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Dorfleben

Umbau: Von der Kartoffelscheune zum Tonstudio

Umbau-Scheune-Niedersachsen-Familie-Maas
Susanne Döpke
am
20.09.2017

Sie suchten eine Scheune für Musik: Familie Haas hat sie in Mandelsloh (Region Hannover) auf einem alten Hof gefunden und den zu einer Kulturoase umgebaut.

Ursprünglich galten Stephanie Lucia und Ingmar Haas als echte Exoten in Mandelsloh. In dem Dorf ganz im Norden der Region Hannover hat das Ehepaar einen alten Hof zu einer einzigartigen Kulturstätte für klassische Musik ausgebaut.

Mittlerweile betreiben die Konzertpianistin und der Tonmeister seit zehn Jahren ihren Haasenhof mit Tonstudio, Seminarräumen, der Klassikscheune für Veranstaltungen und dem Hofcafé.Zu den Konzerten und Tonaufnahmen kommen oft Berühmtheiten der Klassikszene. Sie schätzen die gute Arbeitsatmosphäre und das enthusiastische Publikum des Haasenhofs.

Bauernhof für berufliche Bedürfnisse umbauen

Die Idee, sich mit einem eigenen, musikalischen Hof selbständig zu machen, erwuchs für Ingmar und Stephanie Haas aus einer Notwendigkeit. Nachdem der langjährige Arbeitgeber von Ingmar Haas, die Deutsche Grammophon, Knall auf Fall „dicht gemacht“ hatte, suchte das Ehepaar mit seinen vier Kindern, das fünfte war gerade unterwegs, nach Alternativen.

Sie wollten einen Bauernhof für die eigenen beruflichen Bedürfnisse umgestalten. „Wir haben die Kinder ins Auto gepackt und sind losgefahren“, erinnert sich Stephanie Haas. Mandelsloh kannte Ingmar Haas bereits durch Musikaufnahmen des NDR in der St. Osdag-Kirche. „Als wir an dem Hof vorbeifuhren, haben die Kinder schon gerufen, dass unser Hof genauso aussehen muss. Daran haben wir dann alle anderen Höfe gemessen“, berichtet die Pianistin.

Umbau als Spielstätte für klassische Musik

Ein wichtiger Aspekt bei der Suche: es sollte eine Spielstätte für klassische Musik in einem größeren Raum entstehen. Der musste aber laut Ingmar Haas „klingen“, also die richtige Akustik haben. Haas‘ schauten sich viele alte Höfe an, aber nichts passte so recht.

Traumscheune gefunden

Zwei Monate später stand dann ihr „Traumhof“ in Mandelsloh zum Verkauf, der Hof, an dem sie damals vorbei gefahren waren. „Mein Mann hat gesagt, wenn die Scheune klingt, dann nehmen wir ihn“, erinnert sich Stephanie Haas schmunzelnd. „Wir sind mit den Kindern in die Scheune gegangen und haben gesungen und geklatscht. Der Bauer muss uns für vollkommen verrückt gehalten haben“, sagt sie lachend.

Scheune für Tonaufnahmen und Konzerte

Und sie klang, die alte Kartoffelscheune von Bauer Peter Gremmel. Sie habe genügend Hall, aber nicht zu viel, erklärt die Musikerin. Das war wichtig, denn in der Scheune sollten schließlich Tonaufnahmen für CDs entstehen und Konzerte gegeben werden. Den Namen Haasenhof haben die Kinder ausgesucht.

Mehr zum Umbau des alten Hofes und der Finanzierung des Projektes lesen Sie in der LAND & Forst 38/17 ab Seite 72. Möchten Sie die LAND & Forst zum Probelesen bestellen? Dann klicken Sie hier…

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