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Hof- und Dorfleben

Übernachten wie bei Dschingis Khan

von , am
25.08.2015

Mongolische Jurten auf einem niedersächsischen Bauernhof? Wer bei Ina Ohlmeyer und Jens Reinhardt Ferien macht, kann in traditionellen runden Nomadenzelten übernachten. Schlafen wie Dschingis Khan sozusagen.

Mongolische Jurten in Niedersachsen? Ja, Ina Ohlmeyer und Jens Reinhardt machen es auf ihrem Bauernhof in Wietzen möglich. © Hüneke-Thielemann

Nach dem plötzlichen Tod ihres Vaters musste sich Ina Ohlmeyer aus Wietzen (Landkreis Nienburg) entscheiden, was aus dem seit fünf Generationen in Familienhand befindlichen Hof werden sollte. "Denn meine Mutter wollte nicht alleine dort leben", erzählt die 47-jährige Chemieingenieurin der LAND & Forst. Lange feilten sie und ihr Lebensgefährte an einem Konzept: "Wir wollten die Landwirtschaft erhalten, aber den Hof auch auf andere Füße stellen." Eine touristische Nutzung war naheliegend, zumal Jens Reinhardt vor seinem Wirtschaftsstudium in der Hotelbranche tätig war. "Aber wir wollten nicht das machen, was alle machen."

Unser kleiner Hof

Das gemeinsame Faible für Outdooraktivitäten und Reisen quer durch die Welt gab schließlich die Richtung für das Projekt "Unser kleiner Hof" vor: Ein Erlebnis in der Natur anzubieten, bei dem die Gäste weder eine eigene Ausrüstung benötigen, noch auf Komfort verzichten müssen. Nach langer Recherche entschieden sie sich für Jurten, und zwar für die eines tschechischen Herstellers: "Einer von drei Jurtenbauern in Europa, die für unser Klima geeignete Jurten herstellen", erklärt Jens Reinhardt. "Das im trockenen Steppenklima verwendete Material würde in der norddeutschen Luftfeuchtigkeit nicht lange halten." Vor Ort in Prag schauten die beiden beim Bau einer Jurte mit den typischen Scherengitter-Wänden zu und orderten dann zwei als Gästeunterkunft mit besonderem Ambiente. Anschaffungskosten: Rund 20.000 Euro pro Stück.

Blick in den Himmel

Seit Mai 2014 stehen die Jurten bezugsfertig auf der Wiese, ohne Ecken und Kanten, liebevoll eingerichtet mit Futonbett, Mini-Kochecke, Holzofen für kühlere Nächte und Sitzgelegenheiten. Die Glaskuppel in der Mitte bietet uneingeschränkten Blick in den Himmel. Wenn gewünscht, rückt Jens Reinhardt das Bett für die Gäste auch direkt unter die Kuppel und stellt Sekt kalt - Romantik pur. Licht und Strom gibt es in den Jurten, aber weder Bad noch WC. Darin unterscheidet sich das runde Outdoorerlebnis dann doch von einer Ferienwohnung. Dusch- und Sanitäranlagen wurden im Haupthaus neu ausgebaut, für den Küchenabwasch gibt es draußen eine geräumige Ecke, und in der Outdoorküche kann auch ein Grill genutzt werden.
 

Mehr zum Thema lesen Sie in der LAND & Forst Ausgabe 35/2015 auf Seite 72 und 73. Möchten Sie die LAND & Forst für einen Monat gratis zum Probelesen bestellen? Dann klicken Sie hier…

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