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Düngerecht

Nährstoffe im Überschuss: Strukturbruch befürchtet

Güllebehälter auf Betrieb
Steffen Bach
am
17.12.2018

Das Düngerecht stellt Landwirte in Veredlungshochburgen vor gewaltige Herausforderungen. Oft schwankt die Stimmung zwischen Hoffen und Bangen.

Die Verwertung der Wirtschaftsdünger bleibt für die Landwirte in den Veredelungsregionen ein täglicher Kampf, der viele Nerven kostet.

Wie stark das Thema die Tierhalter und auch die vor- und nachgelagerten Stufen beschäftigt, wurde einmal mehr deutlich auf einer Veranstaltung des Agrar- und Ernährungsforums Oldenburger Münsterland, AEF. Das AEF hatte zusammen mit dem Vechtaer Landvolk eingeladen und der Saal war mehr als voll.

Absage an Verschärfungen des Düngerechts

Uwe Bartels, AEF, verwies auf das grundsätzliche Problem des neuen Düngerechts: "Den Landwirten geht es zu weit und den Kritikern nicht weit genug." Forderungen nach noch mehr Verschärfungen erteilte Bartels eine Absage. Er nahm aber auch die Landwirte in die Pflicht, denn wenn Regelungen eingehalten würden, sei eine Verschärfung nicht nötig.

Zentrale Aufbereitung von Gülle

Lösungen für die Nährstoffüberschüsse müsse die Branche selbst anbieten. Bartels verwies dabei auf die vielen Initiativen aus der Region, zu denen auch die zentrale Aufbereitung von Gülle gehört. Für dieses angedachte Großprojekt sei Unterstützung durch die Politik notwendig.

Konkret appellierte er dabei an die Landkreise. "Uns fehlt noch der Durchbruch", stellte Bartels fest, zeigte sich aber optimistisch, dass es vorangehen werde. Kurzfristig rechnet er aber mit Gegenwind.

Nährstoffbericht im März

Im vergangenen Jahr habe die Ausbringung der Wirtschaftsdünger unter den ungünstigen Witterungsbedingungen gelitten. Dies werde sich wohl auch im nächsten Nährstoffbericht niederschlagen, der im März 2019 vorgestellt wird.

Teilnehmer der Veranstaltung in Vechta äußerten die Befürchtung, dass bei für die Landwirtschaft ungünstigen Ergebnissen erneut Forderungen nach einer Verschärfung des Düngerechts erhoben werden.

Verunsicherung und Frustration auf Höfen riesig

Wie sehr die Tierhalter schon mit den aktuellen Vorgaben zu kämpfen haben, machte Dr. Johannes Wilking, Vorsitzender des Kreislandvolkes Vechta, deutlich. Die Verunsicherung und die Frustration auf den Höfen sei riesig. Viele Regelungen wie etwa die Meldefristen seien in ihrer jetzigen Form nicht praktikabel. Vereinzelt würden schon jetzt keine Ferkel mehr aufgestallt. Doch viele Mäster könnten es sich nicht leisten, die Ställe monatelang leer stehen zu lassen. Ziel müsse sein, vorhandene Strukturen zu erhalten.

Bau von Güllesilos in Ackerbauregionen

In düsteren Farben zeichnete Ludger Feldhaus von der Nährstoffbörse NOM die Zukunft. Er befürchtet, dass ein Drittel der Betriebe aufgeben muss. Die negativen Folgen werde die gesamte Region zu spüren bekommen, auch die vor- und nachgelagerten Bereiche. Feldhaus plädierte für den Bau von Güllesilos in den Ackerbauregionen.

Mit staatlichen Zuschüssen, Beiträgen der Unternehmen der Branche und über einen zeitlich begrenzten "Wasserpfennig" der Bürger könnten dafür die notwendigen Mittel aufgebracht werden.

Weitere Regelungen für Tierhalter

Dass auf die Tierhalter möglicherweise weitere Regelungen zukommen, machte Dr. Stefan Dreesmann vom Niedersächsischen Landwirtschaftsministerium deutlich. Derzeit werde über weitere Maßnahmen nach § 13 Düngeverordnung diskutiert. Noch nicht klar sei zudem, ob die EU das neue Düngerecht als ausreichende Maßnahme zur Umsetzung der Nitratrichtlinie akzeptiert.

Als eine weitere Herausforderung sieht der Düngeexperte die EU-Richtlinie über nationale Emissionshöchstmengen (NEC-Richtlinie). Hierin wird von Deutschland gefordert, bis 2030 den Ammoniak-Ausstoß um 29 % unter den Wert von  2005 zu drücken.

Hoffnung auf 'Blumenstrauß an Lösungen'

Deutlich wurde in der Diskussion, dass sich die Landwirte auf mehr Kontrollen einstellen müssen. Dr. Renate Thöle vom niedersächsischen Umweltministerium beklagte, dass es bisher zu wenige Möglichkeiten gegeben habe, die Einhaltung des Düngerechts zu überprüfen. Mit 1.000 Kontrollen pro Jahr müssen die Betroffenen in Niedersachsen rechnen.

Uwe Bartels hoffte zum Abschluss, dass in den kommenden eineinhalb Jahren ein "Blumenstrauß an Lösungen" umgesetzt werde. Sonst drohe der Region ein Strukturbruch.     

Gewitterwolken und Dürre: Wetterfotos vom Acker

Ernte bei Unwetter
Unwetter über Acker
Staubiger Acker
Dürre auf acker
Regen auf Acker
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Regenbogen über Wiese
Wetter auf Acker
Fluss in den Bergen
Trockenheit auf Acker
Wetter über Acker
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Maisernte im Sommer
Unwetter über Wiese
Auf dem Acker
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Gewitterwolken auf dem Acker
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Ernte bei Unwetter
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Wolken und Acker
Hund in der Sonne
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Douglasien im Schnee
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Herbst und Winter
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