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Kartoffelanbau

Jetzt bewerben um LWK-Siegel für Speisekartoffeln

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Fremer Heeren, Heiko Fricke, LWK Niedersachsen
am
21.03.2019

Kartoffelerzeuger können sich jetzt für das Siegel „Kontrollierte Qualität Speisekartoffeln“ der LWK Niedersachsen bewerben.

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Die LWK Niedersachsen vergibt demnächst wieder das Siegel „Kontrollierte Qualität Speisekartoffeln“. Wer am Programm teilnehmen möchte, muss sich bis zum 15. Mai bewerben.

Die Erzeuger haben so die Chance, höhere Preise für ihre Qualitätskartoffeln zu erzielen. Das Siegel wird an ausgewählte Betriebe bzw. Erzeugergemeinschaften vergeben, die sich dadurch

  • entweder in der Direktvermarktung von Speisekartoffeln oder
  • bei der Vermarktung an bestimmte Handelsketten vom Gros der Speisekartoffelanbieter

hervorheben können.

Antragsunterlagen im Rundschreiben

Interessierte Anbauer erhalten das jährliche Rundschreiben mit den Antragsunterlagen, in welchen alle relevanten Aspekte des Kontrollsiegel-Verfahrens umfassend erläutert sind. Fachlich ist zu beachten, dass

  • die geforderte Dokumentation im Interesse aller Beteiligten das Produkt und die Produktion transparent und somit rückverfolgbar macht.
  • Gleichzeitig werden bestimmte Anforderungen an die Qualität der Kartoffel gestellt.
  • Damit hebt sich das Kontrollsiegel deutlich von sonstigen Qualitätssicherungssystemen wie Global-GAP oder auch QS ab, auf die das Kontrollsiegel hervorragend aufgesattelt werden kann.

Zertifiziertes Pflanzgut bevorzugen

Bereits am Anfang ist darauf zu achten, dass

  • zertifiziertes Pflanzgut zu bevorzugen ist.
  • Bei eigenvermehrtem Material ist ein erfolgreicher Virustest zwingende Voraussetzung.
  • Das verwendete Material muss also vom Virusstatus her zumindest dem zertifizierten Pflanzgut ebenbürtig sein.

Bodenuntersuchungen durchführen

Auch beim Düngen wird nichts dem Zufall überlassen:

  • Voraussetzung dafür sind Kenntnisse über die Gehalte der Grundnährstoffe im Boden, das heißt in bestimmten Abständen müssen Bodenuntersuchungen durchgeführt und vorgelegt werden.
  • Die zu bevorzugende Kaliform ist im Kartoffelbau das Kalisulfat (z. B. Kalimagnesia).
  • Auch andere Kaliformen sind angezeigt, wenn die Sorte für Speiseware in Abhängigkeit von Jahr und Standort zu überhöhten Stärkegehalten neigt.
  • Gülle kann in bestimmten Mengen und zu bestimmten Zeiten zu den Kartoffeln gegeben werden, andere organische Dünger kommen besser auf andere Fruchtarten.
  • Der Klärschlammeinsatz bleibt bei Kontrollsiegelware außen vor.

Das Beispiel zeigt, dass es in den Kontrollsiegel-Richtlinien teilweise unumstößliche Eckpunkte gibt. Ansonsten kann aber auch flexibel auf die jeweiligen Situationen reagiert werden.

Feldkontrolle zur Blüte

Zum Zeitpunkt der Blüte erfolgt eine Vorortkontrolle. Diese ist vorzunehmen, um zu sehen,

  • ob beim Anbau die Leitlinien einer ordnungsgemäßen Landbewirtschaftung eingehalten wurden,
  • ob die empfohlene gemäßigte Stickstoffdüngung sich auch im Feldbestand widerspiegelt und
  • um festzustellen, dass die angebauten Kartoffeln auch tatsächlich sortenrein und sauber abgegrenzt zu sonstigen Kartoffelbeständen stehen.
  • Dabei wird ein prüfender Blick in die obligatorisch zu führende Ackerschlagkartei geworfen, im Hinblick auf Vollständigkeit und fachliche Plausibilität.

Rückverfolgbarkeit der Partien gewährleisten

Das Erntegut von mit Erfolg kontrollierten Schlägen muss getrennt von anderen Kartoffeln gelagert werden. Die Lagerung sollte so erfolgen, dass

  • die Mindestanforderungen an das Produkt erfüllt werden können, sowie
  • eine Rückverfolgbarkeit der Partien gewährleistet bleibt.

Erst nach nochmaliger erfolgreicher Durchsicht der vollständig ausgefüllten Ackerschlagkarteien nach Abschluss der Ernte steht der Aufbereitung der Ware nichts mehr im Wege.

Qualität muss stimmen

Für die Aufbereitung gilt folgendes:

  • Die Mindestknollentemperatur beim Aufbereiten beträgt 8 °C, möglichst aber 10 °C.
  • Nach der Aufbereitung und vor dem Abpacken bzw. vor der Abgabe an den Endverbraucher werden die Kontrollsiegelkartoffeln von einem Qualitätskontrolleur der Landwirtschaftskammer auf definierte Qualitätsmindestanforderungen hin bonitiert.
  • Dabei werden Fäulen aller Art, verschiedene Schorfformen, fremde Bestandteile, schwere Beschädigungen und ergrünte, missgestaltete Knollen erfasst.
  • Hinzu kommt, dass die Knollen im Rahmen dieser Begutachtung auch geschnitten werden und somit ebenfalls innere Mängel wie Eisenfleckigkeit, starke Glasigkeit, Hohlherzigkeit usw. festgestellt werden.

Einzelmerkmale online erfasst

Die vorgenannten Qualitätsparameter werden als Einzelmerkmale online erfasst und verarbeitet. Damit vermittelt der erstellte Boniturbericht einen guten Eindruck über die Qualität der Ware und ihre Eignung für eine Vermarktung oder aber auch weitere Aufbereitung bis hin zum Verwerfen stärker mit Qualitätsmängeln belasteter Kartoffelpartien.

Die Summe der Gesamtmängel darf maximal 8 % betragen.

Voraussetzungen für Kontrollsiegel oft schon Standard

Viele der angesprochenen Anforderungen gehören in professionell geführten Kartoffelbaubetrieben ohnehin zum Tagesgeschäft. Das zeigt, dass die Erfüllung der Anforderungen zur Erreichung des Kontrollsiegels eigentlich nichts Außergewöhnliches ist.

Ansprechpartner bei der LWK

Weitere Einzelheiten zu

  • Anforderungen,
  • Durchführung und
  • Kosten des Kontrollsiegelverfahrens bei Speisekartoffeln

können direkt bei der LWK Niedersachsen angefordert werden. Ansprechpartner sind

  • Fremer Heeren (Tel.: 0441/801-415) oder
  • Heiko Fricke (Tel.: 0511/3665-4369).
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