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Festtage

Weihnachten: Haben Sie Mut zu Veränderungen!

Weihnachtsfest ist für Manche ein Weihnachtsgrausen
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Birgit Greuner, LAND & Forst
am
13.12.2016

Weihnachten bringt für manche Menschen das „Weihnachtsgrausen“ mit sich. Was Sie dagegen tun können, lesen Sie in der LAND & Forst 50/16.

Je näher Weihnachten rückt, desto größer wird bei manchen Menschen das, was die Diplompsychologin Imke Hoyer als das „Weihnachtsgrausen“ bezeichnet. Die Idee einer Weihnachtsgraus-Gruppe mit Menschen, die damit wirklich Schwierigkeiten haben, hatte die 49-Jährige aus Norderstedt im Jahr 2008 eher zufällig. „Damals leitete ich in einer Klinikambulanz eine Therapiegruppe“, erzählt sie.

Als sie in der Adventszeit einmal spontan nachfragte, was die Teilnehmer über Weihnachten vorhätten, ging plötzlich ein Stöhnen durch den Raum. Viele meinten: Wenn bloß die Feiertage erst vorbei wären! Für sie war Weihnachten mit Belastungen verbunden, die sie alleine nicht in den Griff bekamen. Auf Wunsch der Teilnehmer befasste sich die Gruppe näher mit dem Thema. Und nach dieser „Premiere“ sprach sich das Angebot herum, sodass es alljährlich wiederholt wurde.

Flucht auf eine einsame Insel?

Mittlerweile ist Imke Hoyer ausschließlich in eigener Praxis tätig. Auch hier ist die Weihnachtsgraus-Gruppe Bestandteil ihrer therapeutischen Arbeit. „In diesem Jahr war die Gruppe sofort voll besetzt“, berichtet sie. Seit Anfang November treffen sich die Teilnehmer, insgesamt dreimal in der Vorweihnachtszeit.

„Für manche Menschen ist der Gedanke an Weihnachten so problembeladen, dass sie am liebsten Reißaus nehmen würden. Sie träumen davon, auf eine einsame Insel zu flüchten. Dabei steht die Insel häufig als Symbol für weniger Stress und mehr Ruhe“, erklärt Imke Hoyer.

Vergleich mit dem Weihnachten in Kindheitstagen

Es gebe die unterschiedlichsten Gründe für das Weihnachtsgrausen. „Das hat zum Beispiel mit unseren Kindheitserlebnissen zu tun. Manche haben das Fest in so fantastischer Erinnerung, dass sie es verklären. So wunderbar wie in unbeschwerten Kindertagen kann es dann nie mehr sein.“ Wurde das Fest hingegen nicht als harmonisch erlebt, weil an Weihnachten Familienstreitigkeiten unter den Teppich gekehrt wurden oder die Stimmung angespannt war, könne das ebenfalls ein Grund für negative Gefühle sein.

In der Weihnachtsgraus-Gruppe unternehmen die Teilnehmer bei ihrem ersten Treffen immer eine Fantasiereise. „Ich stelle ihnen die Frage, wie ihr Weihnachten aussehen würde, wenn sie es völlig frei gestalten und planen dürften. Einige wollen ohne Familie dorthin verreisen, wo es warm ist. Andere wissen genau, wer dabei sein dürfte und wer nicht. Es gibt auch welche, die möchten nicht mehr bei sich zu Hause feiern, sondern lieber woanders.“

Eigene Vorstellungen offen aussprechen

Oft wird den Teilnehmern erst durch das Aussprechen ihrer Wünsche bewusst, dass sie schon lange ein Weihnachten feiern, das nicht ihren Vorstellungen entspricht. Trotzdem bleiben sie im gewohnten Weihnachtstrott, weil sie noch nicht genau wissen, was sie stattdessen wollen.

Oder sie befürchten, dass der Wunsch nach Veränderung bei den anderen Beteiligten nicht auf Gegenliebe stoßen wird. Sie schweigen, damit es keinen Krach gibt und grämen sich weiter. „Automatische Weihnachtsrituale und Abläufe führen schnell dazu, dass man sich nicht mehr wohl in seiner Haut fühlt. Nur wer regelmäßig kritisch überprüft, ob die weihnachtliche Inszenierung für ihn noch richtig ist, kann sie auch in vollen Zügen genießen“, betont Imke Hoyer.

Mehr zur Arbeit von Imke Hoyer und ihrer Weihnachtsgrausen-Gruppe sowie zehn Tipps zum entspannten Weihnachtsfest lesen Sie in der LAND & Forst 50/16. Möchten Sie die LAND & Forst zum Probelesen bestellen? Dann klicken Sie hier…

Mit Material von Silke Bromm-Krieger
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