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Hof- und Dorfleben

Waschbär und Gans gedeihen prächtig

von , am
05.02.2014

Die einst eingebürgerten Kleinbären vermehren sich geradezu rasant, wie die aktuellen Jagdstrecken belegen. Landwirten machen aber immer häufiger wachsende Gänseschwärme zu schaffen.

Graugänse im Flug. Ihre Zahl nimmt regional problematische Größen an. Auch andere Arten sind nicht bedroht. Dennoch fordert der Umweltverband Nabu, die Gänsejagd zu verbieten. © Diercks
So possierlich der Waschbär auf dem Titelbild auch wirkt - er ist ein Raubtier. Die Ausbreitung dieser geschickten Kletterer hat negative Folgen für heimische Arten. Das bekommen Enten, aber auch die streng geschützten Kormorane zu spüren, deren Gelege und Nester er zerstört.

Laut aktuellem Landesjagdbericht wurden im Jagdjahr 2012/13 mit 8.921 Waschbären  ein Drittel mehr als im Vorjahr erlegt. So stark war der Anstieg bei keiner anderen Wildart. In den letzten zehn Jahren wuchs die Strecke, die auf seine Verbreitung schließen lässt, auf das Siebenfache!

Stabil blieb die Strecke in dieser Zeit  bei den Füchsen (2012: 57.800), beim Dachs legte sie mit 5.500 um fast 20 % zu. Ebenso wächst die Strecke beim Marderhund (1.100), seit 2003 um sagenhafte 750 %!

Ebenfalls Bände sprechen die Gänsezahlen im Zehnjahresvergleich: 5.407 Graugänse lagen damals auf der Strecke, jetzt waren es 13.307. Bei den Bläßgänsen stieg die Zahl von 20 auf 2.048, Saatgänsen von 18 auf 200, Kanadagänsen von 107 auf 753 Stück. Die Kreise Aurich, Leer und Wesermarsch scheinen besonders betroffen; die Streckenzahlen liegen hier bei 1.650, 1.490 und 998 Stück.

Nilgänse wurden erstmals 2008 im Jagdbericht geführt, da die gebietsfremden Zuwanderer erst seit 2007 eine Jagdzeit haben. Seitdem stieg die Strecke von 1.345 auf 3.084 Stück.
Nicht nur in den herkömmlichen Rastgebieten der Gänse klagen die Landwirte über Probleme. Ist der Winter mild wie in diesem Jahr, bleiben viele der Zugvögel offensichtlich hier. „Es werden immer mehr“, sagt Jäger Johann Gerdes, Landschaftswart und früherer CDU-Abgeordneter im Kreistag von Leer. Vor 20 Jahren sei es etwas besonderes gewesen, eine Gans zu erlegen. Er kann den Ärger der Landwirte verstehen.

Eine gute Nachricht gibt es über den Fasan. Zwar konnte der Rückgang dieser Art noch nicht gestoppt werden. Aber man weiß inzwischen, dass es offenbar Krankheitserreger sind, die dem Federwild zusetzen. Seit dem ersten  Landesjagdbericht 2003, als noch über 130.000 Fasanen in der Statistik standen, halbierte sich der Jagderfolg.

Beim Schalenwild kommt Rehwild flächendeckend vor. Die Strecke stieg von 91.900 (2003) auf über 106.000 Stück. Mit über 7.000 Exemplaren erzielt der Kreis Emsland das meiste Wildbret. Die Abschüsse beim Rotwild bleiben mit jetzt 7.352 in etwa gleich. Führend sind Celle (1.528) und der Heidekreis (1.448 Stück).

Dam- und Schwarzwild breiten sich dagegen immer weiter aus. Kamen vor zehn Jahre 8.185 Stück Damwild zur Strecke, waren es aktuell 12.960. Der Kreis Rotenburg/Wümme ist weiter die Hochburg in Niedersachsen, wenn nicht sogar Deutschland - fast 3.000 Stück wurden hier gestreckt.

Beim Schwarzwild schwanken die Zahlen. Im Trend ist seit 2003 ein Plus von 10.870 auf 47.676 zu verzeichnen. Im Rekordjahr 2008/09 lagen 57.000 Schwarzkittel.
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