Login
Agrarpolitik

Neuer Staatssekretär ernannt

von , am
11.09.2013

Verhältnismäßig zügig wurde die Stelle des entlassenen Agrar-Staatssekretärs Udo Paschedag neu besetzt. Der neue Amtsleiter heißt Horst Schörshusen, ist Grüner und war in der Staatskanzlei für Agrarpolitik zuständig.

Staatssekretär Horst Schörshusen. © dpa/Hollermann
Minister Christian Meyer bekommt einen sehr erfahrenen Fachmann und Verwaltungsexperten an die Seite gestellt: Der 62-jährige Horst Schörshusen, der am Dienstag seine Ernennungsurkunde erhielt, gehörte von 1985 bis 1990 der Landtagsfraktion der Grünen und wechselte danach in die Staatskanzlei. Dort diente er inzwischen mit Stephan Weil dem sechsten Ministerpräsidenten.

Reiche Erfahrung

Der Vater von drei Kindern war zuletzt als Referatsleiter für die Ressortkoordinierung der Umwelt-, Energie- und Agrarpolitik sowie Landesplanung verantwortlich. Dem Vernehmen nach sollte er eigentlich in das Umweltministerium wechseln, um im Haus von Stefan Wenzel (Grüne) die Energiewende zu steuern. Nun wurde recht kurzfristig eine Spitzenstellung im Agrarministerium daraus.

Schörshusen wurde 1951 in Coburg geboren; nach Schulzeit und Abitur 1971 in Buxtehude studierte er Politologie, Soziologie und Volkswirtschaftslehre. 1982 begann er seine Arbeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der Landtagsfraktion der Grünen. Später wurde er Haushaltsreferent und Fraktionsgeschäftsführer.

Niedersachsen brauche "mehr Wertschätzung für Landwirtschaft, Lebensmittelerzeugung und Tierschutz", sagte Schörshusen bei seiner Vorstellung am Donnerstag der Vorwoche. Wichtig seien auch mehr Informationen über diese Themenfelder. Bei der Wahl seines Dienstwagens will sich er an seinem Minister orientieren, der einen VW Jetta fährt. Er habe kein Rückenleiden, deswegen sei die Wahl etwas einfacher, spielte Schörshusen auf seinen Vorgänger an.

"Minister auf Abruf"

Minister Christian Meyer (Grüne) sagte anlässlich seines Einstandes, er hoffe, sich nun wieder inhaltlichen Fragen widmen zu können. Er selbst sehe sich durch die Umstände der Affäre um den Dienstwagen Paschedags politisch nicht beschädigt.

CDU-Fraktionsvize Frank Oesterhelweg dagegen wertete Schörshusens Ernennung als weiteren Beleg für die abgelaufene Amtszeit von Meyer, der ein Minister auf Abruf sei. Nicht Meyer, sondern Ministerpräsident Stephan Weil und Umweltminister Stefan Wenzel stünden hinter dieser Personalentscheidung, begründete er.

Der Landtag sollte am Donerstag zu seiner ersten Sondersitzung seit drei Jahren zusammentreten, weil CDU und FDP einen Untersuchungsausschuss zur Dienstwagen-Affäre beschließen wollten. SPD und Grüne wiegeln ab, sprechen von "Wahlkampfgetöse", können das Gremium trotz ihrer Stimmmehrheit aber nicht verhindern.
Auch interessant