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Garten

Zauberhafter Herbst

von , am
08.10.2013

Als Extra zur Blüte im Frühjahr bieten zahlreiche Gehölze einen wunderschönen Höhepunkt im Herbst. Welche Sträucher oder Bäume sind für dieses Naturschauspiel die geeigneten Darsteller?

Die Früchte des Liebesperlenstrauchs bleiben lange am Strauch. © Stein
Die Zahl der Gehölze mit Herbstfärbung ist erstaunlich groß, meist sind es Arten aus Nordamerika oder Fernost. Große Waldbäume wie der Zuckerahorn (Acer saccharum) mit lebhaftem Farbspiel von Goldgelb zu leuchtendem Rot, der Rotahorn (Acer rubrum) oder die Roteiche (Quercus rubra) fallen am meisten auf. Für solche Bäume reicht aber selten der Platz. Viel interessanter sind die folgenden Sträucher und kleinen Bäume, die man in der Vogelnähr-hecke, am Wassergarten, dicht am Haus oder im Vorgarten als Blickfänge genießen kann.

Flammenmeer in Feuerrot

Der "Burning Bush", wie er in Amerika genannt wird, heißt bei uns Korkflügelstrauch (Euonymus alatus), was auf seine eigenartig verkorkten Triebe hinweist. Im Herbst zieht er eine regelrechte Schau ab, dann sind seine bislang unscheinbaren Blätter auf einmal leuchtend violettrot. Der Kleinstrauch aus den japanischen Wäldern passt gut ans Wasser, zu Koniferen, ins Moorbeet und in Gefäße. Der Essigbaum oder Sumach (Rhus typhina) besitzt ähnliche Qualitäten, ist aber wegen seiner üppigen Wurzelausläufer zur Zeit aus der Mode gekommen.

In Amerika färbt er ganze Landstriche herbstlich rot, und auch bei uns ist seine intensive Herbstfärbung Grund genug, ihn  vermehrt zu pflanzen. Mit nur 3 m Höhe passt er gut in kleine Gärten, zum Beispiel vor den Hauseingang, zu Steinen, Kiefern und Gräsern.
Die Felsenbirne (Amelanchier lamarckii, syn. A. canadensis) ist so populär, dass man schnell darüber hinweg gehen kann. Robust, im Frühjahr herrlich blühend, jeden Rückschnitt vertragend - so wünscht man sich ein Gehölz. Die herrlich orangerote Herbstfärbung und die essbaren Früchte sind eine willkommene Zugabe, die für die etwas kurze Blütezeit im April entschädigt.

Zierlich, anspruchsvoll - und wunderschön

Etwas Besonderes haben die japanischen Ahornarten an sich. Die meisten sind zierlich und stellen an den Boden hohe Ansprüche. Sandig und durchlässig soll der Untergrund sein, Vernässung, Kalk und Verdichtungen werden schlecht vertragen. Die schönen Formen und die herrlichen Farben entschädigen für die nötige Aufmerksamkeit.

Der Feuer-Ahorn (Acer ginnala) wächst als Großstrauch locker aufrecht und wird 4 bis 5 m hoch. Besonders wenn er in der Sonne steht, färbt er sich im Herbst feurig rot. Diese Art ist verhältnismäßig robust und deshalb empfehlenswert. Sie eignet sich in der Jugend sogar zum Pflanzen in dekorative Kübel.

Zierlich wächst der Japanische Feuer-Ahorn (Acer japonicum ‚Aconitifolium‘) mit locker geschlitzten Blättern. Er prangt im Herbst mit leuchtendroten Farben und ist ein Schmuckstück in Steingärten, Japangärten und Dachgärten.

Der Fächer-Ahorn (Acer palmatum) verträgt keine direkte Sonne. Besonders seine geschlitzten Formen (Acer palmatum ‚Dissectum‘) sind für Steingärten und Wassergärten elegante Erscheinungen und auch wegen des begrenzten Wuchses sehr beliebt. ‚Atropurpureum‘ ist eine im Sommer rotblättrige Sorte, ‚Viridis‘ ist grün, ‚Nigrum‘ schwarzrot.

Besonders schön sind Farb-variationen in Gelb, gepaart mit silbrigen Stämmen wie bei Pappeln und Birken. Auch Ginkgo, Buchen, Eichen, Ebereschen (Sorbus aucuparia), Apfelbeeren (Aronia melanocarpa), Goldulmen, Lärchen und  Kartoffelrosen präsentieren mit der Laubfärbung einen Höhepunkt.

Aufritt der sonst eher Unauffälligen

Besonders prächtig zeigen sich auch einige Sorten der meistens gelb abreifenden Zaubernuss (Hamamelis x intermedia): die Sorten ‚Westerstede‘ und ‚Arnold Promise‘ überraschen mit zusätzlichem Flammenband in leuchtendem Rot.

Der 3 bis 8 m hohe Lebkuchenbaum oder Katsurabaum (Cercidiphyllum japonicum) ist ein Kleinod für den spätherbstlichen Garten, vor allem,  wenn sich das Grün der zierlichen Blätter in cognacfarbenes Gelb verwandelt. Ungewöhnlich reizvoll ist der zart-würzige Lebkuchenduft, der besonders bei feuchter Witterung von den fallenden Blättern ausgeht. Sehr hübsch sind auch die jungen Blätter mit ihrer violetten Aderung.

Violette Farbtöne finden sich auch beim Federbuschstrauch (Fothergilla) mit seinen herrlichen Pastelltönen. Besonders ansprechend ist die Scheinbuche (Nothofagus antarctica), die man durch Rückschnitt immer wieder an begrenzte Platzverhältnisse anpassen kann, ohne dass ihr gefälliges Erscheinungsbild darunter leidet.

Oft steigert sich der Farbeffekt durch leuchtendrote Früchte. Wildrosen und Ebereschen (Vogelbeeren) rücken dann für einige Wochen die bis dahin unscheinbaren Vogelnährhecken ins Rampenlicht.

Auffällig ist auch das Pfaffenhütchen (Euonymus europaeus). Über viele Monate führt es eher ein Schattendasein im Unterholz. Jetzt aber genießt es seine große Stunde: Die leuchtend rosaroten Früchte platzen mützenartig auf und präsentieren Samen, die mit hellem Gelb in deutlichem Kontrast stehen.

Fast wie aus Tausendundeiner Nacht sind die glänzenden violetten Früchte des Liebesperlenstrauchs (Callicarpa bodnieri) aus China, die nach dem Blattfall erst richtig zur Geltung kommen und sich sehr lange bis tief in den Winter am Strauch halten. Er ist eine Zierde des Gartens in der weihnachtlichen Jahreszeit - ideal für Gestecke und Sträuße. Pflanzen Sie keine Einzelsträucher, sondern mindestens Gruppen von 2 bis 3 Stück. Die gegenseitige Bestäubung verbessert den Fruchtansatz.
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