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Rinderhaltung

Niedersachsen nun auch formell frei von Rinderherpes

AgE/agrarheute
am
05.01.2016

Auch in Niedersachsen sind die Rinderbestände nun frei vom „Bovinen Herpesvirus Typ 1“ (BHV1). Der erfolgreiche Abschluss der Tiergesundheitsmaßnahmen sei nun von der Kommission der Europäischen Union anerkannt worden, teilte Landwirtschaftsminister Christian Meyer in Hannover mit.

Mit der Bekanntmachung dieses Beschlusses im Bundesanzeiger habe Niedersachsen formell den Status BHV1-frei entsprechend der EU-Richtlinie über die „Regelung viehseuchenrechtlicher Fragen beim innergemeinschaftlichen Handelsverkehr mit Rindern und Schweinen“, erklärte Meyer. Damit entfielen zukünftig die Handelsbeschränkungen für niedersächsische Rinder, die in BHV1-freie Gebiete geliefert würden. In der Europäischen Union hätten nunmehr Dänemark, Österreich, Finnland, Schweden, die Regionen Bozen und Aostatal in Italien sowie die Bundesländer Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Bremen, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Hessen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen den Status „BHV1-freie Region“. Auch die Schweiz sei BHV1-frei.

Wie Meyer weiter berichtete, hat allein in den vergangenen fünf Jahren die Tierseuchenkasse Beihilfen in Höhe von 4 Mio Euro gezahlt, außerdem Entschädigungen von rund 600.000 Euro für die Entfernung von etwa 12.000 Reagenten, jenen Tieren, die zwar Antikörper aufweisen, aber nicht unbedingt auch erkrankt sind. Diese Rinder müssten gleichwohl aus den Beständen entnommen werden, weil ansonsten die Viruserkrankung durch bestimmte Faktoren wie Stress wieder auftreten könnte, erläuterte der Ressortchef.

Insgesamt hat die BHV1-Sanierung nach Angaben von Meyer rund 165 Mio Euro gekostet. An den Kosten beteiligte sich das Land Niedersachsen zu 50 Prozent.

Einfuhr aus nicht BHV1-freien Regionen nur mit Auflagen

Der Transport von Zucht- und Nutzrindern aus nicht BHV1-freien Regionen oder Mitgliedstaaten nach Niedersachsen ist ab sofort nur zulässig, wenn die Tiere nicht geimpft sind, für 30 Tage in Quarantäne gehalten wurden und während der Quarantäne auf die BHV1-Infektion untersucht wurden. Dagegen dürfen Schlachtrinder aus nicht BHV1-freien Regionen ohne zusätzliche Untersuchungen direkt zum Schlachthof gebracht werden. Diese Regelungen gelten sowohl für Rinderbestände in Niedersachsen als auch für Sammelstellen und Viehhandlungen.

Um den Fortbestand des Status BHV1-frei sicherzustellen, werden Rinder in Niedersachsen wie auch bisher auf BHV1 untersucht. Sofern in niedersächsischen Beständen Reagenten auftauchen, müssen diese unverzüglich aus den Beständen entfernt werden. Ein Export in BHV1-freie Länder ist untersagt. Ein Transport in andere Länder wie die Niederlande oder Großbritannien ist nur dann möglich, wenn der Bestand in Niedersachsen nicht gesperrt werden musste. Hierfür können Beihilfen in Höhe von 200 Euro pro Masttier und 400 Euro pro Zuchttier gewährt werden. Scheidet eine solche Option aus, muss die Tötung der Rinder angeordnet werden. Die Tierhalter erhalten in diesen Fällen eine Entschädigung in Höhe des Wertes der Rinder.

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