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Monitoring für Körnerleguminosen

Futtererbse-Koernerleguminosen
Dr. Manfred Weber, LLG Iden
am
06.04.2018

Futtermittel Körnerleguminosen bieten zweifelsohne Vorteile im Ackerbau. Doch heimische Erbsen, Ackerbohnen und Co. gewinnen in der Fütterung zunehmend an Bedeutung. Hier die Ergebnisse aus drei Jahren bundesweitem Monitoring.

Körnerleguminosen lockern nicht nur durch ihren Anbau die Fruchtfolge auf, sondern leisten auch einen wichtigen Beitrag zur Stickstoffdüngung durch die Stickstofffixierung der anhaftenden Knöllchenbakterien.
Auf der anderen Seite erhöht sich schon seit ein paar Jahren der Druck des Lebensmitteleinzelhandels in Richtung Verzicht auf importiertes gentechnisch-verändertes Sojaschrot im Futter landwirtschaftlicher Nuztiere. Hier können die Körnerleguminosen neben den Extraktionsschroten aus Raps und Sonnenblumen gute Dienste leisten. Gleiches gilt aber auch für heimisch angebaute Sojabohnen. Immerhin nahmen die Erbsen, Ackerbohnen, Lupinen und Sojabohnen 2017 eine Gesamtanbaufläche von ca. 180.000 ha ein.

Sehr begehrt

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Leitfrucht blieb auch weiterhin die Futtererbse, die etwa die Hälfte der angebauten Körnerleguminosen darstellt. Gefolgt wird sie von Ackerbohnen, Lupinen und letztendlich auch von der Sojabohne mit knapp 20.000 ha. Dass auch für die Mischfutterindustrie die Körnerleguminose als Rohstoff interessant wurde, zeigt die Verdopplung der Einmischquote von 2015 auf 2016 (38.000 t auf 88.000 t).

 

Es spricht einiges für die Körnerleguminosen:

  • Futtererbsen, Ackerbohnen und Blaue Süßlupinen eignen sich gut für die Rinder- und Schweinefütterung.
  • Dazu tragen der mittlere bis hohe Protein- und der hohe Energiegehalt dieser Körnerleguminosen bei.
  • Bei der Verfütterung ist auf die Ergänzung mit Methionin zu achten.
  • Werden die Körnerleguminosen mit Rapsextraktionsschrot kombiniert, braucht weniger kristallines Methionin ergänzt zu werden.
  • Bei Beachtung der empfohlenen Höchstmengen sind keine Beeinträchtigung der biologischen Leistungen zu erwarten.
  • Ist die Verfütterung der Körnerleguminosen im eigenen Betrieb geplant, sollte im Anbau dennoch auf Sorten zurückgegriffen werden, die arm an antinutritive Inhaltsstoffen sind.

Inhaltsstoffe überprüfen lassen

Da Körnerleguminosen erst seit einigen Jahren wieder in nennenswerten Mengen angebaut und verfüttert werden, ist es notwendig geworden, auch wieder Inhaltsstoffe zu überprüfen.

Daher haben sich die Fütterungsreferenten der Bundesländer mit Unterstützung der UFOP entschlossen, eine deutschlandweite Beprobung in den Jahren 2015 bis 2017 durchzuführen. 343 Körnerleguminosenproben wurden durch die Futtermittelberater gezogen. Die gezogenen Proben wurden bei der LKS Lichtenwalde auf Inhaltsstoffe untersucht .

Aus den in 2015 bis 2017 ermittelten Daten zu Körnerleguminosen lassen sich folgende Aussagen ableiten:

  • Bei den Ackerbohnen und Lupinen werden die aus den DLG-Tabellen entnommenen Mittelwerte in etwa erreicht. Bei Erbsen und Sojabohnen liegen die Werte deutlich unter den Tabellenwerten. Bei allen Inhaltsstoffen treten allerdings große und für Rationsberechnungen relevante Streuungen auf. Daher ist eine Inhaltsstoffuntersuchung vor dem Einsatz im eigenen Betrieb bzw. in der Futtermittelindustrie unbedingt notwendig.
  • Für die Einhaltung der Vorgaben der neuen Düngeverordnung ist möglicherweise auch der höhere Gehalt an Phosphor bei Lupinen und Sojabohnen gegenüber den Tabellenwerten zu beachten. Gegenüber den bisher aufgelisteten Werten für die säurelöslichen und neutraldetergenzienlöslichen Faserbestandteile (ADF/NDF) zeigen die in 2015 bis 2017 analysierten Werte starke Abweichungen. Hier sind sicherlich Anpassungen der Tabellenwerte nötig, da sich die Analysemethode auch geändert hat.

 

Einsatzempfehlungen für Schweine

Die in der Tabelle zusammengestellten Empfehlungen für Schweine beruhen auf Literaturangaben sowie Praxiserfahrungen und tragen den verschiedenen tier- und futtermittelspezifischen Aspekten Rechnung. Sie umspannen relativ weite Entscheidungsbereiche für den jeweils sorgfältig zu beurteilenden Einzelfall.

Bei den Einsatzmengen ist ebenfalls zu berücksichtigen, ob gleichzeitig verschiedene Körnerleguminosen in der Futterration eingesetzt werden. Insbesondere ist darauf zu achten, dass es nicht zu einem Mangel in der Versorgung mit Methionin + Cystin kommt.

Im Tragefutter von Sauen kann der maximal mögliche Anteil aus energetischen und umweltbedingten Gründen (Rohproteinreduzierung) in der Regel nicht ausgeschöpft werden. Bei der Flüssigfütterung wird wegen des hohen Quellvermögens der Erbsen die Konsistenz des Futterbreies beeinflusst. Nach Praxiserfahrungen besteht bei Einsatzmengen von mehr als 25 % Erbsen in der Trockenfuttermischung die Gefahr, dass der Futterbrei nicht mehr pumpfähig ist. Versuche haben gezeigt, dass von Erbsen, Ackerbohnen und Lupinen 4 bis 5 kg/ Kuh und Tag gut eingesetzt werden können.

Auch für die Rinderfütterung gut geeignet

Bei den eiweißärmeren Erbsen sind zur Deckung des Proteinbedarfs der Kühe Extraktionsschrote in Mengen von knapp 3 kg zusätzlich erforderlich. Rationen mit Ackerbohnen und Lupinen erfordern den zusätzlichen Einsatz von geschütztem Rapsextraktionsschrot in einer Menge von etwa 1,5 kg, um eine überhöhte Stickstoffzufuhr zu verhindern.

Die Kompletttabellen mit allen Inhaltsstoffen

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