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Agrarpolitik

Ökolandbau: Minus trotz hoher Nachfrage

von , am
23.07.2015

Zum ersten Mal wuchs die Anbaufläche für Bioprodukte nicht weiter an, sondern ging bundesweit leicht zurück. In Niedersachsen schrumpfte der Ökolandbau ebenfalls - allerdings nicht so stark, wie zunächst vermeldet.

Heimische Öko-Erzeuger haben es schwer im Wettbewerb um Flächen und Marktanteile. © agrar-press
Der Aufsteiger Ökolandbau hat einen Knacks bekommen: Nachdem sich die ökologisch bewirtschaftete Fläche in Deutschland in den letzten 20 Jahren verdreifachte, ging sie 2014 erstmals zurück - bundesweit um mehr als 8.000 Hektar oder 0,8 % . Zunahmen verzeichneten dagegen vor allem Nordrhein-Westfalen (+6,2 %), Baden-Württemberg (+2,5 %), aber auch Hessen, Rheinland-Pfalz und Sachsen. Abgesehen von Thüringen (-9,4 %) gingen die Flächen am stärksten im Norden zurück. Schleswig-Holstein verlor 7,6 %, Mecklenburg-Vorpommern 4,7 % und Brandenburg, das Bundesland mit der größten Ökofläche, immerhin 1,1 %.
 
Für Niedersachsen meldete die zuständige Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) zunächst einen Rückgang um fünf Prozent. "Ein Rechenfehler", hieß es dazu aus dem Agrarministerium in Hannover. Nach den vom Laves ermittelten Zahlen gab es 2014 hierzulande 1.399 Öko-Betriebe, die 71.296 ha bewirtschafteten. Ein Jahr zuvor waren es 1.399 Betriebe mit 71.296 ha. Somit beträgt der Flächenrückgang 1,8 %.

Generationswechsel verantwortlich?

Caroline Grieshop vom Kompetenzzentrum Ökolandbau (KÖN) in Visselhövede sieht darin keinen Abschwung der Branche. "Offenkundig ist die Zahl der Betriebe stabil, aber einige haben Flächen an andere verloren", schätzt die KÖN-Geschäftführerin. Dafür könnte zum Teil auch der beginnende Generationswechsel verantwortlich sein. "Wer aufhören will, investiert eher nicht mehr in Wachstum."
 
Der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (Bölw) führt den Rückgang auf drei Faktoren zurück: hohe Pachtpreise durch die starke Nachfrage nach Biogasmais, Unsicherheit über neue EU-Ökoverordnung und zu geringe Subventionen in den betroffenen Bundesländern. Aber auch die billigere Konkurrenz aus dem Ausland setzt den Erzeugern zu. Der Verband rechnet für 2015 wieder mit einer größeren Anbaufläche.
 

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