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Garten

"Ein Zimmer für den Sommer"

von , am
13.05.2015

Innerhalb von wenigen Jahren hat Nicole Pahlmann aus dem wendländischen Gorleben es geschafft, aus einem verwilderten Grundstück einen "Garten der schönen Dinge" zu gestalten.

Hobbygärtnerin: Nicole Pahlmann. © Witte

Wenn man vor dem Grundstück von Nicole und Mathias Pahlmann steht, ahnt man nicht, dass sich hinter den unscheinbaren Hecken ein grünes Paradies befindet. Tritt man jedoch vom Carport aus in den Garten und hört das Plätschern des Wasserlaufs, der weiter hinten in einen kleinen Teich mündet, hat man das Gefühl, in eine andere Welt zu kommen, in der es an jeder Ecke etwas Neues zu entdecken gibt.

Das war nicht immer so: Als die Familie vor 17 Jahren das Haus mit dem rund 1.500 Quadratmeter großen Grundstück in Gorleben gekauft hat, bestand es aus verwildertem Rasen und einigen alten Bäumen. Während der Rasen weichen musste, wurden die Bäume in den "Garten der schönen Dinge" integriert.

"Für mich ist der Garten im Sommer wie ein zusätzlicher Raum, und so wie das Haus mag ich auch den Garten für mich und meine Familie schön machen", sagt die Hobby-Gärtnerin und fährt fort: "Der Garten hat sich nach und nach ergeben. So, wie man es plant, wird es ja eigentlich nie, und vieles entsteht beim Pflanzen." Ihre Vorbilder sind der dänische und der englische Cottage-Stil.

Ihre Leidenschaft: Rosen

Im Laufe der Jahre hat Nicole Pahlmann sich einen kleinen Schatz historischer und seltener Duftrosen zusammengesammelt. Dazu passen Fingerhut, Storchenschnabel und Rittersporn. "Außerdem mag ich Sträucher, wobei ich auf unterschiedliche Farben achte", sagt die 42-Jährige. Auch Flieder, Magnolien und Jasmin findet man in dem Garten, in dem neben der optischen Schönheit auch der Duft eine große Rolle spielt.

Die Beete sind wie eine Wegbegrenzung. Folgt man ihren gewundenen Rändern, entdeckt man hinter jeder Biegung etwas Neues: den kleinen, mit Entengrütze bedeckten Tümpel, eine Sitzecke hinter Büschen, die alte Singer-Nähmaschine unter einem Busch oder den kleinen Gemüsegarten hinterm Haus, in dem auf engem Raum Obst, Gemüse und Kräuter wachsen.

Liebevolle Details

Ein alter Fensterrahmen im Gebüsch, ein wie zufällig auf eine weiße Holzbank geworfenes Kissen in Pastellfarben oder eine in die Erde gesteckte Holzharke neben dem Blumenbeet finden sich im "Garten der schönen Dinge" überall. Ebenso wie die sich harmonisch in den Garten einfügenden Sitzecken, die die Familie auch alle nutzt: "Morgens sitzen wir gern auf der Terrasse und trinken unseren Kaffee, nachmittags hat man hinten im Garten Sonne, und abends sitze ich gern an meinem Gemüsebeet", erzählt Nicole Pahlmann.

Zum Sitzen hatte sie bislang allerdings wenig Muße, so mussten die Pflanzen geschnitten werden, denn "im Winter lasse ich alles stehen für die Tiere, runtergeschnitten wird im Frühjahr".
Am zweiten Juniwochenende nimmt sie zum dritten Mal an den "Gartenräumen" teil, bei der Gartenbesitzer ihre grünen Refugien für Interessenten öffnen. Auf die "netten Gespräche mit den Gartenleuten" freut sie sich schon: "Man kann so viel weitergeben und sich mit anderen austauschen." 
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