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Gesundheit & Ernährung

Viele Ältere sind überversorgt

von , am
14.01.2014

Viele ältere Menschen fürchten, mit bestimmten Nährstoffen unterversorgt zu sein und nehmen deshalb Nahrungsergänzungsmittel zu sich. Doch das ist nicht unproblematisch - hier lesen Sie, warum.

Viele Senioren nehmen zu viele und zu hoch dosierte Nahrungsergänzungsmittel. © Kim Schneider/Fotolia
Die Kooperative Gesundheitsforschung in der Region Augsburg (KORA) untersucht seit Jahren Zusammenhänge zwischen Lebensweise und Gesundheitszustand von älteren Menschen. Eine aktuelle Untersuchung ergab, dass rund 54 % der Frauen und 34 % der Männer über 65 Jahren ihre Nahrung mit Nährstoffen wie Vitaminen, Mineralstoffen, Omega-3-Fettsäuren oder Coenzym Q10 ergänzen.

Oft sind es Nahrungsergänzungsmittel, die eine Kombination aus Vitaminen und Mineralien enthalten. Frauen führen ihrem Körper in erster Linie Magnesium (32 %) und Vitamin D (22 %) zu, Männer Magnesium (18 %) und Vitamin E (12 %). Die Aufnahme von Magnesium und Vitamin E überschreitet häufig die empfohlenen Tageshöchstmengen: Bei 20 % der Frauen und 33 % der Männer, waren die Mengen zu hoch. Bei Vitamin E waren es acht bzw. 14 %. Das ist bedenklich, da Überdosierungen die Gesundheit beeinträchtigen können. Eine zu hohe Vitamin E-Dosierung hemmt zum Beispiel die Aufnahme der Vitamine A (das Augenschutzvitamin) und Vitamin K (es ist wichtig für die Blutgerinnung).

Fragen Sie Ihren Arzt

In Deutschland hat die Nährstoffversorgung heute ein hohes Niveau und kann in der Regel mit einer ausgewogenen Ernährung gedeckt werden. In bestimmten Lebensphasen wie etwa in der Schwangerschaft und im Alter kann die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln aber sinnvoll sein.

Viele Senioren essen sehr einseitig und/oder haben wenig Appetit. Oft essen sie wenig frisches Obst und Gemüse und das Kauen bereitet Probleme. Per Blutbild kann der Arzt prüfen, ob ein Nährstoffdefizit vorliegt.  Die Einnahme von Vitamin B12 und Vitamin D im Alter wird empfohlen. Vitamin D wirkt sich positiv auf den Knochenstoffwechsel und die Muskelfunktion aus. In der Studie nahmen aber nur rund 15 Prozent der Teilnehmer Vitamin D ein.
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