es unzählige Rezepte sowie Anleitungen für Verzierungen für Prinzessinnentorten oder Ritterburgenkuchen. Wenn sie gern backen und Freude daran haben, dann machen Sie es. Ich habe allerdings immer wieder die Erfahrung gemacht, dass das Essen für die Kinder eher zweitrangig ist und von uns Müttern oft überschätzt wird. Muffins, eventuell verziert mit Smarties oder Gummibärchen, ein Stück Schoko- oder Marmorkuchen je nach Jahreszeit frische Erdbeeren oder Himbeeren - alle Sachen, die man in die Hand nehmen kann, kommen bei Kindern gut an.

Nicht unbedingt ein kulinarischer Höhepunkt, aber ein Abenteuer für jedes Kind ist ein Lagerfeuer, bei dem sie Stockbrot und Würstchen grillen können. Schon die Vorbereitung dafür - zusammen Holz sammeln, einen Stock zum Aufspießen der Würstchen oder des Stockbrotes suchen und mit einem Eimer Wasser für Sicherheit sorgen - macht den Kindern Spaß. Und wenn man dann gemeinsam das Feuer entfacht, kann man damit auch coole Jungs begeistern.

Nicht zu viel auf einmal

Oft sind es die einfachen Dinge, die Kindern gefallen, so auch bei den Spielen. Überlegen Sie sich vorher, welche Spiele Sie anbieten wollen, fragen Sie Ihr Kind, ob es ein Lieblingsspiel hat. Weil Kindergartenkinder schnell die Lust verlieren, wenn ein Spiel lang erklärt werden muss und kompliziert ist, macht es Sinn, auch bekannte Spiele aus dem Kindergarten anzubieten.

Immer ein Renner sind eine kleine Rallye, die Sie im eigenen Garten aufbauen können, Sackhüpfen, mit einer kleinen Schubkarre einen Parcours abfahren, auf einer Schnur oder einem Holzstamm balancieren, mit einem Ball auf aufgestellte leere Flaschen kegeln, Blinde Kuh, Tiere raten oder mit einem Fußball aufs Tor zielen und die Treffer zählen.
Bieten Sie nicht zu viele Spiele an und lassen Sie den Kinder Zeit, im Sand zu spielen, zu schaukeln oder einfach nur herumzutoben. Kinder müssen nicht die ganze Zeit animiert werden. Zwei Stunden, höchstens drei reichen nach Meinung von Experten für Geburtstag für Kindergartenkinder insgesamt völlig aus und auch hier sollten die Kinder einfach nur spielen dürfen.

Für große Abenteurer

Mit einer Rallye oder einer Schatzsuche können Sie auch ältere Kinder begeistern. Je nach Anzahl treten die Kinder in Teams an oder machen sich gemeinsam als Gruppe auf den Weg. Für Hinweise, wo sich die nächste Station befindet, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Ein zerschnittenes Puzzle, das die Kinder zusammensetzen müssen, um zur nächsten Station zu gelangen oder Hinweise wie "gehe zehn Schritte in Richtung des Waldes" wecken den Ehrgeiz. An jeder Station müssen die Kinder eine Aufgabe erfüllen, die ganz unterschiedlich sein kann.

Hier ein paar Vorschläge: Einen großen Gummistiefel über einen Schuh ziehen und ihn so weit wie möglich schleudern, Blätter von vier verschiedenen Bäumen oder Blumen finden und diese benennen, ein Holz-Ei oder einen Apfel auf einem Löffel über eine bestimmte Strecke balancieren, einen Kirschkern so weit wie möglich spucken, Gegenstände in einem Sack ertasten, mit Gegenständen aus dem Wald ein Boot bauen, das dann auch wirklich schwimmt, die Anzahl der Apfelbäume in Nachbars Garten aufschreiben - meiner Erfahrung nach ist es gut, wenn man zwischen sportlichen und Denkaufgaben abwechselt, so dass für jedes Kind etwas dabei ist.

Höhepunkt der Rallye und der Schatzsuche ist der Schatz: Eine Süßigkeit für jeden Schatzsucher zur Stärkung und für jeden noch eine Kleinigkeit wie einen Edelstein, den die Kinder als Erinnerung mit nach Hause nehmen können.
Auch interessant